LIBREAS.Library Ideas

LIBREAS-Verein unterzeichnet Jussieu Call for Open Science and Bibliodiversity

Posted in LIBREAS.Verein by maxiki on 5. April 2018

Der LIBREAS-Verein hat abgestimmt: Nach einem positiven Mitgliedervotum hat der Vorstand des LIBREAS-Vereins den Jussieu Call for Open Science and Bibliodiversity unterzeichnet. Der LIBREAS-Verein unterstützt damit Open Access und Open Science im Sinne der Vereinsziele.

Der Jussieu Call ruft in acht Punkten die wissenschaftliche Gemeinschaft dazu auf, Open Access und Open Science vielfältig und partizipativ zu denken sowie weiterzuentwickeln und nicht allein eine Umwälzung der Subskriptionskosten für wissenschaftliche Journals auf Open-Access-Gebühren zu forcieren.

Das LIBREAS-Journal und die dahinter stehende Struktur an Redaktionsorganisation und Kommunikationskanälen sind der lebende Beweis dafür, dass offene Wissenschaft in der Bibliotheks- und Informationswissenschaft auch anders geht – mit allen Herausforderungen, die damit verbunden sind.

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Reisestipendium des LIBREAS-Vereins für den Besuch der Open-Access-Tage 2018 (TU Graz)

Posted in Hinweise, LIBREAS.Verein by maxiki on 19. Februar 2018

Der LIBREAS-Verein zur Förderung der bibliotheks- und informationswissenschaftlichen Kommunikation schreibt in diesem Jahr erstmals ein Reisestipendium aus. Wir fördern den Besuch der Open-Access-Tage 2018 an der TU Graz vom 24.-26.9.2018  mit einem Zuschuss von 400,- EUR.

Das Stipendium wird an eine Person vergeben, die in einer Informationsinfrastruktureinrichtung (Bibliothek, Museum, Archiv, Rechenzentrum, Datenzentrum etc.) tätig ist oder die mit einer bibliotheks- und informationswissenschaftlichen Ausbildungseinrichtung assoziiert ist (Lehrende, Promovierende, Studierende, Auszubildende). Als Bewerbung wünschen wir uns ein Motivationsschreiben (max. 600 Wörter), in dem dargelegt wird, warum sie/er die Open-Access-Tage besuchen will beziehungsweise welche Verbindung sie/er zum Thema Open Access hat. Weiterhin ist insbesondere bei Angestellten kurz zu begründen, warum die- oder derjenige sich die Reise gegebenenfalls nicht selbstständig beziehungsweise über die eigene Einrichtung finanzieren lassen kann. Die Person wird auf Basis dieses Motivationsschreibens durch den LIBREAS-Vorstand ausgewählt.

Die Bedingung für den Erhalt des Stipendiums ist die Berichterstattung über die Open-Access-Tage, die dann in LIBREAS. Library Ideas veröffentlicht wird. Die Berichterstattung kann während und/oder im Anschluss an die Open-Access-Tage erfolgen. Hinsichtlich des Formats ist die LIBREAS-Redaktion offen – eine Vorab-Absprache zu organisatorischen Fragen ist jedoch erforderlich. Ein Vorschlag zum Publikationsformat kann gerne im Motivationsschreiben gemacht werden. Die Reisekosten und die Teilnahmegebühr sind dem Vorstand schriftlich nachzuweisen. Sie werden nach der Einreichung der Berichterstattung in maximaler Höhe von 400,- erstattet. Bei Einreichung eines Nachweises über den Ticketkauf können die Kosten für Fahrkarten oder Flucktickets auch im Voraus übernommen werden. Die Reise ist selbstständig zu organisieren.

Die Bewerbungsfrist endet am 30. April 2018. Der LIBREAS-Vorstand freut sich auf eure/Ihre Motivationsschreiben an die Mailadresse vorstand@libreas.eu.

Das liest die LIBREAS: Zu einer neuen Kolumne. Eine Einladung zur Mitarbeit

Posted in Hinweise, LIBREAS Call for Papers, LIBREAS.Verein by libreas on 8. November 2017

Ein Ziel des LIBREAS. Verein zur Förderung der bibliotheks- und informationswissenschaftlichen Kommunikation ist genau das: Die Kommunikation im Feld der (vor allem deutschsprachigen) Bibliotheks- und Informationswissenschaft und des Bibliothekswesens auf unterschiedliche Weise zu fördern. Dies geschieht vor allem durch die Publikation der Zeitschrift LIBREAS. Library Ideas und auf anderen von der Redaktion genutzten Kanälen. Es soll aber ganz explizit nicht darauf beschränkt sein. Wir gehen davon aus, dass die Wissenschaft und die Praxisfelder dann grundsätzlich kompetenter und besser werden, wenn in ihnen aktiv und offen kommuniziert wird, wenn Beiträge anderer rezipiert und reflektiert werden.

Ziel der Kolumne

Auf der letzten Vereinssitzung (21.10.2017) wurde unter diesem Blickwinkel die Einrichtung einer neuen Kolumne mit dem (jetzt vorläufigen) Titel “Das liest die LIBREAS” beschlossen. Die Kolumne soll in jeder Ausgabe der Zeitschrift erscheinen. Ihr Ziel ist, einen kurzen Überblick zu Publikationen (in verschiedenen Formaten, von Monographien und Artikel über Social Media bis hin zu Konferenzen) zu geben, die jeweils in der letzten Zeit im genannten Feld erschienen sind oder für das Feld Relevanz haben. Die Zusammenstellung wird keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, sondern subjektiv zusammengetragen: Was interessant und erwähnenswert erscheint, also auch von anderen wahrgenommen werden sollte, soll genannt werden. Ebenso soll genannt werden, was unnötig oder falsch genug erscheint, um eine kritische Perspektive zu öffnen oder bisweilen eine überflüssige Lektüre zu sparen. Es gibt zu viel zu lesen und auch uns hilft es, wenn wir Filter haben. Dabei geht es nicht um ausführliche Besprechungen, sondern um kurze Hinweise von wenigen Sätzen. Es geht um einen Überblick: Was ist da? Was sollte rezipiert werden? Was irritiert? Was ist so interessant, dass man es herausheben sollte? Was ist so uninteressant, dass man es getrost vergessen kann?

Lesesaal mit dem sogenannten

Lesesaal in der Kommode am Bebelplatz in Berlin mit dem sogenannten Lenin-Fenster, Glasmalerei eines Künstlers namens, tatsächlich, Frank Glaser aus dem Jahr 1968, die daran erinnert, dass Lenin selbst einmal in diesem Haus Leser war. Die LIBREAS-Redaktion selbst liest dort eher selten, was unter anderem auch daran liegt, dass die Leseplätze der nun Zweigbibliothek Rechtswissenschaft sehr begehrt und meist besetzt sind. (Foto: Ben Kaden / Flickr. Lizenz: CC BY-NC 2.0)

Einladung / Aufruf zur Mitarbeit

Die Kolumne wird für Hinweise und eine Mitarbeit offen stehen. Wenn Sie der Meinung sind, eine bestimmte Publikation verdient eine Erwähnung, würden wir Sie darum bitten, eine Hinweis darauf (im Idealfall so, dass er direkt übernommen werden kann, also mit bibliographischen Nachweis und einer kurzen Begründung) an uns zu schicken. Wenn Sie mit einem Thema im gesamten Bereich der Bibliotheks- und Informationswissenschaft beschäftigt sind, in diesem regelmässig Literatur rezipieren und ebenso regelmäßig Hinweise auf interessante Publikationen liefern möchten, würden wir uns auch darüber freuen. “Das liest die LIBREAS” muss und sollte keine Kolumne der Redaktion LIBREAS. Library Ideas werden. Besser wäre es, wenn es eine der Community selber wird. Vorrangig zuständig für die Kolumne ist Karsten Schuldt, den Sie unter karsten@libreas.eu zeitschriftenschau@libreas.eu erreichen. [Die Hinweise werden in der Kolumne mit dem Namen der jeweiligen Beiträgerinnen / Beiträger gekennzeichnet.]

Einladung: 10 Jahre LIBREAS – Symphosium am 12.09.2015 in Berlin

Liebe Mitlesende,

in diesem Jahr wird die Open Access-Zeitschrift LIBREAS. Library Ideas [http://libreas.eu] zehn Jahre alt. Das wird am 12. September 2015 mit einem Symposium unter dem Motto „Die Bibliothek als Idee“ gefeiert – im und in enger Kooperation mit dem ICI Berlin Institute for Cultural Inquiry [http://www.ici-berlin.org]. Unschwer zu erkennen: Das Symposium thematisiert inhaltlich angelehnt an den Titel der Zeitschrift (Library Ideas) die ideelle Seite der Bibliothek. Innerhalb des interdisziplinären Rahmens sollen vor allem kulturwissenschaftliche Forschungen die Bibliothek als Heterotopie in den Blick genommen werden.

Die Website zur Veranstaltung ist via http://www.libreas-verein.eu/l10 zu erreichen, wo unter anderem auch das vorläufige Programm zu finden ist:

09:30-10:00 Corinna Haas, Berlin: „Führung durch die ICI-Bibliothek“
10.00-10.30 [Ankommen]
10.30-10.45 Begrüßung
10.45-11.30 Karin Aleksander, Berlin: Eröffnungsvortrag: „Ist eine transdiszipläre Bibliothek möglich? Oder: Wie der Genderaspekt Idee und Ideal der Bibliothek herausfordert“
11.35-12.15 Ute Engelkenmeier, Dortmund: „Das Bild der Bibliothek und Bibliothekar/innen im TV-Genre ‚Comedy und Komödie'“
12.30-13.30 [Pause]
13.30-14.15 Olaf Eigenbrodt, Hamburg: „Idee und Raum der Bibliothek“
14.15-15.00 Frank Hartmann, Weimar (u. V.): TBA
15.00-15.30 [Pause]
15.30-16.15 Kirsten Wagner, Bielefeld: „Die architektonische Idee der modernen Bibliothek“
16.15-17.00 Hans-Christoph Hobohm, Potsdam: „Bibliothek vom Ort zum Akteur. Kann die Bibliothek als Heterotopie (nach Foucault) auch Akteur im Sinne der Akteur-Netzwerk-Theorie Latours sein?“

Anschließend folgt der Social Event im Clärchens Ballhaus [http://www.ballhaus.de/].

Ist Ihr Interesse geweckt? Seien Sie herzlich eingeladen dabei zu sein. Noch sind Plätze verfügbar. So lange es noch Kapazitäten gibt, geht es hier zur Anmeldung: http://www.libreas-verein.eu/l10j/l10j-anmeldung/

Die Teilnahme ist kostenfrei, Spenden für den LIBREAS. Verein werden aber natürlich mit offenen Armen entgegen genommen. Auch neue Vereinsmitglieder sind sehr sehr gerne gesehen: http://www.libreas-verein.eu/mitgliedschaftsantrag/%5Bhttp://www.libreas-verein.eu/mitgliedschaftsantrag/]

Viele Grüße im Namen der Journal-Redaktion und des Vereins

Matti Stöhr

Auf Open Access gewettet und gewonnen: InetBib-Wettspiel zu Ende

Posted in LIBREAS.Verein by libreas on 5. Februar 2015

Nach über 18 Monaten des Wartens auf die Ergebnisse des InetBib-Wettspiels zu Open Access und Open Science, das im Rahmen der 12. InetBib-Tagung in Berlin durchgeführt wurde, heißt es nun „All in!“, die Zukunft ist jetzt. Die Pokerspieler wetteten auf das Eintreten verschiedener Ereignisse in der Zukunft und prognostizierten die Entwicklung von Open Access und Open Science. Nun, zurück in der Zukunft, müssen wir zwar noch auf die Erfindung des Hoverboards warten; die Ergebnisse der Wetten sowie der Name der glücklichen Gewinnerinnen wurden jedoch schon von einer unabhängigen ExpertInnen-Jury freigegeben:

  • 30 deutsche Institutionen haben einen DFG-geförderten Open Access-Publikationsfonds. Ergebnis: Positiv. Bereits zur Halbzeit (nach 12 Monaten) hatten 32 Institutionen einen Publikationsfond.
  • Zwei Journals, die nach dem Episciences-Modell von Timothy Gowers arbeiten, haben jeweils mehrere Artikel zu verzeichnen. Ergebnis: Negativ. Es gibt zwar einige Ankündigungen (vgl. http://www.episciences.org/page/epiiam und https://www.openlibhums.org/2014/04/07/olh-overlay-journals/ – sowie ergänzend http://dx.doi.org/10.3233/978-1-61499-409-1-78 und http://scienceblogs.de/mathlog/2014/08/20/die-zukunft-des-mathematischen-publizierens-episciences/), aber immer noch kein arbeitendes Overlay-Journal.
  • Zwanzig Journals, die in Web of Science oder Scopus indexiert sind, oder deren Verlag Mitglied der OASPA ist, verlangen von ihren Autoren verbindlich, zusammen mit jedem veröffentlichten Artikel alle dazugehörigen Forschungsdaten (unter einer CC- oder Open-Data-Lizenz) frei zugänglich zu machen. Ergebnis: Positiv. Bereits zur Halbzeit erfüllte sich die Prognose.
  • Es werden 50 Open Access-Repositorien das DINI-Zertifikat besitzen. Ergebnis: Negativ (ganz knapp). Im September 2014 besaßen nur nur 49 Repositorien ein DINI-Zertifikat (Nachweis: DINI-Liste.) Zu bedenken ist natürlich, dass es die ersten Repositorien in Deutschland bereits lange vor der Einführung des Zertifikats gab – und dass glücklicherweise viele Repositorien derzeit „Schlange stehen“, um das Zertifikat in seiner neuesten 2013er-Version zu erhalten.
  • 40% der Träger-Institutionen deutscher Open Access-Repositorien der dann aktuellen DINI-Listehaben die Berlin Declaration on Open Access Ergebnis: Negativ. Dies trifft nur auf 26% der Repositorien-Betreiber zu (Nachweis: http://oa.mpg.de/lang/en-uk/berlin-prozess/signatoren/).
  • 50% der Services, die im Rahmen der DFG-Förderung für virtuelle Forschungsumgebungen entstehen bzw. entstanden, werden nicht auf lokaler Infrastruktur (weiter-)entwickelt, sondern cloudbasiert nach den Prinzipien service-orientierter Infrastruktur (SOA) zur Nachnutzung und Weiterentwicklung bereitgestellt bzw. über Github angeboten. Ergebnis: Negativ. Eine Recherche in GEPRIS mit dem Suchbegriff Virtuelle Forschungsumgebungen erzielte 21 Treffer; eine Durchsicht dieser Ergebnisse (Selbstbeschreibung in der Datenbank sowie Informationen auf der Website des jeweiligen Angebots) erzielte keine positiven Ergebnisse (Cloudnutzung).
  • Wikidata löst die Beziehungsrelationen der Gemeinsamen Normdatei (GND) ab. Ergebnis: Negativ. Siehe DNB.
  • Unter den großen Universitäten (den 400 Universitäten in den jeweils aktuellsten Times Higher Education (THE) World University Rankings) verwenden mindestens bei 20 Berufungsverfahren oder in der internen Mittelvergabe explizit auch Benutzungs-Metriken, Altmetrics oder Metriken wie WikiTrust zur Messung individueller Beiträge zu kollaborativ erstellten wissenschaftlichen Objekten. Ergebnis: Negativ. Vgl. Stand zur Halbzeit.
  • Elsevier wird aufgrund von Boykott-Aufrufen die Preise für die Mathematik-Zeitschriften nicht erhöht haben. Ergebnis: Positiv. Bereits zur Halbzeit erfüllte sich diese Prognose.
  • Der Deutsche Bundestag verabschiedet ein gesetzliches Zweitveröffentlichungsrecht. Ergebnis: Bereits zur Halbzeit positiv. Siehe Bundestag.
  • 50% der österreichischen Universitäten haben ein Open-Access-Repositorium. Ergebnis: Negativ. Es wurden 9 Repositorien in Eigenrecherche gefunden. Somit haben nur 38% der österreichischen Universitäten ein Open-Access-Repositorium.

Wir möchten uns bei dieser Gelegenheit auch noch herzlich bei der Jury bedanken, die bis zum Schluß geduldig mitgespielt, ääääh, begutachtet hat! Kein Gewinnspiel ohne JurorInnen. Das waren: Petra Hätscher (UB Konstanz), Peter Schirmbacher (IBI und CMS der HU Berlin), Uwe Rosemann (TIB Hannover) sowie Michael Schaarwächter (UB Dortmund, Gründer von InetBib).

Open-Access-Geschenk

The winner takes it all: Sabine Liess von der Verbundzentrale des GBV in Göttingen erwies sich als die absolute Open-Access-Expertin und gewinnt das InetBib-Wettspiel! Zugleich wird die Gewinnerin der Zwischenrunde Michaela Voigt (UB der TU Berlin) geehrt. Beide Gewinnerinnen erhalten einen Preis, der vom LIBREAS. Verein gestiftet wird – wir gratulieren sehr herzlich!

(Lambert Heller, Maxi Kindling, Paul Vierkant)

frei14 : Zum Bibliothekartag mit LIBREAS an den Strand

Posted in LIBREAS aktuell, LIBREAS.Verein by libreas on 18. Mai 2014

Die LIBREAS-Redaktion kommt viel rum und gelegentlich auch mal zusammen; diesmal in Bremen!

Zum diesjährigen Bibliothekartag verbringen wir einen Abend am Strand und freuen uns auf entspannte Fachdiskurse, streberhafte Netzwerkbildung und launige Feierabendgespräche  mit unseren Leserinnen und Lesern, Autorinnen und Autoren sowie Vereinsmitgliedern unter dem Motto:

frei<strand>14

am Mittwoch, den 4. Juni, ab 18Uhr am Weserstrand am Cafe Sand.

Ob gechillt das eigene Bier leeren oder einen Snack vom Kiosk genießen, wir freuen uns, Euch zum ersten bibliothekarischen Feier-Rumhäng-Mob begrüßen zu dürfen!

Am einzigen Sandstrand Bremens kann man auch baden. Die Sielwallfähre legt vom Osterdeich ab und auch zu Fuß lässt sich der Strand einfach erreichen. Gören toben mit ihren Eltern in der nahegelegenen Kinderwildnis!

 

 

Raum_SHIFT Informationswissenschaft 2013: Rückschau auf die dritte frei<tag>-Unkonferenz

Posted in LIBREAS aktuell, LIBREAS Veranstaltungen, LIBREAS.Verein by Ben on 23. März 2013

Das 13th International Symposium of Information Science (ISI 2013) wird möglicherweise als die am wenigsten betwitterte Konferenz (#isi2013) des Jahres in der Statistik unter der Rubrik Sonstiges auftauchen. Und auch der an dieses Mutterschiff des Fachdiskurses angedockte Unkonferenz raum:shift information science (#frei13) litt ein wenig unter der nur schwankenden bis vollständig abgetauchten konferenzbegleitenden W-LAN-Verbindung. Dass ein lokaler Mitarbeiter der Fachhochschule Potsdam auf Nachfrage schulterzuckend entgegnete, was man denn wolle, so sei das nun mal in Institutionen mit geschlossenem Netz, tropfte etwas Wermut in die ansonsten doch sehr gelöste Stimmung dieses Freitags. Jemand anderes meinte zweckoptimistisch, dass es doch ganz gut sein, wenn sich die TeilnehmerInnen auf die Gespräche und nicht auf das Begleitrauschen im WWW konzentrierten.

Nachdem wir uns von dem Gedanken verabschiedet hatten, die Unkonferenz in einer Art Livecasting möglichst umfassend digital zu begleiten, erwies sich das als womöglich sogar günstigere Konstellation. (Dennoch hätte man selbstverständlich gern die Wahl.) Einzig die Nachbereitung ist nun für uns ein bisschen aufwändiger, da nur die schnellen Handmitschriften und die verteilten Gedächtnisse bleiben.

Die vier Sitzungen

1. Theoriebildung in der Informationswissenschaft sowie – anschließend an die Abschlussdiskussion der ISI – Informationswissenschaft im Abschwung,

2. Computer jenseits der Papiermetaphern – wie kann digitale Kommunikationstechnologie nach dem Abschied vom Ordnerverfahren aussehen,

3. vom Sinn und Unsinn der Innovation – was bewirken Begriff und Idee des Neugeschöpften in der Entwicklung der Bibliotheken,

4. die ideale Konferenz – wie kann ein zeitgemäßer Fachaustausch noch organisiert

brachten abgesehen vom handlichen vierten Thema mit den zahlreichen Ideen, mit denen man das Prinzip von Konferenzen wie der ISI in der Tat ein bisschen schärfer und kommunikativer aufbügeln könnte, hauptsächlich Dialog und Verständigung.Beides vollzog sich angenehm inkludierend, denn sachgemäß sind bei einer Unkonferenz alle Stimmen und Positionen gleich.

Bei der Üppigkeit des ersten Themas schienen sie sogar gleich klein und dass Studierende des Faches nach der Sitzung äußerten, sie würden verwirrter denn je auf ihre disziplinäre Heimat blicken, bestätigt leider, dass die Informationswissenschaft nicht als Denkkollektiv mit festen Bezugspunkten (bzw. einem verbindenden Mindset) existiert, sondern weitgehend als Omnibusbegriff, fast beliebig einparkbar zwischen Ausdrücken wie Bibliothekswissenschaft, Informationswissenschaften, Bibliotheks- und Informationswissenschaft oder auch Library and Information Science. Dass sich die Deutsche Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis (DGI) die Informationswissenschaft womöglich demnächst zugunsten einer Formulierung, die irgendetwas mit „Wissen“ enthält, aus dem Namen streichen möchte, ist sicher auch kein sonderlich stärkendes Signal. In einer Welt, in der man auch einen Master in Domotronik ablegen kann, besteht aber eigentlich kein Grund, die Informationswissenschaft elementar zu hinterfragen. Eher umgedreht würde ein Schuh daraus, mit dem man in Richtung neuer Relevanz marschieren könnte: durch eine aktive Auseinandersetzung mit eben dem Mindset, zusammensteckbar aus Gegenstand, Methoden und Modellen. Es muss nicht einmal unbedingt Konsens das Ziel sein. Ein gesunder und von gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Wahrnehmung geprägter Dissens würde vorerst für die deutsche Informationswissenschaft schon einen guten Schritt darstellen. Vielleicht ist das Fach (bzw. sind seine VertreterInnen) an dieser Stelle auch einen Tick zu wenig offensiv und selbstbewusst, was eventuell auch erklärte, weshalb man sich von Nachfragen, externen Vorwürfen und generellen Unsicherheiten so furchtbar schnell bedroht zu fühlen scheint. Dabei ist Unsicherheit eigentlich erst das Movens um Wissenschaft zu betreiben.

Wie bereits auf der Sitzung geäußert, sei diesem irritierten (wissenschaftlichen) Nachwuchs als Quintessenz der Aufruf zur Eigenverantwortung und zum aktiven Eingreifen auf den Weg gegeben. Die Informationswissenschaft ist, man spürt es auf Veranstaltungen wie dieser in Potsdam besonders intensiv, ein soziales Gebilde und gerade seine ungenügende übergreifende Stabilität sollte Anlass genug sein, selbst Formen der Gestaltung zu suchen und /oder die etablierten VertreterInnen des Fachs, die sich das Label Informationswissenschaft anheften, mit diesem Label ernst zu nehmen, und einen entsprechenden Zukunftsdialog einzufordern. Bedroht sind ja weniger die Karrieren der derzeitigen Großkopfeten des Faches, sondern die derer, die derzeit grundständig überlegen müssen, ob ihnen die Informationswissenschaft überhaupt eine Perspektive bieten kann.

Der papierlose Computer ist eine Form der digitalen Datenverarbeitung bzw. der digital vermittelten Kommunikation, die sich von all den Metaphern, die uns in den Verzeichnisstrukturen und Word-PDF-u.ä.-Dateien begegnen, befreit. Die Gutenberg-Galaxis wirft aktuell mit diesen Simulakren des Papierfasernen ihre Schatten in einen Organisationsraum für Inhalte und Aussagen, in dem dies wenigstens strukturell überflüssig bis anachronistisch wirkt. Eigentlich steht aber nichts Geringeres als die Auflösung des Dokuments an. Paperless Computing setzt auf tag-basierte Strukturen und Relationen, die sich im stetigen Fluss befinden und in Applikationen wie der Google-Brille, elektronischem Geld und selbstorganisierenden Kühlschränken (a) einerseits unmittelbar an der Schnittstelle zwischen Real- und Digitalwelt als direkte Naht wirken und (b) andererseits viel stärker auf konkrete Prozesse als auf die Erzeugung bleibender Dokumente ausgerichtet sind.

Innovation ist ein Schlagwort und manchmal sogar ein Totschlagwort, das seit einer Weile nicht ganz selten aus strategischen Gründen eingesetzt werden dürfte. Eine interessante Frage ist, zu welchem Zeitpunkt der Umschlag von sehr auf Beständigkeit setzenden bibliothekskulturellen Diskursen hin zu bisweilen wie aufgescheucht wirkenden innovationssüchtigen Transformationsbestrebungen erfolgte. Der Ausdruck „Innovation“ ist im deutschen Sprachschatz erst seit etwa 1960er Jahren zu finden (vgl. diese N-Gram-Analyse). Im Bibliothekswesen schlug er mutmaßlich erst später ein. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass dort die Idee der Innovation, also der Erneuerung und Überarbeitung bestimmter Bereiche in den Bibliotheken, nicht bereits vorher existierte. Daher sind die Verwendung des Ausdrucks „Innovation“ und die Fixierung auf die Idee der „Neuheit“ in der Annäherung an das Problem zu unterscheiden.

Karsten Schuldts Anstoß in diesem Weblog und auf der Unkonferenz eröffnet naheliegend zunächst eine diskurskritische Auseinandersetzung. Darüber hinaus entstehen organisationssoziologische Fragen (Wie ist das Konzept der Innovation in der Organisationskultur verankert? Wie sollte es verankert sein?), Fragen der Innovationsfolgenabschätzung (Was geht bei einem Automatisierungsschritt oder einem Auslagern von Aufgaben verloren?) , Fragen der Benutzungsforschung (Welche Innovationen wollen die NutzerInnen? Welche nicht?) sowie übergeordnet die Frage, inwieweit Innovation als Konzept im Bibliothekswesen zureichend reflektiert ist und wo das Wort möglicherweise nur blind bis opportunistisch verwendet wird, um Aktualität vorzuspiegeln und dem Zeitgeist Genüge zu tun. Dass die Rolle der Instanz, die Innovationskritik übt (im Sinne einer differenzierenden Analyse von Innovationen, der Idee und der Verwendung des Begriffs), weniger den von erfolgreichen Projektanträgen Abhängigen zukommt und mehr einer möglichst unabhängigen Bibliotheks- und Informationswissenschaft, scheint unvermeidlich. Dass die Disziplin dieser nachkommt bzw. sich dieser überhaupt annimmt, ist dagegen bisher nur sehr selten erkennbar.

Erfreulicherweise erfüllte das Konzept der Unkonferenz frei<tag> in gewisser Weile bereits einige der Empfehlungen, die die Sitzung zur „idealen Konferenz“ formulierte. Pecha-Kucha-Präsentationen als schwungvoll-sanfter Druck zur Dynamik in Präsentationen vermögen vielleicht zusätzlich Frische ins Format zu bringen. Netzvermittelte Begleitformen wie direktes Feedback über Twitter scheinen in richtiger Dosierung sehr wünschenswert zu sein, setzen aber ein leicht zugängliches und stabiles W-LAN voraus. Die altbekannte Einsicht, dass das wirklich Interessante an solchen Veranstaltungen in den Zwischenräumen, also den Pausengesprächen, den Nachdiskussionen beim Mittagessen und der Ideensammlung bei der Zigarette (das gibt es nach wie vor) oder dem Tee entsteht, drückt sich in dem Wunsch nach mehr Freiräumen für spontane soziale Interaktion aus. Die „ideale Konferenz“ ist demnach eine, bei der Kommunikations- und Interaktionsformen sehr vielfältig sind und Workshops, Keynotes und Poster genauso umfassen, wie Gesprächsecken und Web-Streams. Sehr nachvollziehbar ist der Anspruch, dass die Vorträge in erster Linie das Publikum in seiner gesamten Bandbreite interessieren sollten und nicht hauptsächlich das sicher wohlmeinende Programmkomittee. Deshalb könnte wenigstens ein Teil der Einreichungen in einem Open Review-Verfahren abgestimmt werden. Dass warme Jahreszeiten bevorzugt und Schnee im März abgelehnt werden, überrascht kaum, lässt sich praktisch jedoch nur sehr bedingt berücksichtigen.

Wir von LIBREAS halten für uns fest, dass das Prinzip der Unkonferenz funktioniert und sich vielleicht sogar besonders dazu eignet, den sich auf Veranstaltungen wie des ISI zwangsläufig anstauenden Bedarf nach vertiefender Kommunikation in produktive Kanäle zu leiten. Der Wunsch nach einer nächsten frei<tag>-Konferenz war deutlich vernehmbar und gerade als Verein mit dem Ziel der Förderung der bibliotheks- und informationswissenschaftlichen Kommunikation sehen wir uns hier in der Verantwortung. Wann und wie genau wir dieser Rechnung tragen, werden wir in den kommenden Wochen beraten und wie immer zeitnah in diesem Weblog kommunizieren.

Für dieses Mal danken wir sehr herzlich allen TeilnehmerInnen an der Unkonferenz frei<tag> 2013 und freuen uns über die wiederholte Erkenntnis, dass man allein per Kommunikation das Ziel eines raum:shift der Informationswissenschaft, also einer aktivierenden Bewegung in einem dem Rahmen angemessenen Umfang erreichen kann.

Wir danken zudem dem Organisationsteam der ISI 2013 für die Möglichkeit, uns derart unkompliziert in den Fluss des Symposiums integrieren zu können.

frei-tag 2013 Session Informationswissenschaft

Als Tafel- und Wandbild: Die Dokumentation der frei-tag 2013 Session Informationswissenschaft.

Ben Kaden (@bkaden) /  23.03.2013

Einladung zur Vereinssitzung, 01.12.2012, Berlin

Posted in LIBREAS.Verein by Karsten Schuldt on 6. November 2012

Der LIBREAS. Verein lädt mit folgender Nachricht alle Mitglieder zur Vereinssitzung am 01.12.2012 in Berlin ein. Offen ist das Treffen für alle, die bis zu diesem Tag Mitglied des Vereins sind.

Liebe Vereinsmitglieder,

das Jahr 2012 geht so langsam dem Ende entgegen. Man schaut bereits dann und wann auf dieses zurück und schmiedet Pläne für das kommende 2013. So hat der LIBREAS. Verein und seine Mitglieder (also wir) im laufenden Jahr an Fahrt aufgenommen und sieht einem produktiven nächsten Jahr entgegen.

Um gemeinsam zurückzublicken und vor allem – die (nahe) Zukunft planend – nach vorne zu schauen, sind Sie bzw. seid Ihr ganz herzlich zum erstmals stattfindenden Jahresabschlusstreffen des LIBREAS. Vereins eingeladen. Es findet am Samstag dem 1. Dezember um 15 Uhr im Raum 123 (erster Stock rechts) des Instituts für Bibliotheks- und Informationswissenschaft (IBI) in der Berliner Dorotheenstr. 26 statt. Im Anschluss des „offiziellen“ Teils soll bzw. wird es ein gemeinsames Abendessen geben. (Wo genau wird noch nicht verraten…)

Bitte geben Sie / gebt möglichst bis drei Tage vor dem Treffen Bescheid ob ein Kommen möglich ist oder nicht. (Dies dient insbes. der Tischreservierung.)

Bis ganz bald als und viele Grüße im Namen des Vorstands

Matti (Stöhr)

PS: Endlich geschafft – die aktive Nutzung der Vereinswebsite http://www.libreas-verein.eu, insbes. der Foren, ist mittlerweile durch Login mit div. Social Network-Accounts möglich.

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frei<tag> und Libreas Summer School 2012. Eindrücke

Posted in Hinweise, LIBREAS aktuell, LIBREAS Veranstaltungen, LIBREAS.Verein by libreas on 24. August 2012

Eine kurze Weiterleitung: Auf der Homepage des LIBREAS. Vereins findet sich ein Bericht über die frei<tag> und die LIBREAS Summer School 2012: hier.

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It’s the frei<tag> 2012 Countdown (2): Vereinsmitglied werden

Posted in LIBREAS.Verein, Uncategorized by Karsten Schuldt on 15. August 2012

Im Anschluss an die Summer School findet am 18.08. in Berlin die erste Jahressitzung des LIBREAS. Verein statt. Der Ort ist der gleiche wie die Summer School, eingeladen sind alle Mitglieder.

Und das ist das Stichwort. Als wir vor einem Jahr bekanntgaben, dass wir den LIBREAS. Verein zur Förderung der bibliotheks- und informationswissenschaftlichen Kommunikation gegründet hätten, hatten wir ehrlich gesagt etwas unterschätzt, wie arbeitsreich das Vereinsgründen in Deutschland so sein kann. Deshalb ging dies alles nur sehr langsam voran. Untergegangen ist dabei vielleicht, dass der Verein nun schon seit einiger Zeit eine eigene Homepage besitzt (http://www.libreas-verein.eu/) und das es möglich ist, ihm als Mitglied beizutreten. Die Mitgliedsbeiträge betragen 12 Euro pro Jahr für Einzelpersonen, 24 Euro pro Jahr für institutionelle Mitglieder und 48 Euro pro Jahr für Fördermitglieder. Mit dieser Mitgliedschaft kann man nicht nur direkten Einfluss auf die Arbeit des Vereins nehmen, sondern unterstützt, wie im Vereinsnamen angegeben, die Kommunikation im Feld der (erst einmal deutschsprachigen) Bibliotheks- und Informationswissenschaft. [Selbstverständlich kann man das auch mit Spenden an den Verein tun, wir sind ein e.V.]

Now that we found love, what are we gonna do with these?

Es ist nicht unser Ziel, mit dem Verein Geld zu verdienen oder in Konkurrenz zu anderen Organisationen und Vereinigungen im bibliothekarischen und bibliotheks- und informationswissenschaftlichen Feld zu treten. Vielmehr wollen wir einen Teil zum grossen Ganzen beitragen. Aber wir würden uns selbstverständlich über jedes Mitglied freuen, da dies auch bedeutet, gemeinsam grössere Sprünge, als „nur“ die LIBREAS und die Unkonferenz zu machen.

Vereinsmitglied kann man über die Homepage werden (http://www.libreas-verein.eu/mitgliedschaftsantrag/), aber man kann uns selbstverständlich auch direkt fragen, zum Beispiel am 17.08. in Potsdam und am 18.08. in Berlin.