LIBREAS.Library Ideas

CfP #37: Forschung und Öffentliche Bibliothek

Posted in LIBREAS Call for Papers by Karsten Schuldt on 6. November 2019

Öffentliche Bibliotheken sind quicklebendig und in der Öffentlichkeit sehr präsent: über ihre hohe Nutzung, Neubauten, Förderprogramme, Selbstdarstellungen und sogar in Koalitionsverträgen. Berechtigt fordern BibliothekarInnen, dass auch Lehre und Forschung in Universität und Fachhochschulen Themen stärker berücksichtigen, die für Öffentliche Bibliotheken relevant sind. Wobei bei genauerer Betrachtung auffällt: Von einem Mehr an Forschung spricht man bisher weniger. 

Diese Ausgabe von LIBREAS. Library Ideas möchte ihren Anteil leisten, an dieser Stelle für mehr Sichtbarkeit zu sorgen. Dass der Anstoß dazu aus der Bibliotheks- und Informationswissenschaft, also der Domäne der Forschung, kommt, ist Teil des Themas. Wir wollen wissen, woran es liegt, dass Forschung und Praxis so wenig zueinanderfinden. Oder finden sie doch öfter zusammen, als wir es wahrnehmen? Dann wollen wir ergründen, wie, durch wen, wo und warum offenbar so unauffällig.

Wir wollen das Thema über zwei Fragestellungen reflektieren:

  • Erstens über die Frage, wo, durch wen, wie und worüber Forschung für Öffentliche Bibliotheken stattfindet oder stattfinden soll?

  • Zweitens über die Frage, ob und wie Bibliotheken, also die Praxis, Forschungsergebnisse nutzen (können)?

Wir denken, dass ein erfolgreicher Austausch zwischen Bibliothekswissenschaft und Bibliothekspraxis allen Seiten hilft, relevanter, effektiver, stabiler zu werden. Das kann nur gelingen, wenn darüber offensiv und im offenen Dialog geredet und nachgedacht wird. 

In diesem Sinne suchen wir Beiträge für die Libreas Ausgabe #37, die Forschung für, zu, mit und über Fragestellungen aus den Öffentlichen Bibliotheken behandeln:

  1.   Beiträge zu einem aktuellen Forschungsprogramm für und zu Öffentliche(n) Bibliotheken:
    • Beiträge zu Forschungsprojekten, die beispielhaft neue Richtungen – inhaltlich oder methodisch – der Forschung für Öffentliche Bibliotheken demonstrieren (ÖB als Gegenstand empirischer oder sonstiger Forschung)
    • Beiträge, die die Öffentliche Bibliothek an übergeordnete sozial-, bildungs-, kultur- medien- oder kommunikationswissenschaftliche Theorien anbinden, oder die Bibliotheks-Phänomene mit diesen Theorien erklären (Öffentliche Bibliotheken als Gegenstand von Theoriebildung und Modellierung)
    • Beiträge zur Frage ob und wie sich heute Forschung für Öffentliche Bibliotheken noch von Forschung zu anderen Bibliothekstypen oder Informationsverhalten abgrenzen lässt
    • Beiträge zur Forschung über Bibliotheken sowie bibliotheksrelevante Forschung anderer Disziplinen als der Bibliothekswissenschaft (zum Beispiel in der Leseforschung)
    • Beiträge, die thematisieren, ob und wenn ja wie Bibliotheken selber forschend vorgehen oder vorgehen können.

 

  1.   Beiträge, die das Verhältnis von Öffentlicher Bibliothek und Forschung untersuchen, z. B.
    • Beiträge, die das Verhältnis des Berufsstands in Öffentlichen Bibliotheken zur Wissenschaft, und umgekehrt das Verhältnis der Bibliotheks- und InformationswissenschaftlerInnen zur Öffentlichen Bibliothek systematisch untersuchen. (Professionssoziologie der Öffentlichen Bibliothek und Wissenschaftssoziologie der Bibliotheks- und Informationswissenschaft)
    • Beiträge, die die real existierende Wissenschaft von der Öffentlichen Bibliothek in Deutschland in den Blick nehmen: Wie sieht die Forschung zu ÖBs heute aus, von der Bachelorarbeit über Forschungsprojekte aus der Berufspraxis bis zur Dissertation? Welche Schwerpunkte zeichnen sich ab, was fehlt?
    • Beiträge zum Thema „Was ist eigentlich Forschung und wo findet sie statt?“ oder: „Können MitarbeiterInnen an kleinen und mittleren ÖBs selbst forschen?” Hier bietet sich an, auch im DACH-Raum die Evidence Based Library and Information Practice zu thematisieren und zu überprüfen, ob diese einen Ansatz bieten kann.

 

Formalia

Für die Ausgabe #37 der LIBREAS. Library Ideas suchen wir Beiträge, die sich mit dem Themenbereich “Forschung für Öffentliche Bibliotheken” befassen – aus der bibliothekarischen Praxis und aus der Forschungspraxis. Innerhalb dessen sind die Formen, wie immer, offen: Berichte, Reflexionen, Utopien, Forderungslisten, Interviews und so weiter sind alle willkommen. 

Die Redaktion steht gerne für Themenvorschläge und Diskussionen über mögliche Beiträge zur Verfügung. 

Deadline für die Einreichungen ist der 01.03.2020.

 

Ihre / eure Redaktion LIBREAS. Library Ideas

(Berlin, Chur, Dresden, Hannover, München)

5 Fragen zur Nachhaltigkeit von Forschungsinfrastrukturen

Posted in LIBREAS aktuell, LIBREAS Call for Papers by Ben on 10. Juli 2019

Die Ausgabe #36 LIBREAS. Library Ideas wird den Schwerpunkt „Nachhaltigkeit von Forschungsinfrastruktur” haben. Für diese Ausgabe suchen wir Beiträge, die ergründen, wie Infrastrukturen für die Forschung so geschaffen, unterhalten und weiterentwickelt werden können, dass sie auch wirklich nachhalten – sie also über einen längeren Zeitraum, unter sich ändernden Bedingungen, Zuständigkeiten oder für sie verantwortliche Personen, für Forschung beziehungsweise von Forscher*innen nutzbar sind.

Wie üblich suchen wir sowohl Berichte aus der Praxis als auch theoretische Auseinandersetzungen verschiedener Form (Essays, Arbeitsberichte, Abschlussarbeiten usw.). Einen Überblick zu geplanten Ausgabe gibt der Call for Papers im LIBREAS-Blog.

Symbolbild Infrastruktur (Straßenszene Burgstraße, Berlin-Mitte, 2019)

Symbolbild Infrastruktur:  Leitungen, Wasserversorgung, das Berliner Straßenpflaster und weitere übliche Zubehörelemente der mobilen und dauerhaften städtischen Raumorganisation – ein Straßenbild in der Burgstraße, Berlin-Mitte, 2019 (Foto: Ben Kaden / Flickr, CC BY 2.0)


Ergänzend möchten wir wieder fünf Fragen stellen und damit kurze Einblicke zusammentragen. (ähnlich zur Rubrik in der Ausgabe #33 Ortstermin). Dafür wünschen wir uns von möglichst vielen Betreiber*innen, Entwickler*innen und Mitarbeiter*innen von Forschungsinfrastrukturen Antworten auf die folgenden fünf Fragen. 

  • An welcher Einrichtung sind Sie tätig und welche Art von Forschungsinfrastruktur wird an ihr betrieben bzw. genutzt? (Mehrfachnennungen möglich)
  • Wie ist das Finanzierungsmodell für diese Forschungsinfrastruktur(en) gestaltet?
  • Welche Rolle spielt Kollaboration mit anderen Einrichtungen für Betrieb und Weiterentwicklung der Forschungsinfrastruktur(en)?
  • Welche Rolle spielen freie Lizenzen und andere Kriterien offener Wissenschaft in diesem Zusammenhang?
  • Ist die Forschungsinfrastruktur aus Ihrer Sicht nachhaltig? Warum (nicht)? Falls nicht: Was fehlt, um den nachhaltigen Betrieb abzusichern?

Bildmaterial ist ebenfalls willkommen; es sollte sich allerdings um eigene oder frei lizenzierte Bilder handeln, die eine Nachnutzung bei LIBREAS nach der bei uns üblichen Standardlizenz auch ermöglichen. 

Wir freuen uns über Antworten an redaktion@libreas.eu bis zum 15.10.2019. Die Beiträge werden gesammelt in der Ausgabe 36 erscheinen und damit – so die Hoffnung – einen Überblick über eine Vielfalt von Projekten und Initiativen sowie Herausforderungen und Lösungen aus der Praxis geben.

(red)

CfP LIBREAS. Library Ideas #36: Nachhaltigkeit von Forschungsinfrastruktur

Posted in LIBREAS Call for Papers by libreas on 23. April 2019

Der Term Nachhaltigkeit wird vor allem mit Umwelt, Ökologie, Klimaschutz oder wirtschaftlichen Aspekten in Verbindung gebracht. Zu Recht, liegt doch ein Ursprung des Begriffes im Landbau: Böden sollen möglichst so bewirtschaftet werden, dass der Ertrag auf Dauer stabil bleibt. Mittlerweile hat seine Verwendung längst das eine Feld verlassen und zahlreiche andere erobert. Der Begriff ist inzwischen Trend, man könnte sagen, er habe sich zum Buzzword gewandelt. Er durchlief eine Art konzeptionelle Ausweitung auf einen ökonomischen Grundanspruch, der sich auf jede Struktur beziehen lässt: Diese soll so gestaltet werden, dass sie auf Dauer stabil funktioniert. Wie beim Boden geht es dabei nicht nur um die Struktur selbst, sondern auch um die Rahmenbedingungen, die diese Dauerhaftigkeit sichern.

Auch Forschungsinfrastrukturen sind solche Strukturen und stehen vor der Frage: Sind sie auch nachhaltig? Um das abzusichern, brauche es einen dauerhaften Zufluss an Ressourcen – Betriebsmittel, Personal und Personalmittel, Kompetenz – und eine dauerhafte Nachfrage. Denn erst die Nutzung einer Struktur legitimiert ihren Betrieb und macht den Ertrag bestimmbar. Was klar und berechenbar klingt, erweist sich oft als neblig und schwer zu bestimmen. Alle, die sich in dem Bereich bewegen, müssen es dennoch versuchen. Grund genug, das Thema für die LIBREAS Nummer 36 aufzugreifen. Die im November 2018 an der TU Berlin abgehaltene Konferenz “Bits und Bäume – Die Konferenz für Digitalisierung und Nachhaltigkeit”[1] liefert per Titel einen weiteren Beleg, dass Digitalisierung und Umweltaspekte zusammen gedacht werden können und sollten. Im Juni wird mit deRSE19 die erste “Konferenz für ForschungssoftwareentwicklerInnen in Deutschland” in Potsdam stattfinden[2]; auch hier wird die Frage der Nachhaltigkeit eine Rolle spielen[3].

Uns geht es bei der Annäherung an den Begriff darum zu ergründen, wie Infrastrukturen für die Forschung so erschaffen, unterhalten und weiterentwickelt werden, dass sie auch wirklich nachhalten – dass sie über einen längeren Zeitraum, auch unter sich ändernden Bedingungen, Zuständigkeiten oder für sie verantwortliche Personen, für Forschung beziehungsweise von Forscher*innen nutzbar sind. Dabei ist “Forschungsinfrastruktur” durchaus weit zu fassen:

  • Anwendungen für die Veröffentlichung beziehungsweise Präsentation von Forschungsergebnissen (Publikationsplattformen wie Repositorien, Zeitschriftenserver)
  • Portale/Services für die (kollaborative) Arbeit an Forschungsobjekten (Annotationsplattformen, Digitale Sammlungen)
  • Dienste zur Unterstützung von Kommunikation oder Prozessen in Forschungsprojekten, (Systeme zur Versionskontrolle, Chat, Cloud-Speicherdienste, Videokonferenzsysteme, Ticketsysteme)
  • Software, die im Rahmen von Projekten entwickelt wird, um Forschungsfragen nachzugehen
  • Wissenschaftliche Bibliotheken und ihre Dienstleistungen an sich
  • Organisations- und Betreuungsstrukturen sowie Strukturen, Workflows, Kompetenzen und Personen zur Weiterentwicklung des vorangehend Benannten

Bei der Beantragung von Drittmitteln muss in der Regel angegeben werden, was mit den Daten im Anschluss passiert. Bei Infrastrukturprojekten wird ein Konzept zur Verstetigung erwartet. Öffentliche Einrichtungen sind aufgefordert Nachhaltigkeitskonzepte vorzulegen. Mitnichten entstehen alle Neuentwicklungen im Projektkontext – manches beginnt auf Initiative einer einzelnen Person[4] oder Einrichtung und wird dann, hoffentlich, in eine nachhaltig betreibbare Struktur überführt.

Um einen Service oder eine Infrastruktur nachhaltig zu betreiben, sind verschiedene Aspekte in den Blick zu nehmen:

Finanzierung: Was kostet es, eine Forschungsinfrastruktur zu entwickeln und nachhaltig zu betreiben? Wie stellt man Kostentransparenz her? Wo findet man Orientierungswerte? Was sind geeignete Geschäftsmodelle, insbesondere bei Community-getriebenen Diensten? Wie kann die Entwicklung vom Projektstadium hin zu einem nachhaltigen Betrieb gelingen, insbesondere bei drittmittelgestützten Projekten? Welche Bedeutung haben Förderstrukturen, die vor allem auf Initialförderung für innovative Ansätze setzen, für die Verstetigung von Projekten, für die Personalentwicklung und für die Gestaltung von Abläufen und Aufgaben in einzelnen Einrichtungen (Stichwort “Projektitis”)? Gefordert wird all dies von verschiedenen Forschungsförderern seit Jahren, in den Projektanträgen ist es Usus geworden, ein Arbeitspaket für diese Frage einzurichten: Aber wie sieht die Realität aus? Was wird tatsächlich nachhaltig finanziert und wie?

Kollaboration: Kann man auch als einzelne Institution nachhaltige Infrastrukturen schaffen? Was motiviert gegebenenfalls zu Zusammenarbeit? Wann passt welches Kollaborationsmodell am besten und wann sollten man vielleicht auch eine Einzellösung suchen?  Wie sieht erfolgreiches Community beziehungsweise Entity Building aus? Welche Bedeutung spielen Netzwerke wie etwa das ORCID DE Konsortium, das DSpace-Konsortium Deutschland, OJS-de.net, deRSE & Co? Welche Bedeutung hat Kollaboration für die Reputationsbildung von Einzelpersonen und Institutionen?

Lizenzierung: Welche Bedeutung haben (freie) Lizenzen für die Entwicklung und den Betrieb nachhaltiger Infrastrukturen? Was sind geeignete Lizenzierungsmodelle und welche Vor- und Nachteile haben sie? Welche Rolle spielt die Offenheit von Daten (etwa bibliografische Daten oder Zitationsdaten) für den Aufbau und Betrieb von Forschungsinfrastrukturen?

Institutionalisierung: Nicht nur, aber gerade Wissenschaftliche Bibliotheken scheinen sich als Einrichtungen zu begreifen, welche die Nachhaltigkeit von Forschungsinfrastrukturen garantieren können. Insbesondere beim Forschungsdatenmanagement sind sie in den letzten Jahren proaktiv aufgetreten. Aber ist das erfolgreich? Wie und wann? Wie verändert es die Bibliotheken und ihre Arbeit? Wie stehen sie zu anderen Formen von Institutionalisierung, beispielsweise Konsortien, Stiftungen oder Firmen? Und muss man eigentlich Projekte, die man einmal begonnen hat, dauerhaft fortführen? Woran macht man es fest, ob ein Service eingestellt werden kann oder sollte?

Die Sammlung der Fragen ist weder erschöpfend noch soll sie begrenzen. Wir wissen um die unzähligen Facetten und die Komplexität von Infrastrukturentwicklung, -betrieb und -vermittlung und auch, dass man sie weder in einem geschlossenen Modell noch in einem Fragekatalog fassen kann. Die Stichpunkte dienen einzig zur Anregung. Wie immer freuen wir uns über Blickwinkel aller Art auf das Thema, was ausdrücklich bei diesem Thema, das gemeinhin immer Lösungen einfordert, auch Problematisierungen einschließt. Es dürfte kaum einen Bereich geben, in dem sich das “Scheitern” derart ballt, wie den der Nachhaltigkeit. Zugleich spricht man – aus verständlichen Gründen – sehr wenig darüber. Umso willkommener wären auch Beiträge, die sich dem “Scheitern an der Nachhaltigkeit” nähern.

Wir rufen also wie immer dazu auf, Beiträge zu diesem Themenkomplex einzureichen, wobei sowohl Berichte aus der Praxis als auch theoretische Auseinandersetzungen in jedem Format (Essays, Arbeitsberichte, Abschlussarbeiten et cetera) willkommen sind. Da auch der Aufruf für Einreichungen für die Open-Access-Tage 2019 das Themenfeld Nachhaltigkeit aufgreift[5], möchten wir  insbesondere Vortragende der OA-Tage 2019 dazu motivieren, entsprechende Beiträge zu verschriftlichen und für die Ausgabe zur Verfügung zu stellen. Bieten können wir vor allem eine nachhaltige Publikation und Archivierung auf dem edoc-Server der Humboldt-Universität zu Berlin und Aufmerksamkeit auch über die OA-Tage hinaus.

Vorschläge können gerne vorab mit der Redaktion besprochen werden; Beitragsvorschläge und Beiträge bitte an redaktion@libreas.eu. Einreichungsschluss ist der 15.10.2019. Unsere Hinweise für Autorinnen und Autoren findet ihr hier.

Ergänzend zum Call for Papers haben wir 5 Fragen zur Nachhaltigkeit von Forschungsinfrastrukturen bereitgestellt.

Eure / Ihre Redaktion LIBREAS. Library Ideas

(Berlin, Chur, Dresden, Hannover, München)

 


[1] “Bits und Bäume – Die Konferenz für Digitalisierung und Nachhaltigkeit” vgl. https://bits-und-baeume.org/

[2] deRSE19, 4.–6. Juni,  siehe https://www.de-rse.org/de/conf2019/.

[3] Vgl. etwa die Einreichung von Löffler, Frank, Hammitzsch, Martin, Schieferdecker, Ina, Nüst, Daniel, & Druskat, Stephan. (2019, March 29). RSE4NFDI – Safeguarding software sustainability in the NFDI. Zenodo. http://doi.org/10.5281/zenodo.2630451.

[4] Ein Beispiel hierfür ist der Workflow für den Satz der Artikel der LIBREAS. Library Ideas: Wir nutzen pandoc, eine Entwicklung eines Philosophieprofessors der UC Berkley (siehe https://pandoc.org).

[5] Der “Call for Proposals” fragt zum Beispiel “Wie schaffen wir interoperable, vernetzte, widerstandsfähige Dienste? Wie gewährleisten wir Kontrolle durch akademische Einrichtungen? Wie machen wir Kosten transparent und wie sichern wir die dauerhafte Finanzierung?” Frist für die Einreichung ist der 2. Mai 2019, vgl. https://open-access.net/community/open-access-tage/open-access-tage-2019/call-for-proposals-open-access-tage-2019/.

CfP LIBREAS. Library Ideas #35: Neutralität. Bibliotheken zwischen Pluralität und Propaganda

Posted in LIBREAS Call for Papers by Ben on 23. November 2018

Bibliotheken als öffentliche Einrichtungen sehen sich aktuell verstärkt in einer besonders widersprüchlichen Lage: Es scheinen sich einerseits ein “Neutralitätsgebot” und eine Verpflichtung zur “Informationsfreiheit” gegenüberzustehen mit einem bewusst eingeforderten Bekenntnis zu einer aktiv pluralistisch-demokratischen Rolle, die sich auch offen gegen alle Tendenzen aufstellt, die diese Grundausrichtung des politischen Systems der Bundesrepublik gefährden. In diesem Spannungsfeld bewegen sich die Akteure, wenn es gilt Handlungsmaximen für die Praxis, also eine Art Ethik der Bibliothek, abzuleiten.

Dass diese Polarisierung jetzt so akut spürbar wirkt, liegt einerseits in der Luft. Es gibt zugleich aber auch konkrete Ereignisse, die uns als Redaktion motivieren, hier eine intensivere Auseinandersetzung zu suchen.

Veranstaltung "Rechte Lesen" in der Staatsbibliothek Berlin im November 2018

Ein Podium der rechten Lektüre? Und wenn ja, in welcher Form? Spätestens 2018 ist das Jahr, in dem sich auch das deutsche Bibliothekswesen von diesen Fragen herausgefordert sieht. Und Antworten sind so kompliziert wie notwendig. Deshalb: Unser Thema für die LIBREAS #35.

Auf dem 107. Bibliothekstag im Juni diesen Jahres in Berlin kam die Frage nach dem Umgang mit ‘neuer’ rechter[1] Literatur mit doch größerer Wucht in der deutschsprachigen Bibliotheksgemeinschaft an. Bei einer Podiumsdiskussion diskutierte man sehr kontrovers über den Umgang mit rechter Literatur in Bibliotheken. Jörg Sundermeier vom Verbrecher Verlag bezog klar Stellung gegen eine Aufnahme von rechter Literatur in das Sortiment des Buchhandels oder in den Bestand von Bibliotheken und begründete dies einmal formal mit der Unprofessionalität der rechten Verlage, sowie aber vor allem mit deren zweifelhaften, oft ins verschwörungstheoretische oder esoterische abdriftenden Inhalten, die nicht selten diskriminierend, rassistisch, homophob und die Menschenwürde verletzend sind.

In den letzten Jahren kann man jedoch teilweise einen Professionalisierungsgrad in diesem Literatursegment beobachten, der etablierte Buchhändler wie Michael Lemling zumindest Respekt abzunötigen scheint. Auch die Existenz der Bibliothek des Konservatismus in der Berliner Fasanenstraße sowie der politische Erfolg rechtskonservativer Positionen zwischen CSU und AfD, FPÖ und SVP sind Anzeichen für eine weitere Etablierung und Dauerpräsenz entsprechender Denkrichtungen im öffentlichen Diskurs und damit auch im Publikationswesen. Zudem gab es ‒- Stichwort Thilo Sarrazin ‒ schon immer Texte, die sich auf dieser Seite der Debatte positionieren und auch in größeren Publikumsverlagen ihre Heimat fanden.

Abgesehen von der Erwerbungspolitik der Bibliotheken, erhalten diese Stimmen freilich auch die Möglichkeit, sich anderweitig über Bibliotheken am politischen Diskurs zu beteiligen oder dazu zu informieren, zum Beispiel mit Veranstaltungsformaten. Einen Ansatz hierzu präsentiert der DBV-Verband Niedersachsen, der die AfD aufs Podium des Niedersächsischen Bibliothekstags, neben Vertreter*innen anderer Parteien aus dem Landtag, einlädt. (siehe auch) Diese Aktion ist gleichzusetzen mit der Abbildung des gesamten politischen Spektrums im Bestand, die unter anderem die SLB Potsdam bei der oben genannten Podiumsdiskussion vertreten hat. Jedoch tritt hier auch der Nebeneffekt ein, dass hier Rechtskonservativen nicht nur sprichwörtlich ein Podium geboten wird.

Es finden sich zugleich andere Positionierungen von Bibliotheken im Spannungsfeld zwischen Pluralität und Propaganda. Die Staatsbibliothek zu Berlin organisiert im November ein Werkstattgespräch zum Thema “Rechte lesen. Theorien und Ästhetiken der ‘Neuen’ Rechten”, welche im Weiteren eine fundierte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema erhoffen lässt. Die Wissenschaft schweigt natürlich nicht zu diesem Thema, beispielsweise organisierte die Humboldt-Universität zu Berlin im September eine Feministische Sommeruniversität und subsumiert: “Der Feminismus muss gegen Rechts zusammenhalten.

Erwartungsgemäß haben wir zu diesem Komplex einige Fragen. In der LIBREAS-Ausgabe #35 möchten wir diese sortieren, durchdringen und diskutieren. Der Ausgangspunkt liegt im aktuell verstärkten Sichtbarwerden sogenannter neurechter Literatur. Öffentliche Debatten kreisen häufiger um die Frage, welche Rolle diese Bücher auf Buchmessen und in den Buchhandlungen spielen sollen. Aber selbstverständlich sind auch, und aus ethischer Sicht fast noch herausgeforderter, die Bibliotheken betroffen. Neurechte Titel im Bestand? Neurechte Autor*innen auf die Diskussions- und Lesebühnen? Wenn ja, in welcher Aufstellung, Präsentation, in welchem Umfang, in welchem Kontext? Das treibt mindestens diejenigen Bibliothekar*innen um, die Veranstaltungen organisieren, konkret Erwerbungsentscheidungen treffen oder die per Standing Order eingegangenen Exemplare in die Aufstellung integrieren sollen.

Da aber eine Bestandsaufnahme zur Situation fehlt, wollen wir zunächst allgemein fragen, wie sich diese Konfliktlinie überhaupt im aktuellen Tagesgeschehen und der Erwerbungspolitik der Bibliotheken manifestiert? Eine Rolle kommt dabei auch den externen Erwartungshaltungen an die Bibliotheken durch Träger und mehr noch durch die Nutzer*innen zu.

Die Achse dieser Debatten läuft erstaunlich häufig über die Vorstellung, Bibliotheken seien ein durch und durch neutraler Vermittlungsort für Information und gegebenenfalls Diskurse und Debatten. Die inhaltliche Ausgestaltung hätte sich vor allem an den Bedarfen und Ansprüchen einer Kundschaft auszurichten. Sie wären also radikal als Dienstleister*innen auf einem Markt sich verändernder Nachfragen zu verstehen, die vor dem Hintergrund des jeweiligen Publikationsaufkommens zu bedienen seien. Konsequent gedacht müssten sie daher alles anbieten und abbilden, was legal ist, solange es nur nachgefragt wird. Eine inhaltliche Bewertung und Sichtung findet nur sehr eingeschränkt statt. Wie Hermann Rösch zuletzt im Bibliotheksdienst (52 (2018) 10-11) postulierte, wäre es nur das Gesetz, das durch Verbote einen Rahmen setzt.

Man kann also fragen: Inwiefern und auf welcher Grundlage sind öffentliche (kommunale und wissenschaftliche) Bibliotheken tatsächlich zur sogenannten weltanschaulichen Neutralität verpflichtet? Und wie weit müssen sie gehen, um diese “Neutralität” umzusetzen? Prinzipiell unterliegen Bibliotheken, bei entsprechender Trägerschaft, als öffentliche beziehungsweise staatlich geförderte Einrichtungen, selbstverständlich dem Neutralitätsgebot, welches sich unter anderem von dem im Grundgesetz (Art. 3 I GG) formulierten allgemeinen Gleichheitsgrundrecht ableitet. Aber wie lässt sich dies auf den geschilderten Sachverhalt hin konkretisieren? Ebenso im Grundrecht verankert ist auch die Informationsfreiheit (Art. 5 I 1 2. Var. GG), wonach „jeder“ das Recht hat, „sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten“. Und auch hier stellt sich die Herausforderung der Umsetzung in der Bibliothekspraxis.

Denkt man Bibliotheken aus der benannten Richtung eines betont neutralen und streng an der Nachfrage ausgerichteten Informationsdienstleisters, stellt sich notwendigerweise die Frage, wie dieser Bedarf, wie diese Nachfrage ermittelt wird, wie repräsentativ dies tatsächlich ist und wie widerstreitende Bedarfe zu gewichten sind? Die oft geäußerte allgemeine Ausrichtung am Grundgesetz, die darauf abzielt, dass Bibliotheken eine umfassende Meinungsbildung im Sinne der Informationsfreiheit unterstützen sollen, impliziert zugleich, dass gerade auch die Positionen von Minderheiten erfasst werden müssten, da die umfassende Meinungsbildung eben nur über die Zurkenntnisnahme solcher Positionen möglich ist. Genau dies ist ja die Besonderheit einer pluralistischen Demokratie: Gerade nicht die Herrschaft der Mehrheit sondern eine Repräsentanz und gegebenenfalls auch ein aktiver Schutz von Minderheiten. Nur: Wer bestimmt, wer Mehrheit und wer Minderheit ist, wer besonderen Schutz und wer eine spezielle Repräsentanz benötigt? Ein rhetorischer Schachzug vieler neurechter Vertreter*innen ist es, diesen Ausgleich auszuhebeln, indem sie sich als diskriminierte Minderheitenposition einer vermeintlichen (schweigenden) Mehrheit ausgeben. Dies ermöglicht ihnen, Grundlagen und Institutionen eines demokratischen Systems zu instrumentalisieren, um genau diese Grundlagen und Institutionen nach ihren Interessen umzugestalten. Das alles ist bekannt und leicht durchschaubar und trotzdem teils sehr wirkungsvoll. Ihre – vorübergehende – Stärke liegt darin, dass das System der demokratischen Öffentlichkeit, wozu auch die Bibliotheken zählen, bisher kaum Strategien besitzt, die dadurch hervorgerufenen Verunsicherungseffekte ab- und aufzufangen.

Und entsprechend müssen sich auch Bibliotheken fragen, wie sie mit Positionen umgehen, die implizit oder explizit die Zulässigkeit anderer Positionen aktiv in Frage stellen, die jedoch zugleich in der Logik einer pluralistischen und Meinungsvielfalt fördernden Basis von Öffentlichkeit entstanden sind und die institutionalisierten Kanäle nutzen, um genau diese Basis aufzubrechen? Karl Poppers berühmtes Toleranz-Paradoxon wird plötzlich Zentralkonzept öffentlicher Debatten und eine Herausforderung für bibliothekarische Fachdiskussionen.

Daher lässt sich zwangsläufig im Kontrast zum (vermeintlichen) Neutralitätsanspruch auch zumindest fragen, ob Bibliotheken nicht parallel die Grundlagen von Öffentlichkeit mitvermitteln müssten, also ein übergreifendes Verständnis für die Struktur von Debatten und Diskursen, die Rolle und die Entstehungsbedingungen von Publikationen und die damit verbundenen Ideen und möglichen Folgen? Stehen Bibliotheken in der Verantwortung, Metakompetenzen zur Teilhabe an der Öffentlichkeit in ihrem Vermittlungsauftrag zu berücksichtigen? Zu diesen würde notwendig auch die Kommunikation ihres Selbstverständnisses zählen, die transparent werden lässt, weshalb bestimmte Titel und Positionen in den Angeboten auftauchen und weshalb andere möglicherweise fehlen. Also genereller: Sollen, wollen oder können Bibliotheken Institutionen der politischen Bildung sein?

So wird ein Gegenmodell zur reinen Dienstleistungsposition denkbar, nach dem sich Bibliotheken dezidiert als normative Institution mehr mit einem politischen bzw. Bildungs- denn einem Informations- und Dienstleistungsauftrag verstehen. Aber wie würde, könnte, sollte dies konkret aussehen? Ist solch eine Rolle in den Rahmenbedingungen und besonders auch in der Berufsausbildung überhaupt angelegt oder anlegbar? Und darüber hinaus ist zu fragen, ob Bibliotheken selbst als Akteure in den Debatten auftreten und Position beziehen sollten? (Viele tun dies nachweislich bereits.)

Wir möchten die Grenzen normativer Praxis im Bibliotheks- und Informationsbereich thematisieren. Dass ein Bibliotheksgesetz fehlt, welches einheitlich verbindliche Regelungen für Entwicklungen im Bibliothekswesen formulieren könnte, lässt Spielräume und überträgt die Aufgabe, sich hier aufzustellen, den einzelnen Einrichtungen. Ob dies eine Schwäche (mangelnde Verbindlichkeit) oder eine Stärke (im Sinne des Pluralismus) darstellt, wäre ebenfalls ein interessanter Diskussionspunkt. In jedem Fall wäre gerade der Bibliothekspraxis geholfen, überhaupt eine systematische Grundlage für mögliche normative Leitlinien zu haben – ein Auftrag auch an die Bibliothekswissenschaft. LIBREAS ruft entsprechend auch dazu auf, dafür relevante Quellen zu identifizieren, zu erläutern und nachzuweisen.

Im Prinzip erstaunt es, dass das Thema nach der normativen Ausrichtung von Bibliotheken nicht öfter Gegenstand von Bibliothekstagen, Themenheften der Fachzeitschriften oder auch bei LIBREAS ist. In den Ausgaben #19 Zensur und Ethik und in der #22 Recht und Gesetz beschäftigten wir uns immerhin bereits mit verwandten Themenkomplexen. In der kommenden Ausgabe wollen wir konkret den aktuellen Diskurs zum Umgang mit neuer rechter Literatur und der Positionierung von Bibliotheken in der aktuellen politischen Lage adressieren.

Wir wollen also erfahren: Wie positionieren Sie sich, wie positioniert ihr euch in dieser Debatte und welchen Umgang mit diesem Thema haben Sie/habt ihr mit Ihrer/eurer Einrichtung gefunden? Auf welche (historischen) Narrative und Paradigmen kann in diesem Kontext Bezug genommen werden? Gibt es internationale Parallelen?

Wir rufen dazu auf, Beiträge zu diesem Themenkomplex einzureichen, wobei wie immer sowohl Berichte aus der Praxis als auch theoretische Auseinandersetzungen in jedem Format (Essays, künstlerische Auseinandersetzungen, Abschlussarbeiten et cetera) willkommen sind. Wir freuen uns auch über Einreichungen aus Institutionen, die sich per Funktion mit diesem Themenkomplex befassen wie Gedenkstätten- oder politisch/historisch ausgerichtete (Forschungs-)Bibliotheken. Gerne unterstützen wir Sie/euch beim Verfassen der Texte oder diskutieren Ideen für Beiträge. Einreichungsschluss ist der 31.03.2019. Beitragsvorschläge und Beiträge bitte an redaktion@libreas.eu. Wir freuen uns und sind sehr gespannt.

Eure / Ihre Redaktion LIBREAS. Library Ideas

(Berlin, Chur, Dresden, Hannover, München im November 2018)


[1] Der Zusatz ‘neu’ wird in der wissenschaftlichen Diskussion teilweise abgelehnt, da aktuelle rechte Literatur oftmals auf ältere Texte verweist und sich somit an alte Diskurse anschließt. Im Folgenden verstehen wir unter ‘rechts’ zusammenfassend rechts-konservatives, rechts-extremes und rechts-revolutionäres Denken.

Call for Papers #34: 90 Jahre Bibliotheks*wissenschaft in Berlin

Posted in LIBREAS Call for Papers by maxiki on 21. März 2018

Für LIBREAS. Library Ideas ist das Institut für Bibliothekswissenschaft beziehungsweise Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin (IBI) ein sehr besonderer Ort. Denn hier in der Dorotheenstraße 26, im Herzen Berlins, wurden erst die Idee, dann die Zeitschrift und später der Verein empfangen, erstellt und gegründet. Das Eckhaus gegenüber der Rückseite der Staatsbibliothek ist also der Nucleus oder der Ausgangspunkt für vielerlei persönliche Geschichten. Uns liegt es aus diesem Grund sehr am Herzen. Es hat uns viel gegeben (und genommen), bisweilen auch enttäuscht, letztlich aber unhintergehbar geprägt. Nicht nur uns. Das heutige IBI ist im Prinzip das, was von der nie sehr großen universitären Bibliothekswissenschaft in Deutschland übrig ist und zugleich einer der wenigen akademischen Anker der Informationswissenschaft, den sich die Bundesrepublik leistet. Zumindest wir aus der Bibliotheks- und Informationswissenschaft wissen, dass dies in einem argen Missverhältnis zu dem steht, was an Aufgaben sowohl für das Bibliothekswesen als auch für Informationskontexte aller Art an wissenschaftlichem Kompetenzaufbau und Begleitforschung eigentlich notwendig wäre. Dass Bibliotheken und Digitale Gesellschaft auch ohne große umfassende bibliotheks- und informationswissenschaftliche Unterfütterung funktionieren, bedeutet ja nicht, dass sie nicht besser funktionieren könnten – oder dass es nicht besser wäre, wenn die Gesellschaft mehr von ihnen verstehen würde. Eine Rolle spielt in der Praxis übrigens auch, dass Absolvent*innen des IBI natürlich ihre auch bibliothekswissenschaftliche Expertise und mitunter Forschung an ihren jeweiligen Beschäftigungsorten leben.

In diesem Jahr wird das IBI nun 90 Jahre alt, nicht ganz ein Jahrhundert, aber doch Zeuge einer Epoche, die die Welt in einer auch retrospektiv kaum fassbaren Weise transformierte. Der Traum von Mundaneum lebt in gewisser Weise in einem Tesla-Elektromobil fort, das in Richtung eines Asteroidengürtels steuert. Man kann nur staunen. Und natürlich die Frage stellen, was sich zwischen Dokumentation und Wissensmanagement, zwischen Szientometrie und Wissenschaftsforschung, zwischen sozialer Bibliotheksarbeit und Makerspaces an Spuren des Instituts, seiner Professor*innen, Mitarbeiter*innen, Absolvent*innen, Abrecher*innen in die Welt getragen hat. Wir möchten gemeinsam mit dem IBI für eine Jubiläumsausgabe einen vielstimmigen, gern auch leicht kakophonischen Chor mit Eindrücken, Erinnerungen, Erkenntnissen aus 90 Jahren Bibliothekswissenschaft, Bibliothekswissenschaft und wissenschaftliche Information, Bibliotheks- und Informationswissenschaft und iSchool-Existenz zusammentragen und eine Art Rückblick und kritische Würdigungen zusammenstellen. “Heute Neunzig Jahr” hat uns als Titel Uwe Johnson bereits vorweggenommen. Daher operieren wir zunächst sachlich mit dem Arbeitstitel “90 Jahre Bibliotheks*wissenschaft in Berlin”. Aber auch dahingehend sind wir für jeden Vorschlag offen.

Wir freuen uns zum Beispiel über Vorschläge zu den folgenden Themen:

  • Historische, retrospektive Aufarbeitung der Berliner Bibliotheks- und Informationswissenschaft
  • Persönliche Geschichten verbunden mit dem Studienfach, dem Ort Dorotheenstraße, den Lehrenden, Studierenden etc.
  • Analyse des Status quo der (deutschsprachigen) Bibliothekswissenschaft
  • Zukunftsperspektiven für die Bibliotheks- und Informationswissenschaft

Neben Einreichungen in textlicher Form sind ausdrücklich auch alternative Beitragsformen visueller oder multimedialer Art (Zeichnungen, Collagen etc.) vorstellbar.

Informationen zu weiteren Jubiläumsplanungen des IBI finden sich übrigens auf der Webseite des Instituts unter: https://www.ibi.hu-berlin.de/de/90-jahre-ibi

Die Deadline für die Einreichung von Artikeln ist der 1.8.2018. Vorschläge können gerne vorab mit der Redaktion besprochen werden.

Ihre / Eure Redaktion LIBREAS. Library Ideas zusammen mit dem IBI

(Berlin, Chur, Dresden, Göttingen)

 

Fünf Bilder / Fünf Fragen über meine Bibliothek

Posted in LIBREAS aktuell, LIBREAS Call for Papers by Karsten Schuldt on 16. November 2017

Die Ausgabe #33 der LIBREAS. Library Ideas wird den Schwerpunkt “Ortstermin. Reportagen aus der tatsächlichen Bibliotheksarbeit” haben. Wir suchen für diese Ausgabe weiterhin Beiträge, die sich damit beschäftigen, was in den Bibliotheken Tag für Tag passiert (https://libreas.wordpress.com/2017/10/04/cfp-libreas-library-ideas-33-ortstermin-reportagen-aus-der-tatsaechlichen-bibliotheksarbeit/).

Wir wollen aber auch dazu einladen, für diese Ausgabe an einer kleinen Umfrage teilzunehmen. Fünf Bilder und fünf kurze Beschreibungen zu diesen Bildern sollen Bibliotheken vorstellen. Uns interessieren dabei nicht die Presseberichte oder langen Erklärungen, warum etwas neu oder besser oder schöner ist, sondern Photos aus realen Bibliotheken mit Anmerkungen von realen Bibliothekarinnen und Bibliothekaren. Eingeladen sind alle Formen von Bibliotheken, egal ob klein oder gross, neu gebaut oder schon lange nicht mehr renoviert.

 

Die Umfrage finden Sie / findet ihr unter diesem Link: https://goo.gl/forms/lMvBC7RJJ4KoiAkw1 Sie ist jetzt offen, wir werden sie Ende Dezember (31.12.2017) schliessen.

 

Jana Rumler, Leiterin der Bibliothek des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) im Bereich der bibliothekarischen Dienste hat diese Umfrage schon einmal (als Inspiration für andere) ausgefüllt. Wir würden uns freuen, wenn Sie sich / ihr euch mit Ihrer Bibliothek beteiligen / beteiligt. Wir werden die Antworten der Umfrage in der genannten Ausgabe veröffentlichen. (Dazu müssen die Rechte an den Bildern bei Ihnen liegen, was vor allem dann der Fall ist, wenn Sie / ihr diese selber machen / macht.)

 

Vielen Dank für die Beteiligung.

Redaktion LIBREAS. Library Ideas

 

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Antworten von Jana Rumler

 

1. Zeigen Sie uns den Ort in Ihrer Bibliothek, an dem Sie die meiste Zeit verbringen.

Was ist das für ein Ort? Wieso sind Sie die meiste Zeit dort?

Hier sieht man die Treppe, die beide Etagen der Bibliothek des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. verbindet. Der Ort steht für das Arbeiten in der physischen und digitalen Welt: zwischen hunderten Regalmetern in dunkelbraunem Leder gebunden Zeitschriftenbänden und einer virtuellen Forschungsumgebung.

 

2. Was würden Sie vermissen, wenn es nicht mehr da wäre?

Wieso würden Sie es vermissen?

Als wissenschaftliche Spezialbibliothek im Bereich der Umweltwissenschaften spielen Zeitschriften als maßgeblicher Publikationsort eine entscheidende Rolle. Hier zu sehen sind leer geräumte Zeitschriftenaufsteller. Einige wenige Zeitschriften beziehen wir noch in print, 90% unseres heute erworben „Bestandes“ stellen wir unseren Nutzern digital zur Verfügung. Das haptische Gefühl für die Zeitschriftenhefte geht verloren.

 

3. Was stört Sie an Ihrer Bibliothek beziehungsweise was würden Sie gerne verbessern?

Wieso stört Sie das jetzt (noch)?

Unsere, im Sinne der Raumplanung beinahe wieder modern wirkende, Bestandsaufstellung nach Numerus currens und nach den Publikationformen monographische Werke, Schriftenreihen und Zeitschriften. Serendipity ist nur in begrenztem Maße möglich.

 

4. Zeigen Sie uns Spuren der Bibliotheksnutzung.

Gibt es dazu ein Geschichte?

Hier zu sehen ist der abgenutzte Teppich am Arbeitsplatz des Tresens. Er steht für unser stetiges Engagement unserer NutzerInnen bedarfsgerecht mit den Informationen zu versorgen, die sie benötigen. Er steht gleichzeitig für die aktuellen und ehemaligen MitarbeiterInnen unserer Bibliothek, die unermüdlich zwischen Tradition und Innovation wandeln.

 

5. Was haben Sie, was die anderen nicht haben?

Warum haben Sie das? Sollten andere es auch in ihren Bibliotheken haben?

Historisch bedingt, entschied man sich vor rund 10 Jahren das Publikationsmanagement an die Bibliothek anzugliedern. Eine Situation, die heute dafür sorgt, dass wir im aktuellen Spannungsfeld Open Access-Publizieren, Lizenzmanagement und Bibliometrie/Szientometrie eine Serviceangebot haben, das innerhalb der Leibniz-Gemeinschaft selten für die kleineren Bibliotheken zu finden ist, den aktuellen Anforderungen an das Berufsbild der Bibliothekars aber nahe kommt.

 

Ihre Bibliothek (Name, Adresse, Spezialisierung, was man noch über sie wissen sollte)?

Bibliothek des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. KOBV-Bibliothek, 2,5-3,5 Vollzeitäquivalente. Interdisziplinäres Sammelgebiet zur Landschaftsforschung.

 

Sie selber (Name, Funktion, was man noch über Sie wissen sollte)?

Jana Rumler, Leiterin der Bibliothek im Bereich der bibliothekarischen Dienste. Open Science-Multiplikatorin, mit Hang zu Informationskompetenzvermittlung und Vernetzung kleinerer wissenschaftlicher Spezialbibliotheken. Interessiert an informationsethischen Fragestellungen.

Das liest die LIBREAS: Zu einer neuen Kolumne. Eine Einladung zur Mitarbeit

Posted in Hinweise, LIBREAS Call for Papers, LIBREAS.Verein by libreas on 8. November 2017

Ein Ziel des LIBREAS. Verein zur Förderung der bibliotheks- und informationswissenschaftlichen Kommunikation ist genau das: Die Kommunikation im Feld der (vor allem deutschsprachigen) Bibliotheks- und Informationswissenschaft und des Bibliothekswesens auf unterschiedliche Weise zu fördern. Dies geschieht vor allem durch die Publikation der Zeitschrift LIBREAS. Library Ideas und auf anderen von der Redaktion genutzten Kanälen. Es soll aber ganz explizit nicht darauf beschränkt sein. Wir gehen davon aus, dass die Wissenschaft und die Praxisfelder dann grundsätzlich kompetenter und besser werden, wenn in ihnen aktiv und offen kommuniziert wird, wenn Beiträge anderer rezipiert und reflektiert werden.

Ziel der Kolumne

Auf der letzten Vereinssitzung (21.10.2017) wurde unter diesem Blickwinkel die Einrichtung einer neuen Kolumne mit dem (jetzt vorläufigen) Titel “Das liest die LIBREAS” beschlossen. Die Kolumne soll in jeder Ausgabe der Zeitschrift erscheinen. Ihr Ziel ist, einen kurzen Überblick zu Publikationen (in verschiedenen Formaten, von Monographien und Artikel über Social Media bis hin zu Konferenzen) zu geben, die jeweils in der letzten Zeit im genannten Feld erschienen sind oder für das Feld Relevanz haben. Die Zusammenstellung wird keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, sondern subjektiv zusammengetragen: Was interessant und erwähnenswert erscheint, also auch von anderen wahrgenommen werden sollte, soll genannt werden. Ebenso soll genannt werden, was unnötig oder falsch genug erscheint, um eine kritische Perspektive zu öffnen oder bisweilen eine überflüssige Lektüre zu sparen. Es gibt zu viel zu lesen und auch uns hilft es, wenn wir Filter haben. Dabei geht es nicht um ausführliche Besprechungen, sondern um kurze Hinweise von wenigen Sätzen. Es geht um einen Überblick: Was ist da? Was sollte rezipiert werden? Was irritiert? Was ist so interessant, dass man es herausheben sollte? Was ist so uninteressant, dass man es getrost vergessen kann?

Lesesaal mit dem sogenannten

Lesesaal in der Kommode am Bebelplatz in Berlin mit dem sogenannten Lenin-Fenster, Glasmalerei eines Künstlers namens, tatsächlich, Frank Glaser aus dem Jahr 1968, die daran erinnert, dass Lenin selbst einmal in diesem Haus Leser war. Die LIBREAS-Redaktion selbst liest dort eher selten, was unter anderem auch daran liegt, dass die Leseplätze der nun Zweigbibliothek Rechtswissenschaft sehr begehrt und meist besetzt sind. (Foto: Ben Kaden / Flickr. Lizenz: CC BY-NC 2.0)

Einladung / Aufruf zur Mitarbeit

Die Kolumne wird für Hinweise und eine Mitarbeit offen stehen. Wenn Sie der Meinung sind, eine bestimmte Publikation verdient eine Erwähnung, würden wir Sie darum bitten, eine Hinweis darauf (im Idealfall so, dass er direkt übernommen werden kann, also mit bibliographischen Nachweis und einer kurzen Begründung) an uns zu schicken. Wenn Sie mit einem Thema im gesamten Bereich der Bibliotheks- und Informationswissenschaft beschäftigt sind, in diesem regelmässig Literatur rezipieren und ebenso regelmäßig Hinweise auf interessante Publikationen liefern möchten, würden wir uns auch darüber freuen. “Das liest die LIBREAS” muss und sollte keine Kolumne der Redaktion LIBREAS. Library Ideas werden. Besser wäre es, wenn es eine der Community selber wird. Vorrangig zuständig für die Kolumne ist Karsten Schuldt, den Sie unter karsten@libreas.eu zeitschriftenschau@libreas.eu erreichen. [Die Hinweise werden in der Kolumne mit dem Namen der jeweiligen Beiträgerinnen / Beiträger gekennzeichnet.]

CfP LIBREAS. Library Ideas #33: Ortstermin. Reportagen aus der tatsächlichen Bibliotheksarbeit

Posted in LIBREAS aktuell, LIBREAS Call for Papers by Karsten Schuldt on 4. Oktober 2017

Die bibliothekarische Literatur hat einen erstaunlichen Bias: Der Alltag, also das, was in Bibliotheken Tag für Tag, Woche für Woche gemacht wird, kommt in ihr kaum vor. Neue Projekte, innovative Veranstaltungen, erstaunliche Bauten finden immer wieder Platz in den bibliothekarischen Zeitschriften, Überlegungen zur Zukunft der Bibliotheken und Medien erst Recht; aber das, was nicht sofort als innovativ, verändernd oder erstaunlich beschrieben werden kann, ist in der Literatur fast unsichtbar. Dabei ist es diese alltägliche Arbeit, die überhaupt erst die Basis für alle neuen Projekte bietet; es ist auch diese Arbeit, die von den Nutzerinnen und Nutzern wahrgenommen wird. Zu vermuten ist, dass sie die Bibliotheken vor allem wegen diesem alltäglichen Funktionieren als Institution, als Raum, als Idee besuchen – und nur zu einem kleinen Teil wegen der so oft beschriebenen Innovationen. (Und selbst diese Innovationen werden schnell zum Alltag, wenn sie funktionieren.) Auch das Personal in den Bibliotheken ist vor allem mit dem Alltag befasst. Nur eben die bibliothekarische Literatur (und bibliothekswissenschaftliche Forschung) selten.

 

Ein Grund dafür ist selbstverständlich, dass das Neue, Innovative, Verändernde oft erst einmal interessanter klingt und dadurch für die Publikation geeigneter. Aber der Alltag ist eher das, was interessant ist, wenn man verstehen will, warum Bibliotheken funktionieren, wie sie funktionieren, warum sie bestimmte Entscheidungen treffen, warum sie so beliebt sind bei einer doch erstaunlich großen Anzahl von Menschen. Mit dem Fokus auf Innovationen und Veränderungen entsteht oft der Eindruck, der bisherige Alltag wäre rückständig, mitunter falsch und vor allem zu überwinden. Während es auch nicht richtig wäre, Veränderungen abzulehnen, scheint dieser Fokus doch auch viel zu übersehen. Es wird Gründe geben, warum Bibliotheken bestimmte Dinge immer und immer wieder tun. Diese werden jedoch nur sichtbar, wenn man sich den Alltag anschaut. Es gibt in den Bibliotheken immer wieder lokale Lösungen, die an diesen konkreten Orten besonders sinnvoll sind und auch etwas darüber sagen, wie Bibliotheken in ihren jeweiligen Communities funktionieren. Und es gibt immer wieder Veränderungen in Bibliotheken, die weniger sichtbar sind, auch weil sie kleinteilig oder natürlich oder trivial erscheinen. Aber dass Bibliotheken heute viel offener erscheinen, als vor einigen Jahrzehnten ist nicht nur das Ergebnis von radikalen Veränderungen, sondern von zahllosen so kleinen wie wirksamen Schritten. Auch das wird nur sichtbar, wenn man den Blick auf den Alltag der Bibliotheken lenkt.

Ben Kaden: Das Licht. / 07.07.2017 (CC BY-NC 2.0, https://www.flickr.com/photos/benkaden/36227519221) #Berlin
#Marzahn #Victor-Klemperer-Platz #Freizeitforum Marzahn #Wolf-Rüdiger Eisentraut #Bibliotheksbau #Bibliotheksarchitektur #Architektur der DDR #Architektur #2017 #07.07.2017 #Ostmoderne

Nicht zuletzt aber ist es der Alltag, der viele Kolleginnen und Kollegen dazu bringt, Tag für Tag und Jahr für Jahr weiter aktiv und begeistert in ihrer Bibliothek zu arbeiten und nicht die Stelle oder das Feld zu wechseln. Es gibt auch immer persönliche Erfolgsgeschichten, es wird immer auch ein Sinn in der eigenen Arbeit gesehen.

 

LIBREAS. Library Ideas möchte in ihrer Ausgabe #33 vor allem diesem Alltag auf die Spur kommen. Uns interessieren Berichte aus diesem Alltag: Was passiert da eigentlich Tag für Tag in der Bibliothek? Was machen die Menschen sowie die Kolleginnen und Kollegen vor Ort wirklich? Dabei geht es nicht um die großen Geschichten, die massiven Veränderungen, sondern um das vermeintlich Kleine, Nebensächliche, Alltägliche. Also das, was passiert, wenn die Türen geöffnet werden, wenn Veranstaltungen, welche die Bibliothek regelmässig durchführt, stattfinden, wenn die Schulklassen in die Öffentliche Bibliothek kommen oder die neuen Studierenden in die Wissenschaftliche Bibliothek. Wie ist das in Ihrer Bibliothek, wenn das Wetter wechselt und die Tage länger oder kürzer werden? Wie ist das, Medien einzustellen am Morgen oder am Informationspult zu sitzen am Nachmittag oder die Bibliothek am Abend zu schließen und die letzten Personen in den Abend zu entlassen?

 

Es geht um persönliche Erfahrungen und Berichte, um Reportagen – gerne auch improvisiert, gerne auch mit vielen Bildern und wenig Text –, um Interviews über die persönliche Motivation von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren (zum Beispiel Ihren direkten Kolleginnen und Kollegen oder auch gerade Ihnen selber). Nichts ist zu klein, zu unwichtig oder zu wenig relevant, sondern gerade das, was oft als normaler Alltag in der Bibliothek angesehen wird, interessiert uns. Die Ausgabe #33 “Ortstermine” soll genau das sein: Besuche vor Ort, in den Bibliotheken, großen und kleinen, Öffentlichen und Wissenschaftlichen, auf dem Land und in der Stadt. Jede Bibliothek glänzt mit ihrem Alltag, nicht nur mit ihren Innovationen.

 

Wir rufen alle Kolleginnen und Kollegen in den Bibliotheken auf, solche Reportagen einzureichen. Gerne unterstützen wir Sie bei beim Verfassen der Texte oder diskutieren Ideen für Beiträge. Einreichungsschluss ist der 31.01.2018.

 

Eure / Ihre Redaktion LIBREAS. Library Ideas

(Berlin, Chur, Dresden, Hannover, München)

CfP LIBREAS. Library Ideas #32 Wirkt Open Access? Oder: Wo ist die Utopie geblieben?

Posted in LIBREAS Call for Papers by Karsten Schuldt on 14. Juni 2017

Little proof exists to warrant an overturn of the current publishing system—a system that has been refined over many decades and works to the mutual benefit of various stakeholders.

Brian D. Crawford, 2003

 

An old tradition and a new technology have converged to make possible an unprecedented public good.

Jean-Claude Guédon, 2017

 

Wir, die Unterzeichner, fühlen uns verpflichtet, die Herausforderungen des Internets als dem zunehmend an Bedeutung gewinnenden Medium der Wissensverbreitung aufzugreifen. Die damit verbundenen Entwicklungen werden zwangsläufig zu erheblichen Veränderungen im Wesen des wissenschaftlichen Publizierens führen und einen Wandel der bestehenden Systeme wissenschaftlicher Qualitätssicherung einleiten.

Berliner Erklärung, 2003

 

 

Oktober 2003: Die „Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities” wird veröffentlicht und sukzessive von Forschungseinrichtungen, Institutionen der Forschungsförderung und Bibliotheken unterzeichnet. Es scheint ein Wind der Veränderung zu wehen: Open Access gilt als Lösung der Zeitschriftenkrise, als zeitgemäße Reaktion auf die technischen Entwicklungen in der Wissenschaftskommunikation, als Möglichkeit, wissenschaftliches Wissen mehr und besser und für alle zu teilen, und auch als Möglichkeit, Wissenschaft zu verbessern, etwa indem sich wissenschaftliche Ergebnisse zeit- und ortsunabhängig replizieren und idealerweise nachnutzen lassen. Eine Utopie, gewiss, aber eine, die zum Greifen nahe scheint: Freies Wissen für alle, das wissenschaftliche Publikationswesen wieder näher an der Wissenschaft und das wissenschaftliche Kommunizieren wieder stärker von der Wissenschaft und ihren Bedürfnissen selbst geprägt und nicht von externen Stakeholdern mit Renditeüberlegungen.

 

Mai 2017: Es scheint einen gewissen Katzenjammer zu geben. Auf der einen Seite hat sich ein Konzept von Open Access durchgesetzt, sind Open Access-Büros geschaffen und -Beauftragte bestimmt worden und Infrastrukturen wie Open-Access-Journale und Repositorien entwickelt worden. Aber gleichzeitig scheint der Schwung der Utopie in Ängste vor der Usurpation durch die großen Wissenschaftsverlage umgeschlagen zu sein. Vorherrschend ist eine reine Institutionalisierung ohne wissenschaftsverändernde oder gar gesellschaftsverändernde Konsequenzen und vor allem eine Bevorzugung schon etablierter Strukturen. (Cambridge Economic Policy Associates 2017) Die Punkrockphase des aufregenden und befreienden Do-It-Yourself scheint vorbei, die Phase des Pop ist da. Die Stakeholder mit ihren Profitinteressen sind es ebenfalls. Und dank “Goldwashing” und so günstigen wie öffentlichkeitswirksamen APC-Waivern für bestimmte Ländern haben sie sogar informationsethische Grundideen der Bewegung eingekauft.

Ulrich Herb (2017) stellt in seinem Rückblick auf 15 Jahre Open Access fest, dass die Wissenschaftsverlage, die zu Beginn der Debatten in den Utopien gar nicht mehr vorkamen, heute aus Open Access ein einträgliches Geschäftsmodell geformt haben, das anfänglich über Kampagnen gegen Open Access und später über Open-Access-Gebühren, Aufschläge für Freie Lizenzen für Artikel und Verhandlungen auf Konsortialebene funktioniert. Ironischerweise scheinen gerade die Nutznießer der Zeitschriftenkrise auch die Gewinner der Gegenbewegung zu sein. Forschungsfördereinrichtungen und Hochschulen finanzieren heute Open-Access-Gebühren oder richten Förderlinien ein, die die Umwandlung vorhandener Zeitschriften wissenschaftlicher Verlage in Open-Access-Zeitschriften finanzieren. Konsortialverhandlungen, auch im Bezug auf Open Access, werden heute mit harten Bandagen ausgetragen, und zwar auf der Ebene der nationalen Wissenschaftsstrukturen.

 

Für Bibliotheken verändert sich die Situation dahingehend, dass sie neben oft zunehmend reduzierten Beständen Publikationsfonds verwalten. Sie stehen nach der Etablierung vernetzter, digitaler Medienformen seit den frühen 1990er Jahren daher ein zweites Mal vor einer Legitimationskrise. Argumentierte man damals, dass Online-Strukturen des Publizierens und Kommunizierens und damit eine “Verflüssigung” des Bestands in eine Bildschirmwelt außerhalb der Lesesäle und Magazine Bibliotheken als Versorgungsorte überflüssig machen würden, so nähert sich nun eine Herausforderung über eine organisatorische Frage: An welcher Stelle im Prozess der wissenschaftlichen Kommunikation sollen und dürfen sie aktiv werden? Genauer gesagt: Wie viel Bibliothek wird für das Open-Access-Publizieren überhaupt benötigt?

 

Für Bibliotheken und Verlage gibt es eine Art unwillkommenes Dejavu, nachdem Modi für die digitale Simulation analoger Abhängigkeitsketten halbwegs etabliert werden konnten. Folglich wird hauptsächlich mit urheberrechtlichen und lizenzrechtlichen Barrieren versucht, der Auflösung der Prinzipien der Analogkultur durch digitale Medialitäten entgegen zu wirken. Der Dynamik und Unabgrenztbarkeit digitaler Kommunikationsstrukturen versuchen sie etwas Handfestes entgegen zu halten, getrieben von der Angst, Wissenschaft könnte früher oder später doch an ihnen vorbei kommunizieren.

 

So entdecken beide zum Beispiel den Wert von digitalem Erfolgsmonitoring für die Wissenschaft, dessen Verfahren in der Regel kaum transparenter als der Impact Factor sind. Wo die digitale Barriere den Zugang zum Medium nur mühsam erhält, entwickelt man Mehrwertdienste und neue Barrieren. Sind das Rückzugsgefechte? Oder Neuinterpretationen der eigenen Rolle?

 

Die kommende Ausgabe von LIBREAS möchte die Gemengelage hinter dieser Zuspitzung betrachten. Selbstverständlich lässt sich heute fragen: Werden Bibliotheken (und die klassischen Verlage) zur Organisation einer (utopischen) wissenschaftlichen Publikations- und mehr noch Kommunikationskultur, die rein digital und komplett Open Access ist, überhaupt noch benötigt? Zugleich kann man gegenfragen: Wenn nicht sie, wer dann? Welche institutionellen Alternativen gibt es für die Organisation der wissenschaftlichen Kommunikation?

 

Über all dem schwebt seit Anbeginn die Frage der Finanzierung. Die Intransparenz der Publikationskosten steht auf der einen Seite, der Overhead des Betriebs von Bibliothekssystemen auf der anderen. Beides steht unter Legitimationsdruck, wobei der Open-Access-Diskurs interessanterweise vor allem die Verlage in den Blick nimmt. Oder ist es doch alles anders? Wir suchen für die Ausgabe #32 Beiträge, die gern auch sehr offen und schonungslos die Wechselbeziehung zwischen den drei Komponenten – Open Access, Bibliotheken und Verlage – in den Blick nehmen, hinterfragen, dekonstruieren, vermessen und analysieren.

 

Eine wichtige Rolle in der Ausgabe sollen auch Beiträge aus der Praxis spielen. Welche Fragestellungen und Ansätze gibt es an Bibliotheken, Open Access empirisch zu begleiten? Auf welche Werkzeuge und Datenquellen wird für das “Open Access Monitoring “ etwa im Rahmen der jährlichen Berichtspflichten für das DFG-Programm “Open Access Publizieren” zurückgegriffen? Ob und inwieweit werden die Ergebnisse diskutiert und geteilt? Welche alternativen Zugangsmöglichkeiten zu Open-Access-Literatur gibt es? LIBREAS. Library Ideas ruft für die empirischen Beiträge insbesondere zur Publikation dynamischer Formate wie R Markdown auf, so dass sich Analysen technisch nachvollziehen lassen. Mittels GitHub, über das LIBREAS. Library Ideas quelloffen gehostet wird, ist auch die gemeinsame Veröffentlichung von dynamischen Abbildungen, Daten oder Skripten möglich. Denn selbstverständlich folgen wir als erste originäre bibliothekswissenschaftliche Open-Access-Zeitschrift im deutschsprachigen Raum nach wie vor der Utopie der frühen 2000er Jahre, die wir zwar nun kritischer sehen, aber nach wie vor ernst nehmen. Dass sie in der Open-Source-Welt und nicht bei Bibliotheken und im wissenschaftlichen Publizieren ihre eigentliche Entfaltung fand und immer noch findet, zählt eben auch dazu.

 

Deadline ist der 22. Oktober 2017

 

Eure / Ihre Redaktion LIBREAS.Library Ideas

(Berlin, Chur, Dresden, Göttingen, München)

Literatur

Cambridge Economic Policy Associates (2017). Financial Flows in Swiss Publishing. Final Report.

 

Crawford, Brian D (2003). Open-Access publishing: where is the value? In: The Lancet, Volume 362, Issue 9395, 8 November 2003, Pages 1578–1580. DOI: 10.1016/S0140-6736(03)14749-6.

 

Guédon, Jean-Claude (2017). Open Access: Toward the Internet of the Mind.
http://www.budapestopenaccessinitiative.org/open-access-toward-the-internet-of-the-mind.

 

Herb, Ulrich (2017). Open Access zwischen Revolution und Goldesel: Eine Bilanz fünfzehn Jahre nach der Erklärung der Budapester Open Access Initiative. In: Information. Wissenschaft & Praxis 68 (1) 2017:1-10. https://hcommons.org/deposits/item/hc:11549/

 

Edit:

Im Literaturverzeichnis einen Link zu einer OA-Version des Artikels von Ulrich Herb eingefügt. (21.07.2017, KS)

CfP #31: Emotionen & Emotional Labor

Posted in LIBREAS Call for Papers by Karsten Schuldt on 6. Dezember 2016

Bibliotheken managen nicht nur den Bestand, sondern sie sind auch Ort, an dem Menschen miteinander kommunizieren.

Die Fachliteratur thematisiert dies eher eng, vor allem als Informationsbedarfsgespräch, bei dem vorausgesetzt wird, dass die Nutzerinnen und Nutzer auch alle mit einem klar erfragbaren Interesse in die Bibliothek kommen. Aber ist dies die einzige Situationen, in denen Personal und Bibliotheksnutzern miteinander kommunzieren? Was wird im Rahmen solcher Gespräche mitgeteilt, mit welchen Gefühlen gehen beide Seiten in solche Situationen hinein, mit welchen gehen sie hinaus? Und was ist mit den anderen „Kontaktsituationen“, zum Beispiel bei Veranstaltungen? All diese Kontakte bedeuten auch, dass Menschen mit ihren Identitäten, Vorstellungen, Vorarbeiten, Ängsten, Hoffnungen und teilweise eher unkonkreten Bedürfnissen aufeinander treffen.
Lisa Sloniowski (2016) bemerkt, dass diese „emotional labor“ in Bibliotheken ständig stattfindet, aber kaum thematisiert oder gesondert bemerkt, entlohnt oder gesteuert würde. Vielmehr würden stärker klar messbare oder sichtbarere Aspekte zur Bewertung von guter oder schlechter Arbeit genutzt. Ein Beispiel sind technische Projekte. Sie weist zudem darauf hin, dass zumindest in ihrem Umfeld – der Bibliothek der York University, Toronto – die „emotional labor“ vor allem von Frauen geleistet wird. Hat diese Arbeit also, so fragt sie weiter, einen ähnlichen Status, wie die „unsichtbare Hausarbeit“, welche die zweite Frauenbewegung in den 1960ern und 1970ern erst sichtbar machen musste? Tragen Frauen in Bibliothek genauso mit unbezahlter Arbeit zum Funktionieren der Institution bei, wenn sie die Arbeit mit den Nutzenden verrichten, wie Frauen unbezahlt im Haushalt das Funktionieren der „kleinbürgerlichen Kleinfamilie“ garantierten? Sloniowski tendiert zu dieser Deutung und leitet daraus unter anderem die Forderung ab, die Situation feministisch zu interpretieren und gegen den von ihr postulierten neoliberalen Alltag der (kanadischen) Universität zu wenden.

Daneben ist zu bemerken, dass der Umgang mit „schwierigen Nutzenden“ zwar vor allem als Sicherheitsproblem thematisiert wird (Eichhorn 2015), aber viel öfter und viel eher eine persönliche Komponente enthält. Zumeist werden Probleme mit diesen Personen ohne Sicherheitsdienst oder Vorschriften gelöst. Aber wie genau? Zumal zum Beispiel Bodaghi, Cheong & Zainab (2015) zeigen, dass – zumindest in dem von ihnen untersuchten Bibliotheken in Malaysia – ein gewisser Mangel von Empathie auf Seiten des Bibliothekspersonals aus Nutzenden mit Sehbeeinträchtigungen erst „schwierige Nutzende“ machte. Wie gesagt: In der Bibliothek treffen Menschen auf vielen Seiten mit ihren eigenen Identitäten, Möglichkeiten und Vorstellungen aufeinander.

Bibliotheken sind zudem Einrichtungen, in denen sich Personal begegnet, zusammenarbeitet oder zumindest mit einander auskommen muss. Daher kann und muss man aus einer, wenn man so will, emotionstheoretischen Perspektive fragen: Was passiert in den Bibliotheken im Hintergrund? Wie funktionieren Bibliotheken auf der persönlichen, zwischenmenschlichen Ebene? Wie geht das Personal an der Theke mit dem Personal in der Katalogisierung um? Wie die Fachreferentin mit dem Medienbearbeiter? Wie mit den befristet eingestellten Projektleiterinnen und Projektleitern? Wie mit der Praktikantin, dem Praktikanten? (Larrivee 2015)

Zudem, der Kontakt zwischen Personal und Chefin oder Chef: In einer Bibliothek erwarten man eigentlich kein hartes Aufeinandertreffen. Es ist keine Firma, die sich mit ihrer Arbeit gegen Konkurrenten behaupten muss. Doch Machtbeziehungen existieren unweigerlich da, wo Hierarchien sind. Bibliotheken sind nach wie vor sehr oft eher nach traditionellen Mustern der Verwaltungsorganisation und damit hoch hierarchisch organisiert. Wie wirkt sich das auf der Ebene zwischen Menschen aus? Steuern Chefinnen und Chefs in Bibliotheken ihre Mitarbeitenden mit Emotionen? Lassen diese es sich gefallen?

Ein Thema aus dem englischsprachigen Bibliothekswesen ist das der „Mikroagression“ innerhalb des Personals, also der (zumeist ungewollten, aber strukturell auf Machtbeziehungen aufbauenden) Provokationen und Beleidigungen aufgrund unreflektierter Urteile über Menschen oder Vorannahmen, beispielsweise das Bestreiten von vorhanden Machtbeziehungen oder unnötig niedrige Anforderungen, die Mitarbeitenden vermitteln, dass ihnen weniger zugetraut wird. (Alabi 2015) Ist dies in Bibliotheken in den deutschsprachigen Ländern auch ein Thema?

Hin und wieder thematisiert werden die Ängste vor der Benutzung von Bibliotheken, die (potentielle) Nutzende davon abhalten, Bibliotheken überhaupt oder in Teilen so zu nutzen, wie es ihnen eigentlich möglich wäre. Dass solche Ängste bestehen, ist bekannt; dass sie die Nutzung von Bibliotheken einschränken, ist klar ersichtlich. (Jan, Anwar & Warraich 2016; Gremmels 2015) Doch: Wie verbreitet sind sie in deutschsprachigen Ländern? Wie prägen sie sich aus? Vor allem: Ängste sind persönlich – auch wenn sie gesellschaftlich vermittelt werden. Beschäftigen sich Bibliotheken mit solchen Ängsten? Gehen sie dagegen vor, dass sie bei (potentiellen) Nutzenden entstehen? Helfen sie, diese abzubauen? Wie? Wer macht diese emotionale, persönliche Arbeit?

In der Forschung weniger thematisiert, weil nicht den Problemfall oder das Pathologische ansprechend, können auch positive Emotionen der Bibliothek gegenüber oder in der Bibliothek auftreten. Die Architektur bereitet womöglich ästhetisches Wohlgefallen, der Büchergeruch lässt die schöne Kindheit wiederaufleben, in der Bibliothekslounge verfällt man endlich in die lang ersehnte tiefe Entspannung, für gemeinsames Arbeiten oder auch Flirten bietet die Bibliothek das perfekte Setting. Das emotionale Spektrum ist breit und kann individuell sehr stark variieren: Für die eine/den einen ist die Bibliothek der schönste Platz zum Aufhalten und Arbeiten, der/die andere empfindet die Bibliothek als elitären Ort, dessen neobarocke Eingangspforte sie oder er nie passieren würde.

Aufruf für Beiträge

Die LIBREAS. Library Ideas möchte die Ausgabe #31 zu diesem Themenbereich “Emotionen und Emotional Labor” gestalten und ruft zu Beiträgen auf, die sich mit den gerade genannten oder andere, passenden Fragen aufgreifen. Grundsätzlich bieten sich dazu persönliche Berichte und Reflexionen genauso an, wie Beschreibungen von institutionellen Strategien zum Umgang mit der emotionalen Komponenten bibliothekarischer Arbeit oder übergreifende Texte. Die Form der Beiträge ist offen, beispielsweise wären neben Essays und Artikeln auch mehr künstlerische Beiträge wie Lyrik oder Bilder denkbar. Erfahrungsberichte sind ebenfalls sehr willkommen und können auf Wunsch auch anonym (oder unter Pseudonym) veröffentlicht werden.

Für Rückfragen oder die Diskussion von Ideen für Beiträge steht die Redaktion gerne zur Verfügung. Kontakt und Einreichungen gerne per Mail. Deadline ist der 30.04.2017.

Eure/Ihre Redaktion LIBREAS. Library Ideas

(Berlin, Chur, Dresden, Hannover, München)

Literatur

Alabi, Jaena: Racial Microaggressions in Academic Libraries: Results of a Survey of Minority and Non-minority Librarians. In: The Journal of Academic Librarianship 41 (2015) 1: 47-53 (http://aurora.auburn.edu/handle/11200/48541)

Eichhorn, Martin: Konflikt- und Gefahrensituationen in Bibliotheken: ein Leitfaden für die Praxis. (3. Auflage) Berlin: De Gruyter Saur, 2015

Gremmels, Gillian S.: Constance Mellon’s „Library Anxiety”: An Appreciation and a Critique. In: College & Research Libraries 76 (2015) 3: 268-275

Jan, Sajjad Ullah ; Anwar, Mumtaz Ali ; Warraich, Nosheen Fatima: Library Anxiety and Emotion Perception Among the Undergraduate Social Sciences Students: A Relationship Study. In: Behavioral & Social Sciences Librarian 35 (2016) 2: 52-63

Larrivee, Anne: Exploring the Stressors of New Librarians. In: Public Service Quarterly 10 (2014) 1: 1-10

Matteson, Miriam L. ; Chittock, Sharon ; Mease, David: In Their Own Words: Stories of Emotional Labor from the Library Workforce. In: Library Quarterly 85 (2015) 1: 85-105

Sloniowski, Lisa: Affective Labor, Resistance, and the Academic Librarian. In: Library Trends (Issue: Reconfiguring Race, Gender, and Sexuality) 64 (2016) 4: 645-666

 

— Edit 06.12.2016 —

Deadline ist in 2017, nicht wie anfänglich angegeben, in 2016. Selbstverständlich.

— Edit 07.12.2016 —

Einige Tipp- und Korrekturfehler behoben.