LIBREAS.Library Ideas

Mondfahrer von heute. Über den Sputnikschock und Diversität.

Posted in LIBREAS.Feuilleton by Ben on 10. Juli 2013

von Ben Kaden / @bkaden

I

Eine bestimmte (=meine) Generation von Studierenden des Instituts für Bibliothekswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin erlebte jeweils meist im ersten Semester ihren Sputnik-Schock. Und zwar in einer Vorlesung bei Professor Umstätter, der dieses Ereignis berechtigt aber soweit erinnerlich auch als einziger der Dozierenden in Beziehung zu dem setzte, was man damals unter Bibliothekswissenschaft verstand, also einer Annäherung an die Informationsversorgung vor allem als Fachinformation mit dokumentationswissenschaftlichem Schwerpunkt.

Aus diesem Zeithorizont begleitet uns das Echo der Dokumentation noch bis heute im Titel des informationswissenschaftlichen Standardhandbuchs Grundlagen der praktischen Information und Dokumentation und der Leitzeitschrift Journal of Documentation. Ansonsten scheint sich das Phänomen der Dokumentation wenigstens in der Bibliotheks- und Informationswissenschaft weitgehend in anderen Themen und Schlagwörtern zwischen Informations- und Wissensphänomenen, der Digital Library und dem WWW aufgelöst zu haben. Wo Vladimir Nabokov einmal die schöne Metapher für eine Organisation wählte, die „nur noch ein Sonnenuntergang hinter einem Friedhof sei“, steht über dem Konzept einer Dokumentationswissenschaft schon lang der Abendstern.

Das ist insofern etwas bedauerlich, als dass mit dem bereits vor der Jahrhundertwende zwar etwas abgetragenen aber dafür auch sympathisch unpathetischen Begriff der Dokumentation ein anschauliches Bindeglied für die Gegenstandswelt zwischen Bibliotheks- und Informationswissenschaft existierte:

Bibliotheken befassten sich mit publizierter Information und verwalteten recht grobrasternd Bestände, die Dokumentation interessierte sich für alle greifbare Information, wenn sie nur relevant genug wahr, und verwaltete diese thematisch mittels Deskriptoren (der Datenträger als Objekt war zweitrangig) und die Informationswissenschaft blickte aus einer Metaebene darauf, was Menschen mit Information machen, also auf die Prozesse die den Gegenständen von Bibliotheks- und Dokumentationswissenschaft vorausgehen.

Damit gab es eine klar aufgefädelte Kette und Studierende des Faches wussten, wenn sie wollten, ziemlich genau, womit sich welche Facette beschäftigt. Heute scheint es, als würde die Informationswissenschaft mehr noch als die Bibliothekswissenschaft an dieser Hürde etwas straucheln, was nicht zuletzt daran liegt, dass die digitale vernetzte Gegenwartskultur uns permanent in Mischräumen allgegenwärtiger und diverser Formen von Information, Redundanz, Rauschen und also mehr oder weniger erfolgreicher Kommunikation hält. Soziale Netzwerke wie Facebook sind dabei eigentlich nichts weiter als Radikalisierungen der Dokumentation, wobei die Größe Thema durch die Größe persönliche soziale Identität ersetzt wurde. Selbstverständlich existieren die Erschließungssysteme auf der Zugangsebene höchstens simplifiziert (dafür aber für jeden sofort erschließbar). Auf der Verwaltungsebene der Anbieter sind sie dagegen kaum für Außenstehende einsichtig aber angenommen ziemlich elaboriert.

Eine solche Vermutung scheint jedenfalls insofern naheliegend, da die eigendokumentierten und von den Betreibern zielgerichtet nacherschlossenen Datenmengen dieser Kommunikationsnetzwerke, wir wie lange ahnten und heute sogar wissen, nicht nur Basis von Geschäftsmodellen sind, sondern auch zahlreichen Geheim- und Nachrichtendiensten ein Anwendungs- und Entwicklungsfeld für gesellschaftliches Steuerungswissen bieten. Darüber, wohin wir steuern bzw. gesteuert werden, besteht derweil bei weitem nicht gleichermaßen intensiv elaboriertes Wissen. Und wenn man hört, dass die Europäische Union die Forschungsförderung im geisteswissenschaftlichen Bereich rein auf Projekte aus dem Bereich der Digital Humanities konzentrieren möchte, dann scheint das übergeordnete Interesse an solchen metafunktionalen Fragestellungen auch nicht sonderlich ausgeprägt zu sein.

II

Im Jahre 1957 und lange vor der Polyexzentrik der Postmoderne hatte man es dahingehend noch gut. Denn man besaß den Kalten Krieg mit seiner bipolaren Ordnung als Orientierungsmuster. Sein Pendant ist heute vielleicht der Krieg gegen den Terror, der allerdings, so wie die Kommunikationsstrukturen, weitaus weniger schematisch aufgegliedert wirkt und auch nicht vergleichsweise mittels (Geheim)Diplomatie verhandelt werden kann. Glaubt man der Zeitung, haben wir es eher mit neoarchaischen Lösungen (und Denkmustern) zu tun, die sich dankbar auf Hochleistungstechnologie stützen. Wir streiten derweil aber auch nicht mehr um die Entwicklung eines besseren Gesellschaftssystems, sondern für die Konsolidierung des erreichten.

Die aktuellen Überwachungspraxen spiegeln das ausgezeichnet wieder und wo früher die Auslöschung der ganzen Erde im Raum steht, bleibt heute nur die Drohung, dass jeder gerade das ein Zufallsopfer sein kann. Über diesen Umweg gelingen eine Konkretisierung der gefühlten Gefährdung und eine weitaus überzeugendere Legitimation von kontrollierenden Eingriffen in das, was man sich einmal als Privatheit erkämpft hat.

Nicht die großen Entwürfe kollidierender Gesellschaftssysteme sondern individuelle Verstrickmuster, wie man sie aus der griechischen Tragödie erinnert und die sich in bester Passung vor einem ständig raunenden Chor aus sozialen und Massenmedien entfalten, dominieren die Stories unserer Gegenwart, wobei wir uns die damit verbundenen klassischen Fragestellungen schenken und rein auf die Fakten konzentrieren. Insofern ist die Umstrukturierung der Geisteswissenschaften von der Deutung hin zur Empirie vollauf konsequent.

Nun gibt es in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Library Quarterly einen kleinen (offensichtlichen Rede-)Text, der auf den ersten Blick fast ein Stück aus der Zeit gefallen zu sein scheint. (Totten, 2013) Denn er schlägt den Bogen in eine Zeit zurück, in der Individualität an sich noch kein allzu großer gesellschaftlicher Wert war, zugleich aber sogar Naturwissenschaftler vereinzelt noch, in den Spätausläufern der Little Science, als Persönlichkeiten (bzw. Eminenzen) galten (und diese Rolle auch Anstrebten), bevor die Big Science sie in Laborteams zum Dienste der Gesellschaft zusammendampfte. Die Invertierung der erfolgten Wertzuschreibung ist soziologisch sehr interessant: Während auf der Ebene des Privaten die persönliche Entfaltung zum Maßstab erwuchs (mit allen bekannten Folgen und Neu-Vermassungen) und die Menschen reihenweise die Fließbänder verließen, entwickelte sich im 20. Jahrhundert für die Wissenschaftler der Anspruch, sich möglichst jeder Idiosynkrasie entkleidet quasi wesensnackt an die Assembly-Line zu stellen und planmäßig Innovation oder wenigstens neues Wissen Projekt für Projekt (erfolgreich) zusammenzuschrauben. Dieser Prozess entfaltet sich bis heute, wobei José Ortega Y Gasset schon wieder recht frisch wirkt, während die Forschungs- und Wissenschaftspolitik noch beschäftigt ist, ihre Moderne zu Ende zu führen.

III

Dass Herman L. Totten, u. a. Dean des College of Information der University of North Texas, Chair der iConference 2013 und Träger des Melvil Dewey Award, nun abstrakt Diversität als Vorteil herausarbeitet, hat leider rein gar nichts mit einem humanistisch geprägten Konzept der Andersheit zu tun. (siehe Totten, 2013)  Sondern schlicht mit der Totalverwertung aller Verschiedenheiten zum Wohle eines übergeordneten Ganzen. Sein Einstieg ist eine Erinnerung an den Sputnik-Schock, dem er einst über das Twitter seiner Studienzeit – dem aufgeregten gemeinsamen Zeitungslesen im Wildcat Inn auf dem College-Campus – erfuhr: „Russia Launches the First Satellite!“ Die Scham über den Sieg der Sowjetunion (kurz: Russia) im Space Race der sich dereinst für die fortschrittlichere Hälfte der Welt haltenden Amerikanern, ging tief und sorgte für einige Verstörung. Wie aus – je nach Wetterlage auch buchstäblich – heiteren Himmel wurde das Selbstbild der technologisch führenden Nation erschüttert und, so fürchtete man, das Fremdbild ebenso:

„The United States was humilated. No longer would the world deem America as the superior nation in science and technology.“

Dass es dabei gar nicht mal so sehr darum ging, dass irgendwo am Himmel ein Satellit piepst und blinkt, sondern darum, dass dieselbe Raketentechnologie mutmaßlich aufwandsarm Nuklearsprengköpfe zum Zwecke der Detonation um die halbe Welt schicken konnte, erwähnt der Autor leider nicht. Vielleicht war der Atomkern des Technologiewettstreits im Kalten Krieg den Freshmen dieser Jahre aber auch nicht so bekannt.

Mit der Demütigung entfaltete sich jedenfalls eine große Verwunderung, etwa vergleichbar mit dem inneren Aufruhr des feschen Abschlussballkönigs, der zusehen muss, wie der farblose introvertierte Trottel aus der letzten Bank auf einmal Arm in Arm mit der Prom Queen aus der Ballsaal scharwenzelt – ebenfalls ein uramerikanisches Kulturnarrativ, das sich in zahllosen Generationen prägenden Teenagerfilmen findet, das jedoch heute, da diese einst gehänselten Nerds mit Mitte Zwanzig zu den reichsten Menschen des Landes gehören, weitgehend überlebt erscheint.

Im Jahr 1957 blieb die Frage im Raum:

„How could a country where the majority of the population had only learned to read and write in the last fifty years outdo the United States, the most innovative country in the world?“

Wie haben die Sowjets das gemacht? Herman L. Totten verspricht im Sommer 2013 eine Antwort zu geben und das Originelle an seiner Antwort ist, dass er die Lösung ausgerechnet in der Diversität sieht. Wobei Diversität in seiner Welt folgendermaßen beschrieben wird:

„Diversity includes gender, ethnicity, religion, cultural background, sexual orientation, age, and disabilities.“

Eine Aussage, die, da weitgehend unerläutert, dem Leser mehr als drei Fragezeichen auf den Weg gibt. Zumal die Sowjetunion der 1950er Jahre, wie sogar jeder Readers-Digest-Leser wissen konnte, schon ein paar Jahrzehnte Kulturentwicklung hinter sich hatte, die nicht unbedingt als  diversitätsfördernd bekannt waren. Im Gegenteil: Zur Blütezeit Stalins vermochte man nicht selten sogar mit hochkonformen Verhalten als Diversant durchgehen und musste sich in diesem Fall glücklich schätzen, wenn man sich weiterhin in hochdruckhomogenisierten Straflagerkolonnen am Sieg des Sozialismus beteiligen durfte. Für Wissenschaftler gab es zu diesem Zweck der fortgesetzten Teilhabe, wie wir von Solschenizyn wissen, einen eigenen Höllenkreis namens Scharaschka.

Dass Russland gerade für Großprojekte vom Fern- und U-Bahn-Bau über Stahlwerke und Stauseen im Niemandsland bis zum Weltraumprogramm unbegrenzt Menschenmaterial zur Verfügung stand, das man vergleichsweise flexibel nutzen konnte, bemerkt Herman L. Totten genauso wenig, wie, dass die sowjetische Wissenschaft aus naheliegenden Gründen weitaus zentralisierter und also frühzeitig an der Kandare politisch vorgeschriebener Zielstellungen arbeitete. Das erleichterte nicht nur die Abstimmung der Forschungspläne, sondern verkürzte auch Entscheidungsketten.

IV

Für Herman L. Totten ergibt sich der sowjetische Erfolg beim Wettlauf zu den Sternen vorwiegend daraus, dass die Rote Armee (kurz: Russia) 1945 tausende deutsche Wissenschaftler und versprengte jüdische Intellektuelle („the brightest and best minds in Europe“) nach Russland brachte. „Behind the Iron Curtain, Russia abducted and exploited the brilliant minds of these people.“ Das Quantum Wettbewerbsvorteil lag also im rücksichtlosen Import vielfältiger Expertise und so verkehrt ist das gar nicht. Denn Sergei Koroljow, DER (Scharaschka erfahrene) ingenieurtechnische Weltraumpionier der Sowjetunion dieser Zeit, brachte sich tatsächlich aus Deutschland ein paar kluge Assistenten aus dem Umfeld Wernher von Brauns auf sein abgeschiedenes Forschungseiland. Von Braun dagegen fand als einer von „some [abducted] German scientists“, die aber offenbar eine vergleichsweise überschaubare Rolle spielten in Fort Bliss, Texas dank zweier Integrationsprojekte namens Overcast und Paperclip sein Aus- und Einkommen. Die deutschen Denker im sowjetischen Raumfahrt-Think-Tank durften in den 1950er wieder zurück zu ihrer Heimaterde, nachdem sie ihren Anteil zum Wettbewerbsvorteil („The advantage of harnessed diversity! This advantage always leads to success.“) beigesteuert hatten.

In der Folge des Textes erwähnt Herman L. Totten dann doch noch das Vermixen von Diversität in der sowjetischen Kultur zu etwas, was er „Soviet puree“ nennt, dem er den „tossed salad“ (offensichtlich und hoffentlich in Unkenntnis der Slang-Bedeutung dieser Wendung) der USA entgegensetzt. Spätestens hier verliert die Brücke zwischen Sputnik-Schock und Diversität vollends ihr Geländer. Was erwiesenermaßen stimmt, ist, dass die USA als Schlussfolgerung aus dem ersten menschengemachten Erdtrabanten massiv in ihr Bildungs- und natürlich Fachinformationswesen investierten. Ein Effekt war offensichtlich auch die forcierte Entwicklung des Online Retrieval (Umstätter, 2000, S. 191), was aus heutiger Sicht erstaunlich geradlinig zum Googleversum führte.

Hermann L. Totten erwähnt die enorme Steigerung der Ressourcen, die der National Science Foundation (NSF) vom Kongress zugewiesen wurden,

„to promote the progress of science; to advance the national health, prosperity, and welfare; to secure the national defense“.

Es überrascht einerseits, dass an dieser Stelle das Schlagwort “Big Science” nicht fällt und dass andererseits der Dean einer informationswissenschaftlichen Einrichtung die Folgen für die Fachinformation – unter anderem den Ausbau von Metadokumentationen wie Referatediensten – nicht erwähnt. Beispielsweise wurde die Indexierung der Chemical Abstracts in den frühen 1960er computerisiert, was im Anschluss an den von Herman L. Totten ebenfalls unerwähnten Weinberg-Report nur folgerichtig war. Denn der Bericht stellte dezidiert die potentielle Bedeutung von (standardisierten) Referate- und Nachweisdiensten heraus. (Weinberg et al., 1963, S.4) Wobei diese Erkenntnis zugegeben weniger exklusiv von Alvin M. Weinberg und seinem Team hervorgebracht wurde, sondern als generelle Notwendigkeit schlicht in der Luft lag.

Aber immerhin hatte es so die Regierung der USA auch noch einmal expliziert auf dem Tisch, genauso wie die formulierte Notwendigkeit, die Fachinformationsflüsse an zentraler Regierungsstelle um Blick zu haben – also eine Art „Planning Tool for Resource Integration, Synchronization, and Management” – von Informationsflüssen. Es liegt eine gewisse schicksalshafte Ironie in der Tatsache, dass Alvin Weinberg gut zehn Jahre später von Präsident Nixon aus seiner Wissenschaftskarriere als Kernforschungsinstitutsdirektor geworfen wurde, weil er sich zu fortschrittsbremsend-technologiefolgenabschätzend (so die Einschätzung der Regierung) bei der Entwicklung Nuklearreaktoren zeigte. Am Ende eines Tages läuft es ja trotz aller Diversitätsversprechend des „tossed salads“ auf die Frage nach der Verteilung von Entscheidungsmacht heraus.

Briefmarken USA

Der Juli 1960 führte in den USA zu einigen Neuerungen. Unter anderem wurde das Prä-Touchpad Etch-a-Sketch auf den Markt gebracht. Zuvor jedoch, am 04. Juli, wurde die offizielle Flagge  mit den 50 Sternen (nach dem Entwurf des 17-jährigen Robert G. Heft ), die es auch auf den Mond schaffte, erstmalig aufgezogen. Am selben Tag erschien die berühmte 4 Cent-Briefmarke  (Scott-Katalog-Nummer 1153, gestaltet vom neusachlich geprägten Künstler Stevan Dehanos), produziert nach dem Monsignore des Wertzeichendrucks des 20. Jahrhunderts, Gualtiero Giori, benannten Druckverfahren (zweifarbiger Stichtiefdruck). Zwei Tage zuvor war die American Woman Issue (Scott-Nr. 1152) an den Postschaltern gelangt, die Mutter und Tochter hinter einem aufgeschlagenen Buch zeigt und  als „a tribute to American women and their accomplishments in civic affairs, education, arts and industry“ dienen sollte.  Die Briefmarkengeschichte ließe, wie sich zeigt, auch in diesem Fall eine wunderbare sozialgeschichtliche Zeitanalyse zu. Der gezeigte Beleg markiert nur eine Perspektive, die aber fast wie geplant die Verknüpfung von Nationalstolz, Wert der Diversität und optimierter Verwaltung kombiniert. Auf welcher Grundlage der Sender des Briefes aus Minneapolis ausgerechnet diese drei Marken wählte, ist leider nicht mehr ermittelbar. In jedem Fall griff er zu der im Juni 1981 ausgegebenen Sondermarke zum „International Year of the Disabled“ (Scott Nr. 1312) der UNO, die von der Zeichnerin und Streiterin für die Rechte Behinderter streitenden Martha Perske entworfen wurde.  Interessant ist an der Marke  die Betonung die Verknüpfung mit dem Erkenntnisinteresse unter dem Slogan der trotz der körperlichen Einschränkung gegebenen Befähigung. Wirklich aussagekräftig wird jedoch erst der Vergleich mit einer  am 19.07.1960 ausgegebenen Briefmarke. Die vom eher für seiner Cover-Gestaltung für Groschenromane bekannten Carl Bobertz entworfene Ausgabe (Scott Nr. 1155) zeigt ebenfalls einen Mann im Rollstuhl, der jedoch nicht ein Mikroskop sondern eine Bohrmaschine bedient. Die damit verbundene Aufforderung las sich: „Employ the Handicapped“. Zur Motivation der Marke ist mir nichts bekannt. Da der gezeigte Industriearbeiter jedoch beinamputiert zu sein scheint, könnte ein Bezug zur Sorge um Kriegsveteranen vorliegen. Für unsere kleine Nebenanalyse zeigt sich in den 20 Jahren Differenz zwischen Briefmarkenausgaben aber vor allem der Schritt von der Beschäftigung in der Industrie zur Teilhabe an einer Wissenschaftsgesellschaft. Die dritte Briefmarke auf dem Beleg zeigt schließlich die von Rudolph de Harak ziemlich lieblos gestaltete Figur des Metallmagnaten Joseph Wharton, der hier als Stifter der Wharton School an der University of UPenn geehrt wurde. (Scott Nr. 1920)  An die Schalter kam die Ausgabe ebenfalls im Juni 1981. Die Wharton School zählt bis heute zu den Topadressen, die man für einen MBA in Betracht ziehen kann.  Die derzeit dort lehrende Professorin für Informationsmanagement, Shawndra Hill, wurde zudem in diesem Jahr dadurch international bekannt, dass sie den Beruf das „Data Scientist“  zum mutmaßlich „sexiest job of the 21st century“ erklärte. (Allerdings zitierten sie nicht alle Quellen, die über diese Aussicht berichteten, als Quelle.) So schließt sich einstweilen der Kreis vom Nationalgefühl über die Integration in Wissensgenerierungsprozesse hin zu Ökonomisierung und Big Science, die eigentlich schon immer notwendig auch Big Data war. Dass die US-Post allerdings noch eine Briefmarke zu Ehren der Big Data Scientists herausbringen wird, ist angesichts ihrer wirtschaftlich prekären Lage nicht sicher. Wenn sie es jedoch tut, wird sie deren Verwendung wahrscheinlich minutiös dokumentieren. So ist sie also selbst bereits längst im Big-Data-Business aktiv.

V

Herman L. Tottens Volte pariert diese Aspekte durch die bekannte Praxis des Ausblendens. Sein Diversitätsbegriff ist, vorsichtig formuliert, unterreflektiert. Seine Schlüsse wirken teilweise fast rührend. Die zentrale Folge des Sputnik-Schocks ist für ihn eine Öffnung des Bildungssystems „to include all races and cultures living in the United States“, was ebenfalls eine gewisse Verkürzung der Geschichte des Bildungswesens der USA darstellt. Und vielleicht dann einen Hauch schönrednerisch wirkt, wenn man sich beispielsweise an die Kämpfe um die Desegregation des Schulbesuchs erinnert, die sich etwa zeitgleich mit dem Space Race entfalteten. Die Rassentrennung an US High Schools wurde nicht aus der Erkenntnis, dass Diversität die Wissenschaft befördert, aufgehoben. Sondern schlicht weil sie verfassungswidrig war. (Brown vs. Board of Education, 347 U.S. 483 (1954))

In der aufgeräumten Argumentationswelt von Herman L. Totten liest man dagegen:

„Monies were used to promote inclusiveness, which is the embracing and harnessing of a diverse talent pool. As a result of this harnessed diversity, the United States beat the Russians to the moon! In other words, diversity is an advantage to the nation as well as an advantage to all of you who are given the opportunity of an education to promote this inclusiveness.”

Es ist nicht ganz klar, wen der Dean hier adressiert, aber sein Text liest sich insgesamt wie eine Programmrede, die er vor möglicherweise betroffen zu Boden blickenden Absolventen des mehrfach erwähnten Institute of Museum and Library Services (IMLS) hielt, dessen Weblog einen solchen Termin vermerkt. (Cherry, 2012)

Doch selbst wenn man eine solch verkürzte Darstellung der Entwicklung der amerikanischen Bildungspolitik zur Integrativität und Diversitätsförderung in einer kleinen Festansprache zugunsten eines in jedem Fall hehren Anliegens hinnimmt, bleibt unklar, warum The Library Journal diesen Holzschnitt auch noch abdruckt. Und ob Sätze wie,

„People of diverse cultures, religionsm and social status founded the United States. Do you realize that this diversity has made the United States the strongest and greatest nation on earth?”,

in den USA tatsächlich das Kriterium für „scholarship about libraries as organizations that connect their communities to information” und „ research that explores the changing roles of libraries as they pertain to the growing influence of information in policymaking, equity, access, inclusion, human rights, and other societal issues.” erfüllen, bleibt wenigstens vor dem Horizont kontinentaleuropäischer Ansprüche an einen intellektuellen Diskurs fraglich.

Es könnte freilich sein, dass die Perspektive auf den Text durch eine mangelnde Kenntnis der lokalen Bedingungen in Denton, Texas verzerrt sind und dass die Aversion gegen Superlative bündelnden Aufbruchsappelle wie

„[b]y embracing diversity you will become a part of strongest nation in the world’s quest for knowledge, security, and peace.”

aus dem Ennui eines sehr diversitätsgeforderten Berliner Alltags resultiert. In jedem Fall gibt es die iConference 2014 an der Berlin School of Library and Information Science unter dem denkbar um Lokalkolorit bemühten Motto „Breaking down walls“ und Beiträge wie der von Herman L. Totten deuten die Möglichkeit eines kommenden kräftigen Kulturschocks mehr als an.

(Berlin, 04.07.2013)

Literatur

Brown et al. vs. Board of Education of Topeka et al. (1952-1954) Appeal from the United States District Court for the District of Kansas. No. 1 Entscheidung vom 17. Mai 1954, http://caselaw.lp.findlaw.com/scripts/getcase.pl?court=US&vol=347&invol=483

Kevin Cherry (2012) Things are Going SWIM-ingly Out West. In: UpNext: The IMLS-Blog. 07.12.2012, http://blog.imls.gov/?p=2009

Herman L. Totten (2013) The Advantages of Diversity. In: Library Quarterly. Vol. 83, No. 3, S. 204-206. http://www.jstor.org/stable/10.1086/670694

Walther Umstätter (2000) Die Nutzung des Internets zur Fließbandproduktion von Wissen. In: Klaus Fuchs-Kittowski, Heinrich Parthey , Walther Umstätter, Roland Wagner-Döbler (Hrsg.) Organisationsinformatik und Digitale Bibliothek in der Wissenschaft: Wissenschaftsforschung Jahrbuch 2000. Berlin: Gesellschaft für Wissenschaftsforschung 2010. S. 179-199 / 2. Auflage 2010 verfügbar unter http://www.wissenschaftsforschung.de/JB00_179-200.pdf

Alvin M. Weinberg / The President’s Science Advisory Committee (1963) Science, Government, and Information. The Responsibilities of the Technical Community and the Government in the Transfer of Information. Washington: US. Government Printing Office

Library Life. Ein Interview zu einem interdisziplinären Forschungsprojekt.

Posted in LIBREAS aktuell, LIBREAS.Interview by libreas on 11. April 2013

von Lars Müller

In der Bibliotheks- und Informationswissenschaft spricht man häufig und gerne über die Erforschung vom Leben in und um Bibliotheken . Bibliotheks- und informationswissenschaftliche Studien dazu sind aber erstaunlicherweise im deutschsprachigen Raum Raritäten. Ebenso überraschend greifen in wachsender Zahl andere Disziplinen dieses Themenfeld auf. Eines dieser Projekte ist die Research Area 8, Cultures of Knowledge, Research, and Education im International Graduate Centre for the Study of Culture an der Universität Giessen. Dort ist Friedolin Krentel einer der Ansprechpartner für das Forschungsprojekt „Library Life“. Ich war daher neugierig auf das Giessener Projekt und habe für das LIBREAS-Blog per E-Mail nachgefragt.
Lars Müller (LM): Aus welchen Disziplinen stammen die beteiligten Forscher/innen Eurer Arbeitsgruppe, sind Bibliotheks- und Informationswissenschaftler/innen beteiligt?

Friedolin Krentel (FK): Unsere Arbeitsgruppe zu „Library Life“ ist aus disziplinärer Hinsicht sicherlich ein bunt zusammengewürfelter Haufen. Sie setzt sich heute aus etwa 8 bis 10 Wissenschaftler*innen zusammen, die aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen wie Ethnologie, Germanistik, Geschichte, Informatik, Literaturwissenschaften, Medienwissenschaften und den Sozialwissenschaften kommen. Ausgewiesene Bibliotheks- und/oder Informationswissenschaftler*innen sind leider nicht dabei. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass sich die Vielfalt unserer disziplinären Hintergründe zusammengenommen im Zusammenspiel mit unserem Forschungsinteresse sicherlich in mancherlei Hinsicht mit informationswissenschaftlichen Ansätzen und Perspektiven assoziieren lässt.

LM: Worauf richtet sich Euer Erkenntnisinteresse: Alltag der Forscher/innen, Entstehung von Wissen oder Information, Bibliothek als Raum…?

FK: Unser Projekt entwickelte sich innerhalb der Research Area 8 über einen Zeitraum von beinahe zwei Jahren aus einer intensiven Beschäftigung mit Texten der Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) um Bruno Latour und Michel Callon. Das kann man zum Beispiel auch am Titel „Library Life“ sehen, der bewusst auf die von Bruno Latours und Steven Woolgars 1979 publizierte Untersuchung namens „Laboratory Life“ (Bruno Latour, Steve Woolgar (1986): Laboratory life. The construction of scientific facts. Beverly Hills : Sage Publ, 1979. Wikipedia-Seite zur Publikation) anspielt. Die Studie beschäftigt sich mit Praktiken der Wissensproduktion in naturwissenschaftlichen Laboren und liefert wichtige Impulse für die fortlaufende Entwicklung der ANT.

In „Library Life“ wollen wir nun in gewisser Weise mit der ANT experimentieren, um zu überprüfen, inwiefern deren analytisches Instrumentarium sich auch für sozial- und geisteswissenschaftliche Wege der Wissensproduktion nutzen lässt bzw. welche neuen Erkenntnisse und Beschreibungen sich aus dieser Perspektive ergeben. Unser Fokus liegt auf der Rekonstruktion der individuellen Praktiken der Wissensorganisation und Textproduktion von Sozial- und Geisteswissenschaftler*innen. Dabei wollen wir sowohl ideelle, praktische als auch materielle Einflussfaktoren des wissenschaftlichen Arbeitsalltags aufzeigen, um damit den Prozess der Wissensgenerierung “sichtbarer” und „(be-)greifbarer“ beschreiben zu können.

Gerade angesichts einer immens fortschreitenden Umstellung der Arbeitsumgebungen im Zuge von „Computerisierung“ und Vernetzung der verwendeten Werkzeuge und Hilfsmittel sowie der möglicherweise parallelen Verwendung von „analogen“ (Zettelkasten, Karteikarten, handschriftliches Exzerpieren) und „digitalen“ (Literaturverwaltungsprogramme, vernetzte Suchalgorithmen, relationale Datenbanken, kollaborativ-vernetztes Arbeiten) Methoden, kann hier von einer Vielfalt unterschiedlichster Vorgehensweisen und Strategien zur Erzeugung wissenschaftlicher Erkenntnisse ausgegangen werden.

LM: Wie lautet Eure forschungsleitende These?

FK: Analog zu den laboratory studies nehmen wir als heuristische Arbeitshypothese an, dass die Arbeitszimmer, Bibliotheken und Büros die Labore, respektive Werkstätten sozial- und geisteswissenschaftlicher Wissensproduktion sind. Als Arbeitsorte oder Arbeitsumwelten mit einer spezifisch gestalteten Logik, materiellen Ausstattung sowie bestimmten Eigenschaften und Eigenarten sind sie unmittelbar in die Praktiken des wissenschaftlichen Erkenntnisprozess involviert und werden zugleich durch diese Praktiken als (sozial- und/oder geistes-)wissenschaftliche Handlungsorte hervorgebracht. Der wissenschaftliche Erkenntnisprozess findet damit nicht „nur“ auf einer rein geistigen Ebene statt, sondern beinhaltet immer auch einen praktischen (und zumeist wenig reflektierten) Umgang mit in gewisser Weise auch widerspenstigen Elementen der Arbeitsumwelt. Dabei kann es sich auf der einen Seite um ganz offensichtliche Dinge wie Computer, spezielle Programme, Bücher, Notizen usw. handeln. Aber ebenso könnten auch Dinge wie Lieblingsstifte, Bilder, Skulpturen, der Blick aus dem Fenster, die Kaffeemaschine im Büro, Pflanzen usw. eine Rolle spielen. Die Liste ließe sich sicherlich nahezu unendlich fortsetzen, man muss sich nur mal überlegen was am eigenen Schreibtisch so alles herumsteht oder liegt.

Mit dem von der ANT postulierten „symmetrischen Blick“ auf Wissen schaffende Praxen, gehen wir also davon aus, dass diese materiellen Ensemble im Zusammenspiel der im Umgang mit ihnen durchgeführten Praktiken direkt in die inhaltliche und formale Gestalt wissenschaftlicher Texte einfließen. Entsprechend sieht unsere empirische Datenerhebung ausdrücklich vor, das jeweilige Arbeitsumfeld und dessen Ausstattung und Dinge einzubeziehen.

LM: Welche Methoden benutzt ihr?

FK: Die Auswahl geeigneter Methoden für unser Unterfangen war innerhalb der interdisziplinären Forschungsgruppe ein längerer Prozess. Im Kern ging es darum, die methodologischen Anforderungen des Forschungsinteresses mit dem dazu notwendigen individuellen Aufwand für die parallel an ihren jeweiligen Dissertationen arbeitenden Doktorand*innen der Arbeitsgruppe abzuwägen.
Da es uns unmöglich erschien neben der Dissertation eine ethnografische Beobachtung der häufig mehrere Monate oder gar Jahre andauernden Arbeit an wissenschaftlichen Texten in Aktion im Sinne der ANT durchzuführen, versuchen wir mittels narrativer Interviews einen Reflexionsprozess bei den Interviewpartner*innen über ihr eigenes Tun anzustoßen. Sie sollen damit sozusagen zu Ethnograf*innen ihrer Selbst werden und uns – orientiert an einem von ihnen publizierten Artikel – dessen Entstehungsgeschichte rekonstruierend erzählen. Um die dinglichen, körperlichen und praxeologischen Dimensionen der Wissenserzeugung nicht aus dem Blick zu verlieren, entschieden wir uns dazu, die Interviews an dem von den Interviewpartner*innen als ihrem textspezifisch-persönlichen Hauptarbeitsort – sei es nun in der Bibliothek, dem Büro oder auch ein privates Zimmer – benannten Ort durchzuführen. Die Interviews werden jeweils zu zweit durchgeführt, so dass immer eine Person sich auf die Beobachtung des räumlich-materiellen Ensembles sowie dessen gestische Einbeziehung in die Erläuterung konzentrieren kann. Die Beobachtungen sowie unser im Vorfeld für die materiell-praxeologischen Dimensionen sensibilisierte Blick dienen dann im späteren Verlauf des Interviews dazu, möglichst offene Fragen zu konkreten Umgangsweisen und Bedeutungen einzelner erwähnter, gezeigter oder auch unerwähnter Elemente zu stellen.

Als Vorbereitung für die Interviews identifizierten wir aus unseren eigenen Arbeitsweisen potentiell relevante Aspekte und entwickelten daraus eine Art Leitfaden, der aber bestenfalls erst dann zum Einsatz kommen soll, wenn sich aus dem Interview selbst oder den Beobachtungen keine weiteren Fragen mehr ergeben. Die freie Erzählung unserer Interviewpartner*innen soll im Vordergrund stehen! Da es innerhalb unserer Forschungsgruppe unterschiedlich ausgeprägte Erfahrungen mit Interviews (und speziell narrativen Interviews) gibt, soll der Leitfaden auch als eine Hilfestellung für die unerfahreneren Kolleg*innen dienen.
Mit Einverständnis der Interviewpartner*innen würden wir im Anschluss an das Interview auch noch versuchen einzelne wichtige Elemente und/oder den gesamten Arbeitsraum mittels Videokamera und Fotoapparat zu dokumentieren, um diese dann für die Analyse in der Gruppe nutzen zu können und den individuellen Erinnerungsprozess beim Schreiben und Auswerten der Beobachtungsprotokolle zu unterstützen.

LM: Wie ist die Gruppe der Untersuchten zusammengesetzt?

FK: Als Sample für unsere Interviewanfragen haben wir in erster Linie persönlich bekannte Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichen geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen und in verschiedenen Karrierestadien – von Doktorand*in bis Professor*in – ins Auge gefasst. Aufgrund der teilweise in privaten Bereichen stattfindenden Interviews, erscheint uns ein gewisses bereits im Vorfeld bestehendes Vertrauensverhältnis wichtig für den Zugang und die individuelle Bereitschaft für ein Interview. Insgesamt werden wir – zumeist zu zweit und in unterschiedlichen Konstellationen – jeweils zwei Interviews führen, wodurch sich unsere Untersuchungsgruppe auf insgesamt etwa 10 Personen begrenzen lässt. Zusätzlich überlege ich derzeit, ob es nicht auch interessant wäre, unsere eigenen wissenschaftlichen Arbeitsweisen innerhalb von „Library Life“ zu beobachten. Als Ausgangspunkt könnte beispielsweise unsere Klausurtagung zur gemeinsamen Sichtung und Analyse des Datenmaterials dokumentiert werden und für eine Art Metaanalyse dienen.

LM: In welcher Phase befindet sich das Projekt „Library Life“ zur Zeit?

FK: Die Phase der Datenerhebung per Interviews läuft. Sie wird sich noch bis Ende Mai hinziehen. Soweit ich weiß, wurden bereits erste Interviews geführt und einige Zusagen sind ebenfalls eingegangen, die dann im April/Mai in Angriff genommen werden. Für Anfang Juni haben wir uns mit der bereits erwähnter Klausurtagung eine klare Deadline gesetzt, zu der die Interviews definitiv abgeschlossen sein sollten. In dieser Klausurtagung wollen wir uns dann gemeinsam über mehrere Tage den Daten und ihrer Analyse widmen, um wichtige Aspekte herauszuarbeiten, die anschließend in kleineren Gruppen vertiefend behandelt werden können. Außerdem steht auf der Klausurtagung noch an, dass wir uns angesichts der vorläufigen Ergebnisse über mögliche Publikationsformate einigen, womit wir dann ja auch gleich bei der nächsten Frage angekommen sind.

LM: Ich bin gespannt auf Eure Ergebnisse. Wann und wo werdet ihr sie publizieren?

FK: Wie gesagt, steht das wo und wie noch nicht fest. Wir haben in diversen Arbeitstreffen zwar bereits mehrere Male das Thema Publikationsformen angesprochen, konnten und wollten uns da aber noch nicht endgültig festlegen. Die Tendenz geht aber – aus meiner Sicht – dahin, dass wir uns den November diesen Jahres als Deadline setzen, zu der wir uns gegenseitig und daran anschließend sicherlich auch noch auf unterschiedlichen Tagungen die Teilergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen vorstellen werden. Wie diese dann abschließend fixiert werden, sei es nun als gemeinsamer Sammelband, einzelne Artikel oder auch in Form einer Ausstellung oder online-Präsenz (oder auch mehrere Formate parallel) kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich denke aber, dass wir dann im Juni weiter sind. Wer sich also dafür interessiert, kann sich bereits jetzt oder dann im Juni hoffentlich ausführlicher auf der Homepage der Research Area 8 informieren.

Zum Abschluss möchte ich mich für die spannenden Fragen bedanken, die mir einerseits die Möglichkeit eingeräumt haben, „Library Life“ vorzustellen, die mich aber darüber hinaus auch dazu angeregt haben, unser Projekt nochmal neu zu reflektieren und zu formulieren. Vielen Dank!

LM: Ich danke Dir!

(April 2013)