LIBREAS.Library Ideas

Have and Have-Nots? (The New Digital Divide, I)

Posted in LIBREAS.Feuilleton by Karsten Schuldt on 12. März 2012

Von Karsten Schuldt

Zu: Eubanks, Virginia / Digital Dead End : Fighting for Social Justice in the Information Age. — Cambridge, Massachusetts ; London, England : MIT Press, 2011 (978-0-262-01498-4).

 

Digital Dead End: Fighting for Social Justice ist vor allem ein Beitrag zu einer – längst notwendigen – Debatte um den New Digital Divide. Nicht die Frage allein, ob alle Menschen einen Zugang zu Digitalen Medien haben, sondern die Frage, wie diese Technologie für unterschiedliche Menschen funktioniert, welche Gesellschaft sie evozieren, welche Machtverhältnisse sie produziert und reproduziert (sollten) im Mittelpunkt dieser Debatte stehen. Oder anders: Wie Menschen Technologie nutzen, wie diese Nutzung von ihrer sozialen Position determiniert ist und was sie ihnen tatsächlich ermöglichen oder nicht ermöglichen kann. Gleichzeitig ist dieser Beitrag ein sehr US-amerikanischer. So schafft es die Autorin beispielsweise, über Armut, Rassismus und Geschlecht zu sprechen, ohne die Worte Klasse oder Schicht wirklich zu benutzen. Die postmoderne Sicht auf die Individuen, die der Autorin eigen ist, schafft es zwar, die individuellen Geschichten zu schreiben und Potentiale zu benennen; soziale Strukturen aber kann sie höchstens benennen, nicht wirklich kritisieren. Alle Veränderung, die sie beschreiben kann, ist individuell. Insoweit steckt die Autorin ganz offensichtlich in einem anderen emanzipatorischen Diskurs, als den europäischen. Das sollte bei einer Lektüre der Buches mit bedacht werden.

Ausserdem ist dieses Buch hochgradig politisch. (more…)

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Franzens Bad in der Informationsmenge. Und: Der n+1-Diskurs zum Thema gerät in der Frühlingsausgabe zum digital-bohemischen Dorf.

Posted in LIBREAS.Feuilleton by Ben on 4. Mai 2011

von Ben Kaden

Es ist durchaus ein berechenbarer Blick mit einem klar fokussierbaren theoretischen Hintergrund, den die Autoren der Zeitschrift n+1 auf all diejenigen Phänomene werfen, die auch uns tagtäglich beschäftigen: Foucault, Bourdieu, Adorno, mitunter ein paar weitere Franzosen treiben die Leser regelmäßig durch das obligatorische „Information Essay“, das zudem durchweg wie von einer Dachterrasse in Brooklyn aus geschrieben wirkt. Und dabei gelingt es dem Redaktionsteam zumeist, in diesem Editorial zur „Intellectual Situation“ ihrer Zeit aus ihrem sozial-, kultur- und literaturwissenschaftlichen (im weitesten Sinne) Winkel mühelos die präzisesten und überzeugendsten Einschätzungen zur kulturell munter vor sich hin evolutionierenden Informationsgesellschaft aufs Papier zu bringen, die aktuell im Pressevertrieb zu haben sind. (more…)