LIBREAS.Library Ideas

Buchfluch gegen Google, ein Fundstück am Montag

Posted in Sonstiges by Ben on 14. September 2009

Das Thema Urheberrecht im Zeitalter der digitalen Reproduzierbarkeit und zwar insbesondere im Rahmen des Digitalisierungsunterfangens durch Google scheint nicht nur in erregte Debatten zu führen, wie wir sie vom Heidelberger Appell kennen. Im Nebeneffekt könnte es zur Renaissance eines buch- und buchdruckgeschichtlich hochinteressanten Phänomens kommen: dem Buchfluch. Der bekannteste bzw. am häufigsten bearbeitete Fall eines solchen Bücherfluches stellt wohl die Vorbemerkung Eike von Repgows zum Sachsenspiegel dar, der ausgelegt wurde, um diejenigen zu treffen, die heute gegen  § 14 des UrhG verstoßen würden. Mittlerweile ist von einem Fall zu berichten, der dieses Phänomen aktualisiert und auf die Digitalisierung und das kommerzielle Ausschlachten solcher Digitalisate anwendet. In einem amüsanten roten Buch namens „Hinz- und Kurzgeschichten“ eines Autors namens ‚Andi Leser‘ lässt sich folgender Eintrag entdecken:

Buchfluch 2.0

Buchfluch 2.0 - Quelle: Leser, Andi (2009) Hinz- und Kurzgeschichten. Berlin: Schaltzeit-Verlag.

Man darf a) gespannt sein, ob sich Google daran hält und b) falls es sich herausgefordert fühlt und das Digitalisat anfertigt, ob der Bannfluch seine Wirkung tut. Bei der Volltexterschließung könnte die automatische Indexierung angesichts so mancher in Form konkreter Poesie verfasster Textteile jedenfalls schnell an ihre Grenzen stoßen, etliche Fehlermeldungen produzieren und dadurch den ganzen Digitalisierungsprozess durcheinander bringen. Völlig substanzlos und aus dem Handgelenk scheint der Fluch also nicht verfasst zu sein. Dies gilt umso mehr, als dass der Autor ganz offen die Gefahr in Kauf nimmt, bei Eintreffen des Fluches, seine elektronische Kommunikationsplattform einzubüßen.