LIBREAS.Library Ideas

Weltgeist, ick hör dir trapsen. Wayne Bivens-Tatums Versuch, die Aufklärung zu instrumentalisieren

Posted in LIBREAS.Feuilleton by Karsten Schuldt on 6. November 2012

Karsten Schuldt

Zu: Bivens-Tatum, Wayne (2012). Libraries and the Enlightenment. Los Angeles: Library Juice Press, 2012

Libraries and the Enlightenment ist – fast kann man es erwarten, da es bei Library Juice Press erscheint – nicht wirklich ein Buch über die Aufklärung und ihre Beziehung zu Bibliotheken oder der Bibliotheksgeschichte. Vielmehr ist es ein Versuch, einen sehr reduzierten Satz an moralischen Regeln als Teil der Aufklärung zu erklären und diesen dann in die US-amerikanischen bibliothekspolitischen Diskussionen einzuführen.

Wayne Bivens-Tatum, der Autor des Buches, gibt vor, eine Beziehung zwischen den beiden Themenbereichen des Buchtitels herzustellen. Real allerdings möchte er eigentlich folgendes sagen: Die Aufgabe der Bibliotheken ist es (a) allen Menschen offen zu stehen, (b) alle Medien zur Verfügung zu stellen und (c) Bildung zu befördern. Dieser Meinung kann der Autor auch gerne sein, aber seine inhaltliche Herleitung funktioniert nicht richtig. (more…)

Scheitern in der Schreibwerkstatt: Aus der Redaktion der LIBREAS. Library Ideas.

Posted in LIBREAS aktuell, LIBREAS.Projektberichte, LIBREAS.Scheitern by libreas on 11. Dezember 2011

LIBREAS-Redaktion

Beim Thema Scheitern ist die Arbeit an LIBREAS. Library Ideas überhaupt nicht auszunehmen. Vielmehr ist die Herausgabe jeder Ausgabe mit mehr Scheitern und Kompromissen verbunden, als mit Erfolgen. Dies lernt man sehr schnell, wenn man sich auf ein Projekt wie LIBREAS einlässt: Zu jedem publizierten Artikel, zu jeder umgesetzten Idee, zu jedem eingehaltenem Anspruch lässt sich auch das Gegenteil anführen. Ist das eine Eigenheit unserer Redaktion? Überhaupt nicht. Egal, in welche Redaktion man Einblick erhält, es ist ähnlich. Dabei unterscheiden sich nicht einmal wissenschaftliche, journalistische oder literarische Publikationen groß voneinander. Der Unterschied liegt höchstens darin, dass das Scheitern dort praktisch nie ein öffentliches Thema ist.

Warum machen wir das dann überhaupt? Das ist nicht so klar, wie es vielleicht nach außen erscheint. Die Zeitschrift lebt vom Engagement Einzelner und diese Einzelnen haben immer wieder unterschiedliche Meinungen, die zumindest in Redaktionskonferenzen und in den Tagen vor der Veröffentlichung einer neuen Ausgabe jedesmal neu zur Sprache kommen. (more…)