LIBREAS.Library Ideas

Digitaler Kapitalismus und dogmatischer Marxismus

Posted in LIBREAS.Referate by Karsten Schuldt on 10. März 2015

Zu: Fuchs, Christian (2014). Digital Labour and Karl Marx. New York ; Abington: Routledge

Seit jetzt schon einigen Wochen liegt auf meinem Schreibtisch ein Buch, das ich besprechen wollte. Daneben eine gesamte Schwerpunktausgabe der Zeitschrift The Information Society. Es ist aber schwer, denn leider ist das Buch schlecht. Das selber ist nichts Besonderes. Es gibt dutzende Bücher, die ich am Anfang so interessant finde, dass ich sie gerne besprechen würde – und dann stellen sie sich beim weiteren Lesen als wirklich schlecht heraus, zumindest meiner Wahrnehmung nach. Mal sind sie einfach langweilig, oft inhaltlich flach, teilweise auch falsch. Mehr als einmal waren sie einfach so einschläfernd, dass ich sie einfach nicht fertiglesen konnte und erstaunlicherweise – da ich hier vor allem von Werken spreche, die irgendetwas mit Library and Information Science zu tun haben – oft sind sie unglaublich esoterisch (gerade Chandos Publishing hat da einige erstaunliche Werke im Angebot). Aber dieses Buch ist anders. Es ist dogmatisch. Dogmatisch im Sinne des „Histomat“ der DDR oder von alten K-Gruppen, so als wären die Siebziger nicht vorbei, sondern als wären diese unflexiblen, reflexionunfähigen und auch spass- sowie ironielosen Gruppen aus BeurfsmoaistInnen und BerufstrotzkistInnen immer noch zahlreich und meiungsstark. (Und ja, ich weiss, es gibt sie immer noch in kleinen Grüppchen: Arbeitermacht, Spartakistische Arbeiterpartei, Marxistisch-Lenistische Partei und so weiter; manchmal durfte ich mich mit denen auch rumschlagen.)

Je länger das Buch neben mir liegt, je länger habe ich das Gefühl, dass ich in meiner Jugendzeit in der Berliner Antifa hatte, wenn ich solchen letzten Überbleibseln der K-Gruppen begegnete: Irgendwie klingt es von Weitem, im Vorbeigehen, im ersten Moment vertraut und dann auch noch auf der Basis von Theorie, die man selber zumindest gelesen hat; aber gleich beim ersten genaueren Blick wird klar, dass es das nicht ist. Genauso wie die K-Gruppenüberbleibsel das Gefühl vermitteln, aus der Zeit gefallene Gläubige einer Revolution zu sein, welche die Zeit ihrer Umsetzung lange hinter sich hat (wenn es sie je wirklich gab) und bestimmt auch „damals“ nicht perfekt gewesen wäre, vermittelt dieses Buch das Gefühl, als ob ein aus der Zeit gefallener Gläubiger eines sehr reduzierten und rechthaberischen Marxismus versuchen würde, ein aktuelles Thema anzugehen.

Den Digitalen Kapitalismus untersuchen

Der Vergleich ist nicht so absurd, wie er vielleicht klingt. Es geht in diesem Buch, Digital Labour and Karl Marx von Christian Fuchs (Fuchs 2014), nämlich um nicht weniger als das: Die Struktur der Arbeit und Ausbeutungsverhältnisse im „Digitalen Kapitalismus“ mithilfe marxistischer Theoriewerkzeuge zu untersuchen und zu beschreiben. Mit einer klaren Perspektive zur Aufhebung dieser Verhältnisse, was nicht überraschen sollte, wenn man Marx (und Engels) gelesen hat; aber doch, wenn man bedenkt, dass das Buch selber bei Routledge verlegt wurde.

Ich halte diesen Ansatz auf den ersten Blick für sinnvoll, was auch damit zu tun hat, dass ich zuerst über den oben angesprochenen Schwerpunkt der The Information Society auf das Thema selber gestossen bin. Die Chronologie der Erscheinungen war eigentlich folgende: 2010 publizierte Fuchs (2010) in dieser Zeitschrift einen Text – Labor in Informational Capitalism and on the Internet –, in welchem er die Grundthesen seines dann 2014 erschienen Buches vorstellte. Die Redaktion organisierte daraufhin Forschende, die sich mit unterschiedlichen marxistischen Ansätzen der Analyse von Phänomenen der Informationsgesellschaft beschäftigen und auf den Text von Fuchs – sowie weitere seiner Publikationen, insbesondere in tripleC: Communication, Capitalism & Critique, deren Redakteur er ist – reagierten. Dieser Reaktionen wurden in der Schwerpunktausgabe Anfang 2015 publiziert. Während dieses Redaktionsprozesses publizierte Fuchs dann schon 2014 sein Buch, dass die Argumente seines ersten Artikels ausbaut.

Die Artikel des Schwerpunkts stellen die Arbeit von Fuchs als relativ offen und anregend dar. In diesen Repliken klingen die theoretischen Anregungen von Fuchs diskutabel. Grundfragen sind dabei immer:

  1. Was ist Arbeit und der Status von Arbeit im „Digitalen Kapitalismus“?

  2. Wie wird in diesem „Digitalen Kapitalismus“ Wert geschöpft und von wem (was bedeutend für die Antwort auf die erste Frage ist)?

  3. Wer wird in diesem Verhältnis wie und von wem ausgebeutet?

Dabei zeigt Fuchs (2014) in seinem Buch gleich zu Beginn und dann immer wieder darauf aufbauend in mehreren Kapiteln, dass es im „Digitalen Kapitalismus“ Ausbeutung gibt. Das ist recht einfach und eingängig: Er berichtet von den sklaven-ähnlichen Arbeitsverhältnissen in den Mineralminen der Demokratischen Republik Kongo, in denen Rohstoffe für die Herstellung von Computern und Smartphones gewonnen werden; verweist auf die Arbeitsbedingungen bei Foxconn – der Herstellerfirma unter anderem für Apple, die wegen dieser Ausbeutung und den Selbstmorden von Arbeiterinnen und Arbeitern bekannt wurde – sowie auf die Überarbeitungstendenzen von Angestellten bei Google und anderen Hightech-Firmen in Kalifornien. Insbesondere die ersten beiden Beispiele sind eindeutig: Ja, das ist Ausbeutung, wie es aus dem Beginn des Kapitalismus bekannt war. Ja, dass muss aufhören. Und ja: mit marxistischen Analyseinstrumenten sind diese Verhältnisse untersuchbar, schon weil sie anhand solcher Verhältnisse entwickelt wurden.1

Mal kurz zum Marxismus, heute

Zudem: Obgleich das im Bibliothekswesen und vielleicht auch in der deutschsprachigen Welt nicht so richtig angekommen ist, leben wir in einer Zeit, in der marxistische Theorie – nicht kommunistische Parteien oder K-Gruppen, sondern die Theorie, teilweise sogar ohne expliziten Bezug auf die Überwindung der aktuellen gesellschaftlichen Verhältnisse, sondern als reines Untersuchungsinstrument – wieder oder immer noch grundlegend akzeptabel für die wissenschaftliche Auseinandersetzung geworden ist. Das ist nicht unbedingt die Mainstream-Theorie, aber eine, auf der sich akademische Karrieren aufbauen lassen.2 Das ist keine reine Mode, sondern auch einer Ausdruck dessen, das die Grundfragen und Thesen marxistischer Theorien weiterhin eine gewisse Überzeugungskraft haben. Abgesehen davon, dass bei Marx und Engels – neben der Lust zum Polemisieren und sich auf der richtigen Seite der Geschichte zu wähnen – im Anschluss an Hegel an die fast gesetzmässige Überwindung der kapitalistischen Gesellschaft geglaubt wurde, stellten sie sich in ihren Werken eine wichtige Aufgabe: Die Beschreibung und Erklärung der Produktionsverhältnisse, der Arbeitsverhältnisse und der Struktur der Gesellschaft. Das ist auch heute von Wert, schon weil alle anderen Erklärungsmodelle dazu, wie die Gesellschaft und insbesondere die Arbeits- und Produktionsverhältnisse organisiert sind, weniger erklären oder aber, im Falle wirtschaftsliberaler Erklärungen, immer eindeutiger scheitern.

Gleichzeitig sollte man nicht glauben, dass es sich bei den aktuellen Rekursen auf marxistische Theorien um reine Ideenspiele handelt. Eine grosse Anzahl der Akademikerinnen und Akademiker, die heute mit marxistischen Theorien hantieren und versuchen, diese in unterschiedlichen Bereichen (sowie auf der Basis unterschiedlicher Theorietraditionen und teilweise in Verbindung mit anderen Theorien) anzuwenden, fühlen sich explizit mit gesellschaftlichen Bewegungen verbunden und betonen ihre Überzeugung, dass die Gesellschaft, wie sie jetzt ist, radikal geändert werden müsste. Die Popularität von Slavoj Žižek ist da ein gutes Beispiel. Žižek (2011) verweist immer wieder, ob nun in Debatten oder in seinen Texten, darauf, dass eine solche Theorie nur sinnvoll sei, wenn sie die Perspektive der Aufhebung der Verhältnisse hätte (ansonsten würde sie nur mit dazu beitragen, dass die Verhältnisse sich reproduzieren). Trotzdem oder auch gerade deswegen ist Žižek heute einer der bekanntesten Wissenschaftler. Fuchs gehört auch zu diesen Akademikerinnen und Akademikern.

Wie gesagt: Im Bibliothekswesen ist das vielleicht nicht angekommen (obgleich es gerade in den Publikationen aus dem Litwin Verlag und seinem Imprint Library Juice immer wieder sehr klar formuliert wird), aber dies ist eine meiner Wahrnehmung nach an Publizität zunehmende Strömung. Und, auch das habe ich schon erwähnt, nicht weil es gerade hip ist, sondern weil der marxistische Ansatz, die Gesellschaft von ihren Produktions-, Arbeits-, Wertschöpfungs- und Ausbeutungsverhältnisse her zu untersuchen, immer wieder sinnvoll und passend erscheint. Das was Fuchs macht, ist also alles nicht so ungewöhnlich.

Die Schwerpunktausgabe von The Information Society zeigt dabei sehr gut, welche Fragestellungen und Aussagen durch marxistische Ansätze möglich werden. Eigentlich waren es gerade diese Texte, die ich vorstellen und besprechen wollte, da sie immer wieder auf die drei weiter oben gestellten Fragen verweisen, die meiner Meinung nach in deutschsprachigen Debatten um Bibliotheken und Information bislang vernachlässigt werden, obwohl sie gerade für die Arbeit mit elektronischen Medien und Big Data relevant sind.

Aber jetzt muss ich das Buch von Fuchs besprechen, weil es mich sowohl abstösst als auch interessiert. Einerseits liefert es Argumente, die eine solche Debatte anstossen, andererseits zeigt es, was bei einer solchen Debatte falsch zu machen wäre.

Was ist Arbeit im Digitalen Kapitalismus? Was Ausbeutung?

Fuchs (2014) argumentiert, dass alle Verhältnisse, in denen von jemand Wert produziert und dieser Mehrwert von jemanden anderem (oder einer Firma) akkumuliert wird, im Kapitalismus Arbeitsverhältnisse darstellen, bei denen die, welche die Arbeit leisten, von dieser Arbeit entfremdet werden. Die Verhältnisse zwischen denen, welche die Arbeit leisten und denen, die den Mehrwert abschöpfen, sind dabei von einem antagonistischen Gegensatz gekennzeichnet: die einen werden zur Arbeit gebracht, im Idealfall durch Lohnzahlungen, die anderen sind daran interessiert, einen möglichst grossen Gewinn zu generieren.

Dabei können diese Verhältnisse immer noch sehr unterschiedlich ausgestaltet sein und teilweise Verhältnissen in älteren Produktionsweisen ähneln. So ist dann zum Beispiel der Unterschied zwischen der gut bezahlten, überarbeiteten Softwareingenieurin bei Facebook und dem Quasi-Sklaven in den kongolesischen Mineralminen zu beschreiben: Beide werden von dem Produkt ihrer Arbeit entfremdet, beide befinden sich in Abhängigkeitsverhältnissen und sind nicht die Eigner der Produktionsmittel, aber die Ingenieurin in einer anderen, nicht so lebensbedrohlichen Weise und in einem kapitalistisch strukturierten Verhältnis, bei dem sie ihre Arbeitskraft verkauft (und theoretisch auch einfach nicht verkaufen könnte), während der Arbeiter in den Minen behandelt wird, wie in Sklavenhaltergesellschaften und fast nur das reine Überleben sichern kann, ansonsten keine Freiheiten hat und auch beständig in seinem Leben bedroht ist. Das sind beides unterschiedliche Verhältnisse, aber die Grundstruktur sei gleich.

Das ist auch ganz klassischer Marxismus, egal in welcher Theorietradition, genauer: es ist direkt aus dem Kapital übernommen. (Marx 1867)

Ein starkes Argument, dass Fuchs dabei macht, ist, dass alle diese Tätigkeiten zum „Digitalen Kapitalismus“ gehören und notwendig sind, aber quasi ständig ignoriert werden. Debatten darum, welche materiellen Grundlagen überhaupt die Digitalisierung von Wirtschaft und Alltag ermöglichen, werden praktisch nicht geführt, schon gar nicht um die konkreten Arbeitsverhältnisse. Vielmehr wird über die Ebene darüber, vor allem über die Nutzung von Daten diskutiert. So entstehe der Eindruck, dass die Wertschöpfung von Firmen wie Facebook (auf Facebook hat es Fuchs direkt abgesehen, fast alle Beispiele beziehen sich auf diese Firma) praktisch ohne Arbeit entstehen würden. Ganz stimmt das Argument nicht: Fuchs selber führt die Beispiele für Ausbeutung im Kongo oder bei Foxconn aus recht leicht zugänglichen Quellen an. Es gibt schon eine gewisse Öffentlichkeit dafür. Aber es ist richtig, dass sich diese Verhältnisse nicht in der Theorie zeigen, wenn über Datenverarbeitung, Semantic Web, Big Data und so weiter nachgedacht wird. Hier fügt der marxistische Ansatz eine Ebene ein, die es meiner Meinung nach zu beachten gilt: Auch wenn es so scheint, als würden die Maschinen langsam „alles“ machen, sind es oft doch Menschen, die daran beteiligt sind und diesen Umstand gehört auch beachtet.3

Fuchs geht allerdings einen entscheidenden Schritt weiter: Er argumentiert, dass der Mehrwert bei Firmen wie Facebook und Google auch nur über entfremdete Arbeit produziert würde, dass diese Arbeit hauptsächlich die Nutzerinnen und Nutzern selber leisten, die dafür nicht entlohnt und damit ausgebeutet würden. Das ist eigentlich sein Hauptargument, wobei er sich auf die Arbeiten von Dallas Smythe stützt, einem marxistischen Medienwissenschaftler, der in den 1970er Jahren eine ähnliche Herleitung für das Fernsehen lieferte. Für Smythe war klar, dass private Fernsehsender Gewinn darüber machen würden, dass Menschen zuschauen – also Lebenszeit aufbringen – und somit ermöglichen, dass die Sender bezahlte Werbung für einen bestimmten Preis senden könnten. Dieses Zuschauen definierte Smythe als Arbeit. Fuchs überträgt diese Idee praktisch ins Internetzeitalter.

Dabei basiert das Argument bei Fuchs und Smythe jeweils auf dem Versuch, die Beschreibung von Produktions- und Machtverhältnissen weiterzuschreiben: Wenn Geld verdient wird, so die Idee, wird Mehrwert produziert. Da zumindest in der Interpretation von Fuchs und Smythe marxistische Analyse immer voraussetzt, dass, wenn Mehrwert produziert wird, auch Arbeit stattgefunden hat (sonst wäre es kein Mehrwert), muss es auch jemand geben, der oder die diese Arbeit leistet. Weil Zuschauende (Smythe) oder Nutzerinnen und Nutzer (Fuchs) jeweils die meiste Zeit für ein Medium (Fernsehen / Internet) aufbringen, sind sie auch die, die vor allem diese Arbeit leisten.

Fuchs verweist richtig auf die Unterscheidung von Arbeit (Lohnarbeit) und Tätigkeit (als menschliche Grundkonstante). Bei Marx und Engels ist diese Unterscheidung relevant: Die Menschen müssen bestimmte Dinge tun (unter anderem Kommunizieren) und wollen andere Dinge tun, um sich zum Beispiel selber auszudrücken. Solange sie dies selbstbestimmt tun, sind das Tätigkeiten. (Der Kommunismus wäre dann für Marx und Engels auch eine Gesellschaft, in der alle Dinge, die getan werden, von den Menschen selbstbestimmt, also Tätigkeiten wären.) In dem Moment, in welchem Menschen solche Dinge – und selbst, wenn es die gleichen sind – unter den Anleitung anderer tun, welche den Mehrwert aus diesen Tätigkeiten abschöpfen, ist es Lohnarbeit und damit entfremdet. Das ist eine strukturelle Unterscheidung, die in der gesellschaftlichen Diskussion oft unterlaufen wird, insbesondere wenn Menschen (ob von ihnen tatsächlich so gefühlt oder auch nicht) behaupten, dass das was sie arbeiten genau das wäre, was sie auch tun wollen. Das ist zumindest im traditionellem Marxismus im besten Falle eine erfolgreiche Selbstlüge (polemisch ausgedrückt), die zumeist mit der aktuellen ideologischen Diskussion zu erklären ist. Für Fuchs ist diese Unterscheidung relevant. Menschen verstehen die Nutzung von Facebook und anderen Sozialen Netzwerken als Kommunikation. Kommunikation an sich wäre eine Tätigkeit. Aber dadurch, dass aus dieser Kommunikation von jemand anderem Mehrwert gezogen wird (angezeigt im realisierten Gewinn von Facebook, obwohl auch das theoretisch nicht ganz notwendig ist; selbst wenn Facebook – wie Twitter – kein Geld machen würde, würde schon der Versuch, aus Kommunikation anderer Geld zu machen, diese Kommunikation zur entfremdeten Arbeit werden lassen). Das ist ein abgeleitetes Argument: die Facebook-Nutzerinnen und -Nutzer müssen sich nicht selber ausgebeutet fühlen, um ausgebeutet zu sein.

Es ist sichtbar: Das ist eher eine theoretische Ableitung, kein Beweis. Zumindest Fuchs versucht auch lange, diese Ableitung zu begründen, insbesondere indem er für den gesamten Zusammenhang der Arbeit, die irgendwie mit Hardware, Software und Digitalen Daten zu tun hat, den übergreifenden Begriff der „international division of digital labor“ einführt. Wirklich überzeugen kann er damit nicht, der Schwerpunkt von The Information Society liefert dann auch eine ganze Reihe von Argumenten gegen seine Position. Aber bis zu diesem Punkt scheint mir der Ansatz diskutabel, auch wenn es sich eher um einen Zirkelschluss handelt, als um einen Beweis.

K-Gruppe Fuchs

Der Rest des Buches (und leider ist das nicht einfach abzugrenzen, die Argumente, die ich gerade dargestellt habe, sind über das gesamte Buch verbreitet) ist es nicht. Fuchs vermittelt im Grossen und Ganzen neben dem eben geschilderten Argument das Bild eines Dogmatikers, der genau eine Interpretation der Welt zulässt. Das ist nicht unbedingt in marxistischer Theorie angelegt – schliesslich gibt es zahlreiche Theorietraditionen, die sich nicht hätten entwickeln können, wenn es keine theoretische Flexibilität gegeben hätte – aber es hat eine Tradition im Milieus, die sich als marxistisch verstanden oder verstehen, insbesondere die oben erwähnten K-Gruppen oder ein Grossteil der stalinistischen und post-stalinistischen Traditionen, die zum Beispiel in der DDR oder der Sowjetunion entwickelt wurden. Solche Dogmatiken weisen einige gemeinsame Merkmale auf:

  • Sie sind nicht nur davon überzeugt, die richtige Interpretation der Welt zu liefern, sondern ebenso davon überzeugt, dass diese Interpretation nicht wirklich zu diskutieren wäre. Es geht in Texten aus solchen Milieus im Besten Falle darum, zu erklären und zu überzeugen, nicht darum, die eigenen Positionen zu offenen Diskussion und Disposition zu stellen.
  • Texte aus diesen Milieus haben eine erstaunliche Tendenz zum Glauben an Autoritären und autoritative Texte. Gerne zählen sie auf, wer auch ihrer Meinung sei (oder wen sie zumindest so interpretieren), anstatt zu argumentieren. Ebenso ist das Vorhandensein von ähnlichen Positionen für sie oft schon ein Grund, um zu behaupten, dass ihre Position richtig wäre: nicht weil sie argumentativ überzeugt, sondern weil es andere gibt, die ähnlicher Meinung zu sein scheinen.
  • Solche Texte üben sich in Polemik anstatt Diskussion. Oft werden in einem Text bestimmte Positionen angegriffen und daraufhin später in anderen Texten behauptet, diese Positionen seien jetzt widerlegt und damit hinfällig. Dies trifft oft gerade Positionen, die als Konkurrenz verstanden werden – also eher die, die ähnlich sind und nicht die, die wirklich grundsätzlich anderes behaupten. Gerne wird unterstellt, dass die angegriffenen Positionen eigentlich einem Hauptfeind zuarbeiten – heute vor allem die kapitalistischen Produktionsweisen reproduzieren, aber in der Geschichte der K-Gruppen gab es auch oft den Vorwurf, das andere Linke mehr oder minder den Faschismus unterstützen würden. (Diese Polemik kann man gerne auf Texte von Marx und Engels selber zurückführen; das „Manifest der Kommunistischen Partei“ besteht zum Beispiel zu rund 50% aus solchen Abgrenzungen von anderen linken Bewegungen. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass die beiden in einer Zeit agierten, in welcher von den europäischen Gesellschaften Politik im Sinne einer breiten Öffentlichkeit (und nicht nur am Hofe) und grosser Bewegungen überhaupt erst eingeübt werden musste. Es gibt keinen Grund, warum diese feste Polemik heute notwendig wäre.)
  • Im Grundprinzip igeln sich solche Positionen ein: Entweder man stimmt ihnen ganz zu oder gar nicht. Da die Positionen nicht wirklich zur Disposition stehen und andere Positionen, die ähnlich sind, zumeist als Konkurrenz um Deutungshoheit begriffen werden, tragen sie auch wenig zu irgendeiner Diskussion bei. Zum Beispiel ist der Anspruch, auf sich verändernde gesellschaftliche Verhältnisse mit einer Fortschreibung der Theorie zu reagieren, gar nicht wirklich einzuhalten. Wie soll das funktionieren? Die Texte in diesem Milieu tendieren dazu, dass einmal eine Sache bearbeitet wird und damit als fertig diskutiert gilt. Eine Neufassung, weil eine Position nicht die gesamte Entwicklung erfasst hätte oder auch nur eine längere Phase der Diskussion über eine Entwicklung, ist nicht vorgesehen. Eher gibt es ein sich immer weiter fortgeschriebenes Gebilde von Lehrmeinungen, die beibehalten und nicht mehr zur Disposition gestellt werden – eher katholische Kirche und weniger Wissenschaft.

All das findet sich bei Fuchs ebenso, wenn auch nicht immer in der krassesten Ausprägung. Aber, als sich in den 60ern und 70ern K-Gruppen gebildet haben und Politik einübten, gab es eine andere Gesellschaft und auch Bewegungen, die es möglich erscheinen liessen, recht bald die Revolution zu machen. Auch wenn sie Unrecht hatten, scheint mir nachvollziehbarer, warum einige solcher Gruppen dazu neigten, dogmatisch zu werden: Einerseits gab es die Vorstellung, dass die Zeit drängen würde, sich also lange Diskussion verboten, anderseits galt es, sich in eher repressiven Gesellschaften (die bundesdeutsche, die österreichische, die schweizerische) zurechtzufinden, die ebenfalls auch ihre dogmatischen Argumentationen hatten. Aber warum Fuchs – und dann noch unter Rückgriff auf den Post-Operarismus, der selber in den letzten Jahrzehnten recht offen blieb und viele theoretischen Wendungen mitmachte – eine solche Dogmatik ausprägt, ist mir unverständlich. Es ist sogar ärgerlich, weil er mit dem Anspruch antritt, sowohl die wissenschaftliche Debatte als auch die marxistische Theorieproduktion zu bereichern, aber sich gerade Debatten gegenüber abschliesst.

  • Im gesamten Buch finden sich Aussagen dazu, wer alles falsch liegt, ohne dass diese Aussagen gross begründet würden. Zusammengefasst sind das fast alle anderen linken Theorieströmungen: Die gesamte Postmoderne wird als Einübung in den Kapitalismus – pseudokritisch, aber systemerhalten – verstanden, ohne das ganz klar ist, wer und was alles zur Postmoderne zu zählen ist (aber zu vermuten sind wohl Strömungen, welche die Diskussion ökonomischer Verhältnisse nicht vollständig in den Mittelpunkt stellen, zum Beispiel viele Stränge des Feminismus, der postkolonialen Diskussionen, der Queer Studies oder auch der Critical Whiteness Studies). Niklas Luhmann wird zum theoretischen Protagonisten des Neoliberalismus erklärt, weil seine Systemtheorie angeblich eine Grunderklärung für das Funktionieren von Systemen im Neoliberalismus liefert.
  • Ein besonders absonderlicher Teil ist die Darstellung wertkritischer Positionen. Dieser Theoriestrang des Marxismus ist vor allem im deutschsprachigen Raum verbreitet. Fuchs behauptet in seinem Buch, dass es notwendig wäre, die Hauptargumente dieser Richtung in Englisch darzustellen, um sie überhaupt bekannt zu machen. Bei dieser Darstellung qualifiziert er die Richtung sehr schnell als eine Variante der Marx-Exegese ab, die einfach nur einen Unterschied zwischen der ersten Auflage des „Kapitals“ und den späteren Auflagen überinterpretieren würde. Nach dieser ehedem schon abqualifizierenden Darstellung wird die Wertkritik in grossen Teilen des Buches nicht mehr erwähnt und auch nicht als theoretischer Rahmen genutzt. Nur ganz am Ende wird sie als falsch erwähnt. Ansonsten gab es offenbar keinen Grund, sie überhaupt einzuführen. Gerade in solchen Teilen scheint es, als hätte Fuchs einfach alte Rechnungen zu begleichen, die aber mit dem Thema seiner Buches nichts zu tun haben.4
  • An vielen Stellen ist das Buch von Fuchs polemisch im schlechtesten Sinne: Nämlich da, wo es überhaupt nicht notwendig ist. Polemik mag in politischen Auseinandersetzung sinnvoll sein. Manchmal muss vielleicht eindeutig klar gemacht werden, was falsch ist, um Mehrheiten zu organisieren oder politische Positionen zu klären. Aber: Fuchs hat ein Buch geschrieben, dass den Anspruch hat, einen Beitrag zur Theorieentwicklung zu liefern (er hat ja keine Partei oder Gruppe, die aktuell eine politische Klärung benötigen würde). Zum Beispiel wird der Begriff „neoliberal“ bei Fuchs oft als Etikett verwendet (im Sinne von: „Luhmann ist neoliberal“) und nicht als Beschreibung einer Ideologie (im Sinne von Weltanschauung und Welterklärung), die beschrieben, kritisiert, in ihren Konsequenzen gekennzeichnet oder verteidigt werden könnte. Aber wenn „neoliberal“ einfach nur als Label verwendet wird, dass relativ beliebig verteilt wird (so, wie in anderen Kreisen „kommunistisch“ oder „stalinistisch“ als Label ohne weitere Differenzierung zur Diskreditierung von Personen und Positionen genutzt wird), hat es auch keinen analytischen Wert.
  • Fuchs postuliert am Beginn seines Buches, dass es notwendig wäre, überhaupt die Legitimität marxistischer Theorie für die heutige Gesellschaft nachzuweisen. Die Theorie sei diskreditiert, in den letzten Jahrzehnten auch so negiert gewesen, dass es ihm notwendig erscheint, noch einmal ihre Grundzügen darzustellen. Aber Fuchs weigert sich, diese Bedeutung durch die Theorie selbst nachzuweisen, also zu zeigen, dass sie in ihren Grundsätzen immer noch ihre Aufgabe – nämlich die Gesellschaft und darin insbesondere die Produktions-, Wertschöpfungs-, Arbeits- und Ausbeutungsverhältnisse zu untersuchen – erfüllt (und zwar besser als andere), sondern versucht, sie durch Autoritäten zu begründen. Grundsätzlich geht die Argumentation wie folgt: Viele nutzen marxistische Theorien, deshalb ist der Marxismus nicht tot. Zum Beispiel führt er an, wie viele aktuelle Artikel heute in wissenschaftlichen Datenbanken mit dem Suchbegriff „marxism“ zu finden sind (was kein Beweis ist, da weder klar ist, ob die sich alle positiv auf die Theorie beziehen, noch ob nicht an sich mehr aktuellere Artikel in den Datenbanken enthalten sind oder ob nicht an sich in einigen wissenschaftlichen Disziplinen heute mehr Theorien explizit genannt werden, die zuvor implizit dargestellt waren). Er zeigt ausserdem (S. 18), dass sich auf marxistischer Theorie eine „incomplete research agenda“ zum digialen Kapitalismus formulieren lässt, was aber auch kein Beweis ist. Dies ist auf der Grundlage anderer theoretischer Modelle (und wenn es eine klassische Bibelexegese ist) ebenso möglich. In einem anderen Abschnitt bespricht Fuchs einige Einführungswerke zur Cultural Studies, verwirft dann die, die selber marxistische Ansätze (die bei der Begründung der Cultural Studies noch eine wichtige Rolle spielten) verwerfen – zum Teil mit dem Argument, dass diese überhaupt nur einen Pseudo-Marxismus darstellen („a Marxist camouflage argument“, S. 68) und diesen verwerfen und eben nicht den richtigen Marxismus thematisieren würden – und lässt das Werk gelten, dass sich auf Marx bezieht. Aber auch das ist nur ein Beweis dafür, dass auch einige andere Forschende marxistische Ansätze wichtig finden, was noch nichts über die wirkliche Relevanz dieser sagt. Auch hier: Die Gegenprobe würde zeigen, dass viele Forschende in die Kirche gehen, was noch nichts über die Bedeutung die Richtigkeit der Bibel sagen würde. Zudem verweisst er mehrfach auf eine Ausgabe der Zeitschrift tripleC: Communication, Capitalism & Critique. Open Access Journal for a Global Sustainable Information Society, die sich mit Marx beschäftigte, aber deren Redakteur er auch selber ist. So wie Fuchs argumentiert, ist es eher eine Glaubensfrage, ob man ihm – der sich im Recht sieht – theoretisch folgt oder nicht. Wie gesagt: In politischen Auseinandersetzung mag das manchmal als nötig erscheinen, aber wenn es um Fragen von Wahr/Nicht-Wahr (um hier den von Fuchs verworfenen Luhmann zu nutzen) geht, dann ist das nicht nachvollziehbar. (Es ist, auch das wird Fuchs ärgern, mit einem postmodern geschulten Denken eher verdächtig.)

Grundsätzlich macht Fuchs Stil und Dogmatik seine (eher wenigen) eigenen Argumente undiskutierbar. Wie dargestellt, würde er – so zumindest der Eindruck des Buches – alle Diskussionen polemisch abqualifizieren. Das ist ärgerlich, weil er auch zu versuchen scheint, eine diskursive Position als bestimmender Vertreter des Marxismus in den Information Studies zu beziehen.

Andere marxistische Ansätze

Wie ebenfalls weiter oben schon berichtet, bin ich auf das Buch von Fuchs über andere Texte gestossen, deren Herausforderung ich sehr sinnvoll fand: die Frage zu stellen, welche Produktions- und Arbeitsverhältnisse da eigentlich im digitalen Kapitalismus vorliegen, wer den Wert schöpft, die Produktionsmittel besitzt (und was die Produktionsmittel sind).

Wäre das Buch von Fuchs das einzige, dass diese Fragen stellt, wäre es eine Katastrophe, denn die Fragen verdienen gestellt zu werden, wenn man nicht einfach den gerade prägenden Behauptungen über die Gesellschaft (und das wäre heute unter anderem das unqualifizierte Hochschätzen von Flexibilität und Unsicherheit in den Arbeitsverhältnissen, das Diskutieren von Software und Big Data ohne Thematisierung der Frage, wo eigentlich die Hardware und die Daten herkommen und so weiter) folgen wollte (was, egal welcher politischen Einstellung man selber ist, immer gefährlich bleibt). Dem ist aber nicht so. Es existiert eine ganze Reihe anderer Texte und Ansätze, die sich mit ähnlichen Grundvoraussetzungen wie Fuchs an ähnliche Fragen wagen. Das macht die festgefahrene Position von Fuchs nur umso unverständlicher.

Für die deutschsprachige Diskussion sei hier auf die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Das Argument (57 (2015) 1, Heft 311) verwiesen, die sich mit dem Schwerpunkt „Widersprüche des Hightech-Kapitalismus“ dem Thema nähert. Gleichzeitig hat Wolfgang Fritz Haug – der als Redakteur und Autor die Zeitschrift mit prägt – mit „High-Tech-Kapitalismus“ (Haug 2005), „Hightech-Kapitalismus in der grossen Krise“ (Haug 2012) und „Kritik der Warenästhetik: Gefolgt von Warenästhetik im High-Tech-Kapitalismus“ (Haug 2009) mehrere Werke zur gleichen Diskussion vorgelegt. Das ganze deckt sich nicht ganz, aber in grossen Teilen, mit der Fragestellung von Fuchs, den ja vor allem die Wertschöpfung in der Kette Herstellung von Hardware (inklusive Abbau der Rohstoffe)-Software-Kommunikation der Nutzerinnen und Nutzer-Werbung interessiert.

Gleichzeitig liegt die schon erwähnte Ausgabe von The Information Society mit ihrem Schwerpunkt „Monetization of User-Generated Content-Marx Revisited“ vor, die direkt auf Fuchs reagiert. In ihr finden sich immerhin neun Artikel, was auf eine lebendige Diskussion des Themas – die sich in dieser Breite im Buch von Fuchs nicht wiederfindet – verweist. Neben einer kurzen Einleitung (Proffitt, Ekbia, McDowell 2015) bietet Mark Andrejevic (2015) eine andere Erklärung für die Wertschöpfung solcher Firmen wie Facebook oder Google an, als gerade die mehr oder minder direkte Ausbeutung der Nutzerinnen und Nutzer, die Fuchs (2014) behauptet. Der tatsächliche Wert, den diese Firmen produzieren würden, und der ihre Produktivmittel darstellte, wäre die Fähigkeit, viele Daten zu sammeln und Auszuwerten. Diese Techniken – die darauf basieren, dass viele Daten erhoben werden können, aber nicht darauf, einzelne Nutzerinnen und Nutzer direkt auszubeuten – würden von den Firmen kontrolliert. Edward Comor (2015) postuliert ähnlich dogmatisch wie Fuchs selber, dass dieser (und andere Autoren) Marx falsch interpretieren würden, wenn sie zum Beispiel aus der Analyse, dass die Facebook-Nutzerinnen und -Nutzer ausgebeutet würden, schliessen würden, dass diese dann auch eine „labor power“ im Sinne einer politischen Bewegung aufbauen könnten. Ouellet (2015) und Heaton & Prouls (2015) diskutieren die Verfasstheit von „immaterieller Arbeit“, letztere mit der expliziten Perspektive einer Aufhebung der aktuellen Produktionsverhältnisse. Day (2015) erinnert an die Debatten um die „unbezahlte Reproduktionsarbeit“ von Frauen bei der Kindererziehung und im Haushalt, die insbesondere in den 1970ern in Forderungen nach Lohn für diese Arbeiten gipfelten. Als Parallele zu Fuchs (2014) verweist er auf die damals entwickelte Erkenntnis, dass der Kapitalismus für sein Funktionieren darauf angewiesen ist, dass die Arbeit zur Reproduktion der Gesellschaft selber unbezahlt von anderen (insbesondere Frauen) geleistet wird, was eine weitere Form von Ausbeutung, neben der in Lohnverhältnissen, darstellt. Insoweit sei die Vorstellung, die Fuchs von der unbezahlten Arbeit der Nutzerinnen und Nutzer, die Daten produzieren aus denen andere Mehrwert generieren, nicht neu. Auch die weiteren Texte greifen auf sehr verschiedene marxistische Theoriestömungen zurück, um Fuchs zu kritisieren und zum Teil die von ihm aufgeworfenen Themen weiterzuverfolgen, wobei gerade der Postoperaismus von Michael Hardt und Anotonio Negri (2002, 2004) oft angeführt wird. Auch das ist nicht immer überzeugend oder nachvollziehbar, aber es zeigt, dass der Zirkelschluss, den Fuchs (2014) letztlich anbietet, nicht das letzte Wort der Debatte ist. Immerhin.

Literatur

Andrejevic, Mark (2015). Personal Data: Blind Spot of the „Affective Law of Value“?. In: The Information Society 31 (2015) 1, 5-12

Comor, Edward (2015). Revisiting Marx’s Value Theory: A Critical Response to Analyses of Digital Prosumption. In: The Information Society 31 (2015) 1, 13-19

Day, Ronald E. (2015). Value and the Unseen Producers: Wages for Housework in the Women’s Movement in 1970s Italy and the Prosumers of Digital Capitalism. In: The Information Society 31 (2015) 1, 36-43

Engels, Friedrich (1845). Die Lage der arbeitenden Klasse in England. Leipzig: Otto Wigand

Fuchs, Christian (2014). Digital Labour and Karl Marx. New York ; Abington: Routledge

Fuchs, Christina (2010). Labor in Informational Capitalism and on the Internet. The Information Society 26 (2010) 3, 179-196.

Hardt, Michael ; Negri, Antonio (2004). Multitude: Krieg und Demokratie im Empire. Frankfurt am Main ; New York: Campus-Verlag

Hardt, Michael ; Negri, Antonio (2002). Empire: die neue Weltordnung. Frankfurt am Main ; New York: Campus-Verlag

Haug, Wolfgang Fritz (2005). High-Tech-Kapitalismus: Analysen zu Produktionsweise, Arbeit, Sexualität, Krieg und Hegemonie. Hamburg: Argument

Haug, Wolfgang Fritz (2009). Kritik der Warenästhetik: Gefolgt von Warenästhetik im High-Tech-Kapitalismus. Frankfurt am Main: Suhrkamp

Haug, Wolfgang Fritz (2012). Hightech-Kapitalismus in der Großen Krise. Hamburg: Argument

Heaton, Lorna ; Proilx Serge (2015). Paradoxical Empowerment: Immaterial Labor Translated in a Web of Affective Connections. In: The Information Society 31 (2015) 1, 28-35

Jin, Dal Yong ; Feenberg, Andrew (2015). Commodity and Community in Social Networking: Marx and the Monetization of User-Generated Content. In: The Information Society 31 (2015) 1, 52-60

Marx, Karl (1867). Das Kapital. Buch I: Der Produktionsprocess des Kapitals. Hamburg: Verlag von Otto Meissner (http://www.deutschestextarchiv.de/book/show/marx_kapital01_1867)

Ouellet, Maxime (2015). Revisiting Marx’s Value Theory: Elements of a Critical Theory of Immaterial Labor in Informational Capitalism. In: The Information Society 31 (2015) 1, 20-27

Proffitt, Jennifer M. ; Ekbia, Hamind R. ; McDowell, Stephen D. (2015). Introduction to the Special Forum of User-Generated Content – Marx Revisited. In: The Information Society 31 (2015) 1, 1-4

Robinson, Bruce (2015). With a Different Marx: Value and the Contradictions of Web 2.0 Capitalism. In: The Information Society 31 (2015) 1, 44-51

Zajc, Melita (2015). The Social Media Dispositive and Monetization of User-Generated Content. In: The Information Society 31 (2015) 1, 61-67

Žižek, Slavoj (2011). Die bösen Geister des himmlischen Bereichs : der linke Kampf um das 21. Jahrhundert. Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag

Fussnoten

1 Wer es nicht glaubt, sollte Friedrich Engels (1845) „Die Lage der arbeitenden Klasse in England“ lesen, der die damaligen Ausbeutungsverhältnisse in englischen und irischen Fabriken darstellt und aus dieser Darstellung heraus Theorie generiert.

2 Christian Fuchs selber, der Professor an der University of Westminster ist, und die Zeitschrift tripleC, bei der er als Redakteur tätig ist und die relativ offen marxistische Theoriebildungen betreibt obwohl oder gerade weil sie ein Editorial Board von rund 100 Akademikerinnen und Akademikern hat, sind zwei Beispiele dafür.

3 Gleichzeitig widerspricht Fuchs (2014) der Einschätzung, dass die heutige Gesellschaft als Informationsgesellschaft beschrieben werden muss, da in der Informationsindustrie weniger Geld verdient würde, als zum Beispiel in der Finanzindustrie. Aber auch dies gehört für ihn zum Charakteristikum der heutigen Gesellschaft, dass über einen Bereich viel mehr diskutiert wird, als über die, in denen die meisten Gewinne realisiert werden.

4 Heute ist er Professor an der University of Westminster, während er sein Studium und den Beginn seiner Karriere grösstenteils in Österreich absolviert, wo er auch herstammt. Insoweit ist „alte Rechnung“ tatsächlich der richtige Begriff: Die Wertkritik wurde und wird in Österreich und Deutschland diskutiert, nicht in Grossbritannien.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: