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It’s the frei<tag> 2013 Countdown (8): smart und vernetzt – die Techniktrends des Jahres

Posted in LIBREAS Veranstaltungen, LIBREAS.Feuilleton by libreas on 14. März 2013

von Manuela Schulz

Wir schauen gern und dank unserer Profession auch notwendig über den Tellerrand oder nach links und rechts und rundherum. Zum Beispiel auf die technischen Sprünge, die da kommen werden oder auch nur sollen. In der nicht mehr ganz taufrischen, aber dahingehend trotz aller Beschleunigungsgesesellschaft noch aktuellen Februar-Ausgabe 6 der c’t bereiten uns Axel Kannenberg und Kollegen auf die technischen Trends in 2013 vor:

  • Wearable Computing
  • Plattformübergreifende Software
  • Das vernetzte Auto
  • Tod des Passworts
  • 4K-Displays
  • (Kein) Ende des PCs
  • Mobile Payment

Was wie Science Fiction anmutet oder an James Bond-Filme denken lässt, soll dieses Jahr marktfähig werden: Wearable computing. Damit nicht nur Smartphones den Technikmarkt bevölkern, gibt es nun auch Smartwatches.  Körpermessgeräte, die mit ihren Sensoren verschiedenste Körperaktivitäten messen können, bereichern die Produktpalette ebenfalls.  Es geht also um Rechenleistung als Accessoire, hauptsächlich mit dem Zweck der Eigenbeobachtung für den Menschen in seiner Umwelt. Vielleicht auch – man denke an Google Glass – zur direkten Interaktion zwischen Realität, Digitalität und Identität, die mehr denn je zur Kopfsache wird. Parallel wird so eine physiobiografische Dauerdokumentation möglich. Damit dürften auch neue Herausforderungen für den Datenschutz entstehen. (mehr dazu: c’t 2013, Heft 6, S. 87)

Auch die Vernetzung der Software wird, dem Beitrag nach, fortschreiten. Alles fließt und zwar zusammen. Das ist folgerichtig, denn sind wir mobil digital erschlossen unterwegs, müssen unsere Daten auch flüssig und permanent in der Cloud prozessier- und vor allem abrufbar machen. Bereits jetzt kann man „Dropbox-, Skype- und Evernote-Clients […]  für Android und iOS ebenso wie für Mac OS X und  […] Windows 8“ verwenden. „Apps werden leistungsfähiger und komplexer – Desktop-Software wird entkompliziert.“ (c’t 2013, Heft 6, S. 88) Falls es in absehbarer Zukunft außerhalb der Büroarbeitswelt überhaupt noch Desktops geben wird. (mehr dazu: c’t 2013, Heft 6, S. 88)

freitag 2013 Vase

Ein Schatten liegt auf dem raum:shift Information Sciene. Ist es der Schatten der Digitalisierung? Wohl kaum. Eine andere Welt als die digitale scheint längst nicht mehr vorstellbar. Und daher nehmen wir die Glanzpunkte auch der nicht-digitalen Welt vorwiegend google-glasiert wahr und werden demnächst unserer Brille sagen: „Cool. Take a photo of this. And share it with my circles.“ In diesem Fall war es allerdings noch USB-Kabel-übermittelte Handarbeit.

Eine spannende Entwicklung und für Bibliotheken nicht zwangsläufig erfreuliche vollzieht sich bei den Lizenzmodellen. Wir kennen es seit mehreren Jahren von Geschäftsmodellen der großen Wissenschaftsverlage: Es wird nicht mehr gekauft, sondern nur noch lizenziert. Wir erwerben demnach kein dauerhaftes Nutzungsrecht – wie es mit dem Eigentumsrecht am physischen Datenträger fast immer verbunden war – sondern ausschließlich Zugriffsrechte, die eine Nutzung unter den Lizenzbedingungen mitunter auch nur temporär zulassen. Man könnte auch sagen: lizenzierte Inhalte sind Bibliotheksinhalte in der Cloud. (mehr zum Thema Lizenzen in der c’t 2013, Heft 6, S. 88)

Für diejenigen, die eine Vielzahl von „mit Klein-und Großschreibung, Sonderzeichen und Ziffern“-Passwörtern pflegen (müssen), kommt 2013 eventuell Erleichterung: Das Konzept Passwort habe sich längst überlebt. Auch an dieser Stelle wird das persönlicher, in dem Sinne, dass der Log-In der Zukunft nicht passwort-, sondern identitätsbasiert erfolgen wird. Zwei Konzepten werden derzeit gute Chancen zur Durchsetzung zugeschrieben: „Identity Federation“ und „Zwei-Faktor-Authentifizierung“ (bzw. Two- oder Multi-Factor-Identificationm TFA, 2FA). Auch OpenID, das Anmelden mit einem Google- oder anderem Konto bei Webdiensten. (mehr dazu: c’t 2013, Heft 6, S. 92)

Die Steigerungsformen übersteigern sich wieder mal selbst, diesmal bei der Displayauflösung für Fernseher und Monitore: Full HD soll von Ultra HD (3840 x 2160 Pixel) abgelöst werden. (mehr dazu: c’t 2013, Heft 6, S. 94) Wir wollen gar uns gar nicht vorstellen, wie uns so etwas wie das „Jenke-Experiment“ in dieser Kristallklarheit entgegenpixelt.

Die Gerätehersteller sind naturgemäß kreativ: Kaufte man sich vor ein paar Jahren, in diesen seligen Zeiten, als drei Digitalgeräte ausreichten, um aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen nur einen PC, das Notebook und das Handy, steht man nun vor der Entscheidung PC, Notebook, Netbook, Smartphone (und vielleicht ein zweites für die Arbeit), Tablet, E-Book-Reader mit seinen produktiven und konsumierenden Tätigkeiten auszubalancieren, um sich optimal mit Informations- und Kommunikationstechnik auszustatten. Die Teilhabe an der informatisierten Gesellschaft erfordert diesbezüglich viel Differenzierungswissen und genügend Mehrfachsteckdosen. Dieses Jahr soll auch das „Phablet“ dazu kommen. Während Tablets und Smartphones das Notebook ein Stück weit ablösen und die Tendenz zum mobilen Agieren unterstützen, nähert sich das Smartphone mit seiner Größe an das Tablet an und das ist damit ein „Phablet“. Vielleicht reduziert sich dann doch irgendwie die Zahl der Ladekabel wieder. Aber das hofft man ja jedes Mal. (mehr zum Thema: c’t 2013, Heft 6, S. 96)

Welche Folgen diese Entwicklungen für die Informations- und Bibliotheksbranche haben könnten, ist vielleicht Thema bei der diesjährigen frei<tag>.

Eine Antwort

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  1. […] Smartwatches? Das erinnert mich irgendwie an diesen jungen Mann hier: […]


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