LIBREAS.Library Ideas

Peer Review – eine Entscheidungsfrage für kleine Zeitschriften

Posted in LIBREAS.Debatte, LIBREAS.Referate by Karsten Schuldt on 6. Juni 2012

 Von Karsten Schuldt

Motivation (Einleitung)

Innerhalb der LIBREAS-Redaktion wird immer wieder einmal diskutiert, ob und wie wir ein härteres Peer Review Verfahren einführen sollten. Bislang arbeiten wir nach dem Prinzip des Editorial Review. Dass heisst, das wir innerhalb der Redaktion jeweils eine Person bestimmen, welche die Hauptentscheidungen zu einem Artikel trifft und insbesondere dann, wenn dies als notwendig angesehen wird, zuvor mit den Autorinnen und Autoren an einem Artikel arbeitet; nschliessend, wenn der Artikel fertig bearbeitet ist, der restlichen Redaktion eine grundsätzliche Entscheidung zur Publikation mitteilt und die anderen Mitglieder um eine Stellungnahme bittet. Mindestens zwei von uns sollten diese Rückmeldung geben (die wiederum alles sein kann: Annahme, Ablehnung, Vorschläge für Änderungen). Eine letzte Entscheidung über die Publikation oder Nicht-Publikation trifft dann die letzte Redaktionskonferenz vor der Publikation gemeinsam. Ein teilweise aufwendiges Verfahren, aber meines Erachtens ein gutes, da es eher zu besseren Texten führt.

Es gibt Gründe für dieses System. Gleichzeitig jedoch gibt es offenbar Gründe für ein anderes Peer Review Verfahren. (more…)

Die Zukunft elektronischer Datennetze aus dem Blickwinkel des Jahres 1980. Eine Abendlektüre.

Posted in LIBREAS.Referate by Ben on 6. Juni 2012

zu:

Anthony E. Cawkell (1980): Electronic information processing and publishing – problems and opportunities. In: Journal of Information Science Vol. 2. Iss. 3-4. 189-192   DOI: 10.1177/016555158000200309

von Ben Kaden

„[…] during the next five yeards it is hard to visualise any major shift from print-on-paper
to all-electronic systems on a global scale.“ – A.E. Cawkell, 1980

I

Gerade fiel mir ein kleiner Beitrag des heute nicht mehr unbedingt ständig präsenten, seinerseits aber durchaus bekannten Informationswissenschaftlers Anthony E. Cawkell (1920-2003) in die Hände bzw. auf den Desktop. Der kurze Text, ursprünglich als Informationspapier für die Europäische Kommission verfertigt, brachte es nach der Publikation im von A. E. Cawkell redaktionell mitbetreuten Journal of Information Science bis heute auf immerhin zwei Web-of-Knowlegde-registrierte Zitierungen. Welchen Stellenwert er im ca. 150 Artikel starken informationswissenschaftlichen Werk A. E. Cawkells besitzt, bleibt mir dennoch im Dunklen, ist aber eigentlich auch nicht so wichtig.

Vor der Horizontlinie einer Auseinandersetzung mit Diskursen aus der Geschichte der Informationsgesellschaft ist der prognostisch hochangereicherte Artikel nämlich unabhängig vom konkreten Autor interessant. Denn er spiegelt exzellent, wie man vor reichlich 30 Jahren über den elektronischen Datenaustausch sowie das elektronische Publizieren und seine Zukunft dachte bzw. denken konnte. Dazu zählt beispielsweise die Idee, dass dank EDV die Menge an Verbrauchspapier reduziert wird – einer der zwischenzeitlich vielleicht am drastischsten widerlegten Mythen der Technikgeschichte.

A. E. Cawkell hätte es prinzipiell ahnen können, denn er selbst merkt ja an: (more…)