LIBREAS.Library Ideas

Über Paperbackups: Darf man Bücher wegwerfen und was hat Apple vor?

Posted in LIBREAS aktuell, LIBREAS.Feuilleton by Ben on 23. Januar 2012

von Ben Kaden

Container-Bücher und iDucation

Zwei erstaunliche Geschichten dominierten letzte Woche die Aufmerksamkeit (und zwar in dieser Reihenfolge): Zum einen vollzog sich in zwei Weblogs etwas, was man vielleicht als die Dale-Askey-Klaus-Graf-Kontroverse bezeichnen kann. Es geht dabei um die traditionelle Frage, inwieweit man Bücher in den Container werfen und also entsorgen darf. Dale Askey beschrieb in einem vielleicht etwas zugespitzt Why I no longer collect books betitelten Beitrag in seinem eher eine gegenteilige Einstellung evozierend „Bibliobrary“ genannten Weblog sehr ausholend, dass er beginnt, die für ihn völlig irrelevanten Teile seiner Privatbibliothek quasi als Entsorgungsvorlass auszusondern:

„Anything that remained after that went into a donation bin for the public library, until we realized that putting thrice-culled dregs into a donation bin was just pushing off the burden of disposal to others and wasting their time, so we started putting them in boxes (we didn’t want our own Nicholson Baker exposé moment), sealing them with epic amounts of duct tape, and chucking them in the dumpster.”

Klaus Graf reagierte in seiner etabliert konsequenten Art im netbib-Weblog mit einem nicht minder zugespitzt betitelten Beitrag Lasst tausend Bücher brennen.

In beiden Weblogs entsponnen sich rege Folgediskussionen, die sich nahtlos in eine übergreifende Debatte zum Ende des gedruckten Buches fügt, das, so liest man, durch einen Wandel in der Einstellung zum Medium dank E-Reader und flotten Konkurrenzmedien eingeleitet wird. Die zweite Story der Woche passt gut dazu: Der Technologie-Konzern Apple revolutioniert das Schulbuch und man darf gespannt sein, wie die nicht gerade als zimperlich bekannten Lobbyvertreter der Schulbuchverlage an dieser Stelle die Substanz zu retten versuchen. Dazu sind heute noch keine Aussagen möglich.

Zwei Buchkulturen

Aber für die Aspekte „Buchentsorgung“ und den Apple-Schritt liefert ein vielleicht nicht mehr jedem bewusster Aufsatz von Fritz J. Raddatz im Times Literary Supplement vom 25. September 1969 jeweils eine Art Antwort. (more…)