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LIBREAS Zitationstracking: Journal of Documentation und Canadian Journal of Information and Library Science

Posted in LIBREAS aktuell, Zitiert in.. by libreas on 12. August 2011

Jüngst stießen wir auf zwei internationale Publikationen, die sich u.a. auch mit dem Aufsatz

Søren Brier. 2006. The foundation of LIS in information science and semiotics. LIBREAS. Library Ideas. 1/2006. [pdf]

auseinandersetzen.

Zunächst diskutieren Alon Friedman und Martin Thellefsen im Journal of Documentation, inwieweit Theorien der Wissensrepräsentation und Semiotik für den Bereich der Wissensorganisation anschlussfähig sind.

Alon Friedman, Martin Thellefsen. 2011. Concept theory and semiotics in knowledge organization. Journal of Documentation. 67 (4),  644 – 674. DOI: 10.1108/00220411111145034

Desweiteren wird Brier im Canadian Journal of Information and Library Science angeführt.

David A. Jank. 2010. Toward a Unifying Ontology for Human-Information Interaction. Canadian Journal of Information and Library Science.  34(4), 403 – 432. [Link]

Interessierte Autorinnen und Autoren können sich gerne jederzeit an die Redaktion wenden. Unsere Autorenhinweise finden Sie hier ebenso wie eine Liste aller Autorinnen und Autoren.

Eine Antwort

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  1. W. Umstaetter said, on 18. August 2011 at 11:53

    Schon der Beginn des Aufsatzes von Brier enthält die auffällige Prämisse: „Information in its everyday sense“, also bezieht sich Brier hier nicht auf die wissenschaftlich definierte Information, sondern auf die im Alltags- oder Laienverständnis, obwohl Shannon und Weaver u.a. an anderer Stelle durchaus korrekt zitiert werden. Es ist aber keine gute Voraussetzung Laienhafte Begriffe zu nutzen, um den „conflict between informational and semiotic approaches“ wissenschaftlich begründet aufzuklären. Eine wichtige Rolle in diesem Beitrag spielt auch Barbieris „Semantic Biology“, ohne dass die entscheidende Erkenntnis verbalisiert wird, dass die fundamentale Bedeutung der DNS als Informationsträger im letzten Jahrhundert kaum hätte erkannt werden können, wenn nicht die Informationstheorie dazu Pate gestanden hätte. Die Semantik in der Biologie ist also das, was sich an das sogenannte Processing, mit Transkription und Translation, anschließt. Also die Interpretation der DNS-Gespeicherten Information. Dem Satz: “The strategies for developing an information science is to extract the areas of information, knowledge, perception and intelligence from the old philosophical tradition“ kann nur zugestimmt werden, auch wenn zu betonen ist, dass zu dieser jeweiligen Extraktion die „old „philosophical tradition“ bis hin zu F. Galton, Shannon and Weaver bzw. zu unserem heutigen Wissen reichen muss. Daraus müssen möglichst eindeutige Definitionen für Information (Shannon und Weaver), Wissen (begründete Information), Wahrnehmung (Auswahl der Reize mit Hilfe unseres Vorwissens), Intelligenz (ererbtes Wissen) gewonnen werden.

    Das Fazit: „…I want all the books re-indexed according to the way I define the groups and index words according to my understanding and use of the concepts.” erinnert stark an das, was schon Ranganathan anstrebte, eine Wissensorganisation, die darauf hinaus läuft, dass wir Bücher in Informations- und Wissenselemente aufgliedern und diese mit entsprechenden Elementen in unserem Gehirn assoziieren (re-index“).

    Die Aussage „information must not be confused with meaning“ ist die wohl kürzeste und prägnanteste Klärung des „conflict between informational and semiotic paradigms“.
    Hier schließt sich auch die Unterscheidung von Zeichenbedeutung (Semiotik) und Wissen an. Insofern haben Friedman und Thellefsen richtig erkannt: “Dahlberg did not directly address the term “representation” or “knowledge”, denn sie diskutiert auf der Bedeutungsebene, die zwar ebenso wie die Information eine Voraussetzung für die Wissensebene ist, aber einen entscheidenden Punkt noch nicht enthält, die Begründung einer Information, warum sie so und nicht anders ist.
    In der Semiotik lassen sich Begriffe noch beliebig organisieren und umorganisieren, auf der Ebene des Wissens nicht! Dort sind logische Folgerungen erforderlich.

    Wissen organisiert sich also zwangsläufig aus seiner Logik heraus. Das eigentliche Problem ist hier also, dass der Begriff der Knowledge Organization suggeriert, man könne Wissen nach eigenem Gutdünken umordnen. Dieser Eindruck wird auch noch dadurch verstärkt, dass wir bei der Suche nach Wissen, mit verschiedensten Arbeitshypothesen herauszufinden suchen, welche nun die richtige ist, welche sich also als Theorie in der Realität auch bestätigen lässt. Hypothesen, in Form von Arbeitshypothesen, kennt die Forschung und die Wissenschaft unzählige, wirkliche Theorien sind dagegen durchaus Mangelware, da sie sich mit der Realität decken müssen. Die inflationäre Verwendung des Wortes Theorie rührt genau daher, weil sich zahlreiche Wissenschaftler wünschen, ihre Hypothese wäre schon eine tragfähige Theorie.

    Wissenschaft wäre aber nicht möglich, wenn Theorien beliebig veränderbar wären. In ihnen muss das enthaltene Wissen die Realität, soweit das möglich ist, in Form eines inneren Modells von dieser Welt korrekt beschreiben.

    Walther Umstätter


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