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Absolut Gegenwart. Jürgen Mittelstraß über die Enge des Internets.

Posted in LIBREAS aktuell, LIBREAS.Referate by Ben on 25. Juli 2011

Ein Kommentar von Ben Kaden

I

Wir sind im Jetzt und Überall. Die großen Ordnungskategorien der Wahrnehmung – Raum und Zeit – schrumpfen in der digitalen Welt auf ein Pünktchen namens Gegenwart. So jedenfalls blüht ein häufig anzutreffendes Argument netzkritischer Beobachtung, das seine Wurzeln in die Tatsache treibt, dass die dematerialisierten digitalen und kommunikablen Repräsentationen von Wissen weitgehend narbenfrei, also ohne Nutzungsspuren, reproduziert werden können und uns daher ein Zeitungsartikel aus dem Jahr 2001 auch zehn Jahre später taufrisch ins Browserfenster geladen wird. So er denn noch geladen werden kann. Die Spuren, die die Distanz zwischen unserer aktuellen Wahrnehmungsposition und der, des kommunizierten Objekts liegen, werden nur anhand von entsprechenden metadatierenden Markierungen und auf der semantischen Ebene spürbar. Ihre Verkörperlichung ist in gewisser Weise spurlos, zeigt sich immer auf dem Jetztstand, ist On-Demand und daher auch zum sofortigen Verbrauch. Ein digitales Dokument lässt sich nicht halten, nur abrufen.

Das umfasst etwa den Problembereich, vom dem ausgehend der Konstanzer Philosoph Jürgen Mittelstraß in der heutigen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung unter der Überschrift „Internet oder Schöne neue Leonardo-Welt“ (Ausgabe vom 25.07.2011, S.7) drei Thesen ausrollt, abschreitet und ein paar Schlussfolgerungen zur Gesellschaft, zum Selbst und zu dessen Bildung zieht. Die digital kodifizierte Verwirklichung des Selbst, die eine öffentliche Exhibitionierung des Privaten genauso beinhaltet wie eine verdoppelnde Auflösung des Individuums zwischen dem realen und dem sich verselbstständigen virtuellen Ich, könnte sich danach in einer bildschirmvermittelten Realität stärker verlieren, als es für die zwangsläufige tägliche Bewährung in einer letztlich doch physisch vermittelten Welt gut ist. Am Ende des Tunnels lauert die Gefahr der Instrumentalisierung dessen, was wir als Individuum verstehen:

„Im Internet spiegeln sich ökonomiegetriebene Globalisierung und wissenschafts- und technikgetriebene Medialisierung. Zwischen beiden wird es eng für das autonome Subjekt.“

Jürgen Mittelstraß befürchtet die Umkehrung der instrumentalen Beziehung von Mensch und Maschine, sofern wir nicht wachsam bleiben. Daher hätte man als Illustration statt des aber natürlich sowohl vom Titel wie von der Bildspruch durchaus passenden Bildes „The Attended“ von Brice Marden mit seinen breiten, die Leinwand erschließend durchmäandernden Linien auch eine Kassandra-Abbildung aus den Archiven der Kunstgeschichte holen können.

Die Warnung hat zweifellos einen sinnvollen Hintergrund. Es stört einzig die Form der Argumentation, die zum Fazit hin mit allzu harten Schlagwortschattierungen arbeitet und vertraute Echos heraufruft, die aber nur auf einen Hohlraum verweisen, wo man zum Handlung eine Füllung bräuchte. Wer sind denn diese „Technikpropheten und Medientheoretiker“, die das Leben und Urteilskraft durch die postmoderne und postaufklärische Strukturtotalität des ubiquitious computing ersetzen wollen? Gibt es wirklich Vertreter, die das Denken des Menschen mit dem computational thinking lückenlos synchronisieren wollen?

Ein Problem der wohlständig gesättigten westlichen Welt – andere Hemisphären verbinden etwas anderes mit digitalen Werkzeugen – liegt darin, dass das „Wozu?“ des Fortschritts nicht mehr überzeugend mit einem allseits vermittelbaren Generalentwurf beantwortet werden kann. Ideologien vertragen sich mit dem mitteleuropäischen Lebensstil nur noch an zwei Stellen: in der Optimierung von Nuancen oder im Falle einer großen Langeweile, die nach Katharsis, wenigstens nach heftigen Erschütterungen und legitimierter Eskapade schreit. Die demokratische Zivilgesellschaft bundesrepublikanischer Prägung scheint derzeit im Gesamtgerüst für unsere Vorstellungskraft ziemlich ausgereift. Das Meiste, was uns zu tun bleibt, zeigt sich in Erhaltungsroutinen. Große Zukunftsversprechen, wie sie das 20. Jahrhundert dominierten, sind fehl am Platz und entsprechend ist der Zeitgeist nicht nur im Web von der Illusion einer konservierten Gegenwart geprägt.

Zur Steigerung der Motivation zur politischen Teilhabe bietet sich rhetorisch allenfalls die Variante an, Gefährdungen aufzuzeichnen und damit die Ausnahmestellung und Kostbarkeit unserer Lebenslage zu betonen. Es geht um Bewahrung statt um Bewegung. Im Stillstand zu balancieren ist aber weitaus schwieriger, als in der Schussfahrt. Daher tendiert die Vorliebe vieler zum zweiten (aber bitte mit Sicherheitsgurt und Airbag).

II

Anders formuliert liegt das Grundproblem von Gesellschaft in der pragmatischen Abwägung von Sinnkonstruktion und Problemlösung, also in der Gegenüberstellung von Verstehen und Kontrollieren. Gegenwartsbezogene Gesellschaften ohne geteiltes Perspektivziel, abgesehen von der bürokratisch angestaubten Selbstverwaltung zur Selbsterhaltung, tun sich anscheinend auf der Ebene der Sinnkonstruktion eher schwer. Im Ergebnis orientiert man sich unter dem bewährten Narrativ des wissenschaftlich-technischen Fortschritts auf andere Optimierungs- und Innovationsebenen, die das Stimulationspotential der Konsummärkte mit der Ausweitung der kontrollierbaren Zonen in den Grenzbereichen des individuellen Daseins sowohl vorgeburtlich wie nahtödlich zur Folge hat.

Der interessantestes Aspekt in dem Aufsatz Jürgen Mittelstraß‘ findet sich denn auch gleich am Anfan des Textes in der ersten These:

„Die moderne Welt ist das Produkt des wissenschaftlichen und des technischen Verstandes. Ihre artifiziellen Strukturen nehmen zu ihre natürlichen Strukturen nehmen ab.“

Sofern wir uns in Kulturräumen bewegen (und zugleich in der Kulturzeit der Armbanduhren und Zeitstempel auf unseren digitalen fotografischen Selbst-Vergewisserungen unserer Bewegung stecken) nehmen wir eine menschlich-kulturell be- und verarbeitete Variante dessen war, was den Philosophen als Ding an sich vorschwebt und dem Stadtmenschen als Natur. Was reine natürliche Strukturen sind, ist schwer abzugrenzen. Dass wir aber menschliche Deutungs- und Infrastrukturen über die Reinformen lagern, kann man nicht bestreiten. Wir bauen schlicht und komplex eine Schicht auf das Netz, usw.

Das Internet ist so eine kommunikative Zusatz- und Integrationsstruktur, die wir über nahezu alle anderen uns greifbaren Kommunikationsstrukturen vom Gespräch bis zur Dokumentation legen. Die Schlichtheit des Grundprinzips und des Codes ermöglicht die Erzeugung und Kontrolle einer außerordentlichen Komplexität, indem sie eine Vielzahl von Dingen verrechenbar macht, deren algorithmische Durchdringung zuvor am begrenzten Kalkulationsvermögen des menschlichen Geistes und seiner traditionellen Rechenhilfsmittel scheiterte. Davor jedoch hängt ein Vorhang aus Darstellungssoftware und Screen-Design, der seit 18 Jahren auch denen, die der Rechner im Rechner keinen Deut interessiert, eine vollumfängliche Teilhabe ermöglicht.

Die Stärken der digital erschlossenen und vermittelten Kommunikationen liegen klar in der eindeutigen Verarbeitung nach allen möglichen statistischen und relationalen Perspektiven. Die Schwächen liegen in der immer noch weitgehend als Black-Box implementierten semantischen und mehr noch pragmatischen Dimension des Kommunizierens. Wir haben Leinwand, Zelluloid und Projektionsapparatur wunderbar im Griff. Das Gezeigte dieses Lichtspielhauses der Interaktion jedoch nur bedingt und über die Reaktion des Publikums können wir ebenso nur mit Methoden mutmaßen, die nur in kleinen Teilen mit der Vermittlungstechnik zu tun haben. Mit dem Web 2.0 und den Sozialen Netzwerken des Web haben wir die Programmgestalter ohnehin zu Vorführern degradiert.

III

Die über ein solches Medium technisch vermittelte Welt bleibt zwangsläufig unidimensional. (trotz zweitweiliger 3D-Brille) Sie verliert ihre Einseitigkeit aber dann, wenn der Diskurs darüber dazu genommen wird. Diese wirkt als zusätzliche semiotisch übergelagerte Schicht des spezifischen Wahrnehmens, Deutens und Erklärens entsprechender Prozesse durch die betroffenen Akteure und umkreist die Frage, wie auf bestimmte Funktionalitäten hin entwickelte Werkzeuge die semantischen und pragmatischen Dimensionen in Rückkopplung beeinflussen und neu (in-)formieren. Die gesellschaftswissenschaftlich-diskursive Perspektive des Akteurs Jürgen Mittelstraß bestimmt für die aktuelle Gesellschaft ein interessantes Normideal: Sie ist offen und beschleunigt und betont (1) permanente Innovation (=Beschleunigung und Entwicklungsoffenheit), (2) schrankenlose Mobilität (=Offenheit und Bewegung im geographischen Raum) und chamäleongleiche Flexibilität (=Anpassung des Individuums an die Umwelt).

Nun steht gerade das mimetisch begabte Reptil eher nicht für permanente Bewegung. Seine Anpassungsfähigkeit ist das Resultat der Lebensweise als (weitgehend) Lauerjäger. Das harmoniert vielleicht mit der These vom „Verschwinden des Menschen“ in der technischen Umwelt. Die Flexibilität des Individuums bleibt hier aber nur oberflächlich und derartige Anpassungen an die Normen der sozialen Umwelt sind eine Konstante der Kulturgeschichte. Allerdings bemerkt Mittelstraß völlig nachvollziehbar, dass die gesellschaftlichen Zwänge in wachsendem Umfang durch technische Zwänge verdrängt werden.

Doch auch dies scheint mir nicht neu mit dem Web in die Büroräume und Wohnzimmer gelangt zu sein. Sondern erweist sich als ein Grundmerkmal spätestens der Massengesellschaft, die auf die Koordination von Abläufen und damit auf Standardisierung setzte. Maßschneiderei steht hier gegen Einheitsgröße. Für Utilitaristen gibt es kein Problem: Das Jeanshosenglück von Millionenschaften steht über dem Savile Row-Anzug der Tradition. Aber genau genommen auch nicht im Weg. Auf der ethischen Ebene bleibt natürlich die Frage, ob die massenkonsumistische Happyness für Millionen an einem Ende der Erde bestimmte Arbeitsbedingungen für Tausende am anderen nach utilitaristischen Gesichtspunkten aufwiegt. Möglicherweise macht gerade die chamäleonhafte Zeligkeit den eigentlichen widersprüchlichen Kern der Zwänge und  Bindungen aus und markiert damit die Bruchstelle, aus der das Problem erwächst. Denn es ist dem Menschen gemeinhin schwer möglich, an Widersprüchen entlang Sinn zu konstruieren. Das Kombinatum der Selbstkodierung durch eigene Lebenserwartungen und die der Gesellschaft muss permanent höchst gegensätzliche Komponenten harmonisieren. Dass daraus eine Anfälligkeit für Heilsversprechung jeder, also auch digitaltechnischer Art, hervorgeht, ist vielleicht das Natürlichste, was uns Kulturmenschen bleibt.

Wenn ich aus der kulturellen Fülle allein meines Privatregals für eine kleine Reise sieben Bücher wähle, um sie auf den langen Zugkilometern zu lesen, aber nur drei Bände in meine Reisetasche bekomme, dann hört die Optimierung auf den Namen Nook und ich steige mit 70 Titeln in der Jackentasche in den ICE, dessen Fahrzeit allerdings nur für das Dreiviertel einer Novelle reicht. Dieses Alltagsproblem, in dem die unterschiedlichen Eigenschaften Zeit, Raum, Mensch und Kultur kollidieren, ist schmerzlich alltäglich und im Vergleich zu den wahren Herausforderungen des Alltags höchst unterkomplex.
Die Schwierigkeiten entstehen nicht an der einen Stelle und auch nicht an der anderen. Sondern im Wechselspiel.

IV

Was kann man nun dort tun, wo die Eindeutigkeit und Einörtlichkeit des biologischen Körpers mit den vielfältigen Verschiebungen des Kulturkörpers „Mensch“ kollidiert und dieser natürliche Rahmen der Begrenztheit mit einem kulturellen (bzw. artifiziellen) Überschaum an Auswahloptionen konfrontiert wird? Die Kulturgeschichte bietet dauerüberforderten Akteuren verschiedene Variationen des Handlungswissens. Die, die sich Jürgen Mittelstraß zum Zurechtkommen mit dem Leben herauszieht, folgt Wilhelm von Humboldt und heißt Bildung. Humboldt meinte, so das Zitat im Aufsatz, dass der Gebildete jemand ist, der „so viel Welt als möglich zu ergreifen und so eng, als er nur kann, mit sich zu verbinden“ versucht. Für Interpretationen lässt das gelehrte Wort viel offen und man wüsste nur zu gern, welche Schlüsse die instrumentelle Intelligenz des Digitalen daraus zöge.

Für Jürgen Mittelstraß ergibt sich damit ein Einstieg in die bibliotheks- und informationswissenschaftliche Traditionsdebatte um die Definition von Wissen und Information. Es steht außer Frage, dass die instrumentalisierende Anwendung von Wissen als „Aussage darüber, ob eine Information stimmt“, vielleicht künstlichen, nicht aber menschlichen Intelligenzen gerecht wird.

Bedauerlicherweise ist das dann auch der Punkt, wo das Thema Jürgen Mittelstraß‘ Argumentation ein wenig zu überwältigen scheint: „Was soll auch ein Skeptiker vor dem Bildschirm?“ Also dort, „wo der Unterschied zwischen Wissen und Information verlorengeht“? Abgesehen von der Frage, ob dem verlustig gehen wirklich so ist, werden Skeptiker mehr denn je vor dem Bildschirm benötigt. Denn sie müssen verstehen, wogegen sie ihre Skepsis richten. Wissen wird außerhalb des wissenden Individuums, also bei jeder Explikation, sofort zur Porzellanvase. Was im Monolog stahlbetoniert scheint, bekommt im Dialog schnell einen Sprung (je nach Gesprächspartner).

Was die Behutsamkeit im Umgang mit solch zerbrechlichen Gefäßen ist, ist Nachdenklichkeit in Bezug auf die Kommunikation von Wissen. Also, wie Jürgen Mittelstraße es ausdrückt, „ein Geschwister des Beständigen.“

V

Statt die Charge des Analphabetismus auf die Internet vermittelte Kommunikation zu feuern und eine allgemeine Verwischung der Grenzen zwischen Information, Wissen zu einer Meinungswelt voll „Dummheit auf hohem Niveau“, die freilich bei Jürgen Mittelstraß nur den Nachdenklichen exklusiv sichtbar wird, zu postulieren, wäre die Auseinandersetzung mit einer leichter Verschiebung der Position vermutlich konstruktiver: Die Alphabetisierung läuft nämlich in einer kontinuierlichen Linie mit dem Analphabetischen und zeigt sich gleichfalls in vielen Formen. Sie reicht von postkonventioneller Reflexionskompetenz dies- und jenseits der Schrift (als auch in anderen erfahrbar-lesbaren Kommunikationsmedien; der Aufsatz wird nicht grundlos von einem miniaturisierten Meisterwerk der Kunstgeschichte begleitet) bis zur rein funktionalen Alphabetisierung, die befähigt, ein Formular korrekt auszufüllen.

Die immer kritisch zu stellende Frage an die digitalen Kommunikationsräume (=Internet) und ihrer Auswirkungen auf die sie nutzenden Akteure (=Gesellschaft) sollte also besser lauten: Welche Formen der Alphabetisierung – unter der ich prinzipiell eine die Befähigung zur zeichenvermittelten Kommunikation verstehe – werden von wem zu welchem Zweck und mit welcher Wirkung bewusst oder unbewusst ermöglicht, verhindert, beschleunigt oder gebremst? Ich denke dabei nicht an wertende Kategorien wie „exhibitionistische Geschwätzigkeit“ versus „ernstes Nachdenken“. Sondern etwas Nüchterneres.

Die Wissenschaft vom Web kann damit ruhig Humboldts mehrdeutige Welterfahrungsmaxime der Bildung in den Mittelpunkt nehmen, denn das es ohne Stabilisierung, ohne Festschreibungen, ohne verbindlich intendierte und zugleich unerreichbare Ideale, an denen Bewertungen und Werturteile erst ihre Skala finden, nicht geht, ist eine Einsicht, hinter die man schon aus rein praktikablen Gründen nicht zurücktreten kann. Kultur und damit ihr Grundstoff Kommunikation brauchen einen Anfangs- und einen Endpunkt, eine Art autopoietische Bahn auf der wir vielleicht fahren, fahren, fahren und zugleich in einem rasenden Stillstand mit dem Futurismus des Augenblicks festhängen. Die digitale Infrastruktur ist eine Variante dafür und wenig drängt so sehr in der bewussten Gegenwart, wie die Frage der Gestaltbarkeit dieses Rahmens und der Folgen jeweilig konkret Gestaltungsmerkmale.

„Im Internet spiegeln sich ökonomiegetriebene Globalisierung und wissenschafts- und technikgetriebene Medialisierung.“

Richtig. Aber auch der Diskurs dazu. Und in diesem bleibt soviel Platz für das autonome Subjekt und sein Bestreben, seinem Alphabetisierungsgrad entsprechend Sinn zu erzeugen, zu explizieren und somit zu kommunizieren, wie ihm Zeichen vorrätig sind. Das Internet ist nicht die Welt. Es ist aber eine gewichtige Schicht Kommunikationsstruktur, die uns mit ihrem Eigensinn nicht mehr und nicht weniger instrumentalisiert, als es die Schrift schon lange tut. Auch sie ist ein dispositiver Rahmen. Wenn uns die Überökonomisierung unser Lebenswelt, die Medialisierung unserer Erfahrung und die Technikabhängigkeit unseres kommunikativen Handelns stört, dann können wir uns derzeit kein besseres Medium für einen kritischen, offenen, dynamischen und zugleich beständigen Diskurs erhoffen. Die bewusste, alphabetisierte Nutzung und die permanente Rückspiegelung des Benutzens und dessen Folgen ist Grundvoraussetzung für eine angemessene Verwendung jedes Werkzeugs, das zwischen Menschen wirkt. Also auch für die Toolbox Internet. Dabei sollte es in erster Linie um die Gestaltung von Kultur gehen und nicht (um nochmals Virilio hereinzuschmuggeln) um die Verwaltung der Angst.

Mannheim, 25.07.2011

2 Antworten

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  1. Ben Kaden said, on 25. Juli 2011 at 18:57

    Der InfoWissChur-Blog macht den Beitrag von Jürgen Mittelstraß für seine Leser zugänglich: Internet verändert die Gesellschaft – Beitrag des Kollegen Mittelstraß in der FAZ

  2. Ben said, on 27. Juli 2011 at 13:47

    Eine weitere Fassung des Beitrags gibt es unter dem Titel Zur Zukunft des Internet. Philosophische Bemerkungen als PDF beim BMBF.


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