LIBREAS.Library Ideas

Was erwarten Sie vom Bibliothekartag 2011? – Teil 4

Posted in Hinweise, LIBREAS Veranstaltungen, LIBREAS.Feuilleton by libreas on 6. Juni 2011
Morgen beginnt der 100. Deutsche Bibliothekartag in Berlin.
300 Referenten werden über Themen referieren, die die
Bibliotheks- und Informationslandschaft aktuell bewegt.
Wir wollten von den Referenten wissen, warum sie sich für Ihr Themenfeld,
das sie referieren, engagieren und was die Referenten von der Tagung erwarten.

Teil 3 galt den Gedanken von Armin Talke und Karsten Schuldt,
im vierten und letzten Teil erfahren wir von Frank Scholze,
Anette Hagenau und Frauke Mahrt-Thomsen warum sie auf
der Berliner Konferenz sein werden.

Frank Scholze, Karlsruher Institut für Technologie, KIT-Bibliothek, Karlsruhe
Vortrag: Open Access – Wo stehen wir heute? (Do, 09.06.11)

1. Wie stellen sie sich die Zukunft der Bibliothek? Und welche Rolle wird die Bibliothek für wen spielen?
Bibliotheken sind das Rückgrat der Informationsgesellschaft. Sie gestalten die digitale Zukunft der Information in Wissenschaft, Forschung und Kultur wesentlich mit. Um zu bleiben, was sie sind, müssen sie sich beständig wandeln.

2. Warum beschäftigen Sie sich mit dem Thema, zu dem Sie auf dem Bibliothekartag 2011 vortragen werden?
Open Access steht für die nachhaltige Zukunft der Wissenschaftskommunikation.

3. Was erwarten Sie vom Bibliothekartag 2011?
Diese (Open Access) und andere Veränderungen in der Kultur des wissenschaftlichen Arbeitens und Kommunizierens lebendig zu diskutieren und zu gestalten.

4. Was erwarten Sie von Berlin?
Keine Antwort

Anette Hagenau, Leiterin Stadtbücherei Traunstein, Traunstein
Vortrag:  Bibliotheken wohin? Trends – Profile – Konzepte. Ein Werkstattbericht über Entwicklung und Umsetzung des Bibliothekskonzepts der Stadtbücherei Traunstein „Lesen – Leben – Lernen“
(Do, 09.06.2011)

1. Wie stellen Sie sich die Zukunft der Bibliothek vor?
Auch weiterhin werden Bücher in Printform in den Bibliotheken eine wesentliche Rolle spielen und die Bereitstellung fundierter Informationen und deren Vermittlung wird zu den wichtigsten Aufgaben der Bibliothek gehören. Zielgruppenspezifische Angebote sind unerläßlich für das Überleben einer Bibliothek. Für Schüler und Lehrer ist die Bibliothek in erster Linie Anlaufstelle für die Informationsbeschaffung für Schule und Unterricht, für Familien (Erwachsene, Kinder jeden Alters) Aufenthaltsort, Treffpunkt und Ort der Kommunikation sowie eine Anlaufstelle für alle Fragen des täglichen Lebens

2. Warum beschäftigen Sie sich mit dem Thema, zu dem Sie auf dem Bibliothekartag 2011 vortragen werden?
Ob Museum, Volkshochschule oder auch Bibliothek – lange Traditionen bewahren nicht vor notwendigen Veränderungsprozessen. Der Spardruck der letzten Jahre, veränderte Freizeit- und Mediengewohnheiten, neue berufliche Herausforderungen und Interessen der Bürger sind für Bibliotheken Anlass zur Analyse und Neuausrichtung ihrer Arbeit.
Für jede teilnehmende Bibliothek, so auch für die Stadtbücherei Traunstein, wurde in der Fortbildungsreihe 2007/2008 eine individuelle Konzeption entwickelt, die eine überzeugende, auf lokale Fakten gestützte Neupositionierung der Bibliotheksarbeit ermöglicht. Dabei ist das so entstandene Konzept ‚Lesen – Lernen – Leben’ vor allem eine Argumentationsgrundlage für die lokalen Entscheidungsträger und stellt ein ausgezeichnetes Rüstzeug für die tägliche Arbeit kleinerer und mittlerer Bibliotheken dar. Dieses Bibliothekskonzept ist kein fertiges „Produkt“, sondern wird konsequent weiterentwickelt. [Abstract zum Vortrag]

3. Was erwarten Sie vom Bibliothekartag 2011?
Beruflich: Fachlicher Austausch mit Berufskollegen sowie Information über Neuerungen auf dem Bibliothekssektor (Aussteller!)
Politisch: Fachliche Diskussion und Lobbyarbeit für Bibliotheken in den Gremien und Verbänden (z.B. BIB, dbv, gerade bezüglich Eingruppierung aufgrund von Tätigkeitsmerkmalen und die Fachwirtausbildung in den einzelnen Bundesländern muß ausgebaut werden!)
Privat: Berlin als attraktives Ziel für den 100. Bibliothekartag: Austausch mit Studienkollegen und Berufskollegen sowie attraktives Rahmenprogramm (Festabend!)

4. Was erwarten Sie von Berlin?
Ich werde von Berlin selbst nicht allzuviel sehen, da ich vermutlich vor allem im Estrel sein werde; aber der Ort ist super gewählt (besser als z.B. in Leipzig oder Dresden als Tagungsort dieses Jubiläumsbibtages!); die Stadt und auch der geschickt gewählte Termin wird vermutlich viele Kollegen veranlassen, nach Berlin zu kommen.

Frauke Mahrt-Thomson, bis 2008 Stadtbibliothek Friedrichshain-Kreuzberg, Vorsitzende Arbeitskreis kritischer BibliothekarInnen (Akribie), Berlin
Vortrag: Das Schicksal der Bibliotheken in Berlin 1990-2010 oder: Geht das Bibliothekssterben weiter? (Mi, 08.06.11)

1. Wie stellen sie sich die Zukunft der Bibliothek? Und welche Rolle wird die Bibliothek für wen spielen?
Wie ich mir die Zukunft d e r Bibliothek vorstelle? Das ist sehr global formuliert, ich glaube, da muss man differenzieren, nach Ländern, Kontinenten, Sparten, Aufgabenfeldern … Nur eines ist mir gewiss: Der vielfach vorhergesagte Tod der Bibliothek (wegen Internet, E-Books etc.) tirtt nicht ein, auch nicht in der weiteren Zukunft. Für die Beantwortung des zweiten Teils Ihrer Frage müsste man ein ganzes Buch schreiben oder mindestens einen längeren Artikel. Dazu reicht die Zeit nicht.

2. Warum beschäftigen Sie sich mit dem Thema, zu dem Sie auf dem Bibliothekartag 2011 vortragen werden?
Weil ich es für wichtig halte, die dramatischen Folgen der politisch-ökonomischen Wende für große Teile der Ost-Berliner Bibliotheken aufzuarbeiten und einem größeren Kreis von KollegInnen bekannt zu machen. Weil es notwendig und spannend ist, die Entwicklung der Gesamtberliner Bibliothekslandschaft in den letzten zwanzig Jahren genauer zu beobachten und kritisch zu kommentieren.

3. Was erwarten Sie vom Bibliothekartag 2011?
Mehr Interesse und Engagement für Fragen, die den Auftrag des Berufsstandes als Ganzes berühren: die soziale Verantwortung des Bibliothekars/der Bibliothekarin, die bibliothekarische Ethik, die kritische Aufarbeitung der Berufs- und Bibliotheksgeschichte, die Sensibilität für Gender-Fragen – z.B. die Änderung des Namens ‚Bibliothekartag‘ in ‚Bibliothekstag‘ – 80% des Berufsstandes ist weiblich!

4. Was erwarten Sie von Berlin?
Von der Stadt als solche? Wohne ja selber dort, weiß das Kulturangebot zu schätzen und die vielen alternativen Diskussions- und Aktionsräume. Vom Tagungsort? Ich bin nicht so beglückt von der Wahl einer kommerziellen Event-Location, warum nutzt man nicht die öffentlichen Institutionen, die wichtige Träger von Bibliotheken sind, einiges an Räumen anzubieten haben und z.T. noch zentraler in der Mitte der Stadt liegen? Als erstes fällt mir dazu die Humboldt-Universität ein mit ihrer faszinierenden neuen Bibliothek, aber auch TU und FU haben einiges zu bieten …

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: