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Ding, Dinglichkeit und vielleicht ein Quantum Trost. Daniel Millers Anthropologie der Alltagsobjekte.

Posted in LIBREAS.Referate by Ben on 6. Februar 2011

Überlegungen im Anschluss an Daniel Miller: Der Trost der Dinge. Fünfzehn Porträts aus dem London von heute. Frankfurt/Main: Suhrkamp, 2010.

von Ben Kaden

Der Mensch ist ein Knotenpunkt. Zu dieser Erkenntnis führt der britische Anthropologe Daniel Miller in seiner wunderschön sanftmütigen Untersuchung zum Trost der Dinge (bzw. Comfort of Things). Dessen Darstellung der Rolle der, wenn man so will, Dingkultur im Leben zufällig ausgewählter Londoner ist schon an sich als Sensibilisierung für das, was uns umgibt, höchst empfehlenswert. Denn der sich scheinbar einstellende Bedeutungsverlust des Dinglichen und auch des dinglichen Eigentums, wie Jeremy Rifkin in seinem Age of Access als Merkmal des Hyper-Kapitalismus herausarbeitete und besonders das Verschwinden der dinglichen Kommunikationsträger, das uns mit der Digitalisierung ereilt, sind eine intensive Erfahrung der Verschiebung. Jedenfalls für die, die noch den Unterschied kennen und irgendwann einmal eine Ansichtskarte erhielten oder klopfenden Herzens zum Fotografen gingen, um sich die Abzüge eines Kleinbildfilms aushändigen zu lassen. (more…)

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