LIBREAS.Library Ideas

Open Access und Geisteswissenschaften, Nachtrag

Posted in LIBREAS aktuell by Ben on 24. März 2009

Wir waren mit der letzten Ausgabe von LIBREAS etwas spät, aber eigentlich etwas zu früh dran. Denn jetzt erst rauscht der Karren, den der Literaturwissenschaftler Roland Reuß mit großem Eifer in verschiedenen Tageszeitungen anstieß (sh. z.B. hier) so richtig scheppernd seine digitale Bahn hinab. Vorläufiger Höhepunkt ist der so genannte Heidelberger Appell, der sich, wie viele der vorhergehenden Äußerungen, vor allem durch eine eher wenig differenzierte Herangehensweise an das Thema „Open Access“ auszeichnet. Eigentlich müsste man das Thema jetzt noch einmal aufrollen, denn immerhin hat Roland Reuß erreicht, dass sich besonders die Geisteswissenschaften und besonders die geisteswissenschaftlichen Verlage  intensiv mit einem von ihnen seit je wenig geliebten Thema zu befassen. Die Kluft zwischen geisteswissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Publikationskulturen wird in der Diskursführung besonders deutlich und wer sich der Diskursanalyse verschrieben hat, findet in der aktuellen Debatte sehr fruchtbares Material. Robert A. Gehring benennt das Problem bei golem.de recht präzise:

Die Tatsache aber, dass es eine Lagerbildung auf der einen Seite durch Geisteswissenschaftler, Literaten und Verleger kontra Open Access gibt, und auf der anderen Seite durch Natur- und Technikwissenschaftler, Forschungsgemeinschaften und Bibliotheken auf der anderen pro Open Access, verweist auf einen grundlegenden Konflikt.

Hier prallen kulturell geprägte Wertvorstellungen vom Charakter und der Bedeutung von Wissen und Kulturgütern aufeinander.

Wir möchten angesichts der spannenden Wendung, die das Thema „Open Access und Geisteswissenschaften“ erfährt noch einmal darauf hinweisen, dass wir selbstverständlich thematisch entsprechend ausgerichtete Beiträge auch gern in die kommende Ausgabe einfließen lassen.

Ebenso weisen wir auf den Artikel Matthias Spielkamps bei perlentaucher.de hin, der das Thema recht übersichtlich und mit eindeutiger Position zusammenfasst:  Open Excess: Der Heidelberger Appell. Ein paar weitere Links zum Thema gibt es auch bei Archivalia.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: