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Rosemann/Volltextabfrage…physisches Buch

Posted in LIBREAS.Referate by Ben on 27. Juli 2006

Rosemann, L.: Die Volltextabfrage und das Alleinstellungsmerkmal des physischen Buches. In: iwp 57 (4) S.217-218 (2006)

Nicht ohne Grund versucht der Autor zu belegen, warum auch bei einem Buch mit Volltextretrievalangebot ein Register sinnvoll, oft sogar notwendig sein kann. Der Grund ist im Prinzip einfach. Man kann nur Gegenstände suchen, von denen man weiß, dass es sie gibt. Insofern regt ein gutes Register oft erst dazu an etwas zu suchen. Das hier aufgeworfene Problem ist aber ein anderes. Ausgehend von Google Book Search, wird mit Recht darauf hingewiesen, dass dieses Angebot sicher nicht immer kostenlos bleiben wird – spätestens, wenn die Ebene des fair use verlassen wird. Google schickt sich also an, einer der größten Verlage, Buchhändler oder auch die größte kommerzielle Bibliothek der Welt zu werden. Möglicherweise ist es dann als global paradox, alles in einem, mit vielen weltweit Mitarbeitenden, die in lockerer Abhängigkeit zum Mutterkonzern stehen. Vor dieser Konkurrenz fürchten sich mit Recht heute viele Verlage, während sich andere noch mit Vorstellungen von Bibliotheken und deren Missbrauch eines veralteten Urheberrechts beschäftigen. Vermutlich ist dieser Nebenschauplatz wichtig, wenn sich Google Book Search in aller Ruhe entwickeln können soll.

Der entscheidende Punkt, auf den der Autor hier aufmerksam macht, ist, dass gegenüber bisherigen Volltextabfragen, man den Volltext nicht mehr lesen, durchblättern und bei Belieben ausdrucken kann. Die neuen Angebote trennen die Möglichkeit, jedes Wort zu suchen davon, diese Worte auch in einem oft notwendigen Kontext lesen zu können. Der Trend, für alles Gefundene, und auch das nicht Gefundene, zu zahlen, steigt weiter an. Wie das geschieht, wird kurz angedeutet, mit dem Fazit: „Der Paradiespförtner wird sicherlich irgendwann ein Eintrittsgeld verlangen.“

Wie weit dabei Register die Qualität erhöhen, ist sicher eine interessante Frage. Möglich ist es. Sicher ist auch, dass die Verstimmung von Informationskäufern, bzw. Erwerbern von Dokumentnutzungsrechten, steigt, wenn sie zunehmend die Erfahrung machen, dass das, was sie suchen, und dass was sie erhalten, nicht übereinstimmt und somit den Preis nicht Wert ist. (W. Umstätter)

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