LIBREAS.Library Ideas

Es gibt kein richtiges Lesen im Veilchen. Ein Sonntagsaufsatz.

Posted in Die Bibliothek in der Literatur, LIBREAS.Feuilleton by Ben on 19. Juni 2011

von Ben Kaden

I

Die Studierenden, die im Frühjahrssemester 1957 an der Cornell University eine Literaturvorlesung des Dozenten Vladimir Nabokov besucht hatten, in deren Zentrum der vom Dozenten höchstgeschätze russische Ehebruch- und Eisenbahnroman Anna Karenina stand, sahen sich am Dienstag den 19.März in der Prüfung mit einer denkwürdigen Fragestellung konfrontiert:

„Beschreiben sie die Tapete in Karenins Schlafzimmer.“ („Describe the wallpaper in Karenins‘ room.“) (Sprung zur Antwort) (weiterlesen…)

Die Bibliothek in der Literatur. Heute: Die Ver-N-zelten des Leonid Dobyčin

Posted in Die Bibliothek in der Literatur, LIBREAS.Feuilleton by Ben on 12. April 2011

„ – Das Wahre, das Gute, – rief er, wie gewöhnlich deklamierend, – und das Schöne!“[1]

I

Im Jahr 1909 zog ein junger Student namens Naum Pevsner aus der ostrussischen Provinz in die Metropole München. Zunächst wollte er dort Medizin, später Hochbau zu studieren. Aber irgendwie – München schien zu dieser Zeit ein wenig wie Berliner Auguststraßen der 1990er gewesen zu sein – rutschte er dort in die Kunstkurse Heinrich Wölfflins und zugleich ins Umfeld der Neuen Künstlervereinigung. Den Stand der Avantgarde erhielt er aus erster Hand von Wassily Kandinsky und dessen Kreis  vermittelt und bald war er ein Teil dieser Münchner Kunstbohème. Damit war klar, dass die Architektur vielleicht seine Sache ist. Aber nicht in einem Hochbauamt. Unter dem Namen Naum Gabo wurde er zu einer der prägenden Gestalten des Konstruktivismus sowie der Kinetischen Kunst, pfiff auf die Zukunft und feierte die Gegenwart. Gemeinsam mit seinem Bruder, dem Bildhauer Antoine Pevsner, verfasste er später ein „Realistisches Manifest“ (1920), um das Utopische rechts zu überholen. Er wandte sich gegen den futuristischen Ansatz, Geschwindigkeit durch die Abbildung einer eingefrorenen Bewegung zu fassen. Ihm und seinem Bruder ging es darum, der Bewegung in Reinform mittels Kunstwerk Ausdruck zu geben. Mit dem für Manifeste meist üblichen Vergangenheit-in-einer-Sackgasse-Pathos wurde die neue, revolutionäre Lebensform ausgerufen:

„The blossoming of a new culture and a new civilization with their unprecedented-in-history surge of the masses towards the possession of the riches of Nature, a surge which binds the people into one union, and last, not least, the war and the revolution (those purifying torrents of the coming epoch), have made us face the fact of new forms of live, already born and active.”[2]

Die Kubisten, so das Manifest, würfelten sich im Gegenstand doch nur auf der Oberfläche und methodisch in der Regelarmut ihrer Logik fest. Die Fachkollegen vom Futurismus dagegen führen den Karren der Kunst mit ihrer Leinwandfixierung gegen die Galeriewände. Ihr Symbolvorrat – Automobile, Flugzeuge, Infrastrukturelemente und alles, was die frühe industrielle Beschleunigungsgesellschaft so auszeichnete – waren noch zu erdgebunden und konkret, um die Größe des Aufbruchs zu erfassen. Das Leben wartet nicht und vor allem lässt es sich auch nicht auf eine Diskussion ein: „deed is the highest and surest of truths“[3]. Die Tat geht über die Schönheit und die Ästhetik ist die der Konstruktion: „we construct our work as the universe constructs its own, as the engineer constructs his bridges, as the mathematician his formula of the orbits.”[4] Weg mit der Statik, her mit der Dynamik. Die Wissenschaft lehrt uns die Regeln und die gilt es ins Hier und Jetzt zu setzen. „We assert that the shouts about the future are for us the same as the tears about the past: a renovated day-dream of the romantics.”[5]

Das nennt man dann wohl einen hart bandagierten Richtungsstreit. Und obschon sie sich mit Ortega Y Gasset in der Ablehnung des Kubismus vielleicht die Hand reichen hätten können, stellt man sich ein entsprechendes luftschlössernes Treffen insgesamt eher schon vor wie das Conquête de l’air Roger de La Fresnayes. Angesichts der proklamierten Lust an der Aktion solcher Oden an eine jetztzeitige Massenkinetik greift man fast dankbar zu jedem Antidot. Und ist – Gnade der späten Geburt – glücklich, mit der eigenen Diskursfahrt erst am Ende des Jahrhunderts der –ismen und im Kunsttiegel Berlin begonnen zu haben. Und nicht bereits in Naum Gabos Geburts- und Kindheitsstadt Brjansk in den 1920er Jahren. (weiterlesen…)

Die Bibliothek in der Literatur. Heute: Schmetterling und Wörterglocke. Zu einem Gedicht Thomas Klings.

Posted in Die Bibliothek in der Literatur, LIBREAS.Feuilleton by Ben on 28. Februar 2011

Jüngst saß eine LIBREAS-Rumpfredaktion stilecht im Schaufenster des Sankt Oberholz und während der Abendverkehr aus der Brunnenstraße seinen Halbkreis nach Osten beschrieb, sprachen wir fast aus Versehen über Lyrik und wie präsent bzw. wenig präsent sie unserem Alltag ist. So ist das nun einmal in der funktional aufgeteilten Welt und auch in Deutschland vollzieht sich eine Entwicklung, die in den USA längst unter dem Label Writer’s writer bekannt ist: Wer dichtet, dichtet eher als Ausnahme für ein offenes Publikum und in der Hauptsache für andere, die dichten. Wir empfanden diese Marginalisierung natürlich als bedauerlich und wo kann man denn auch besser im Blues über eine durchdringend effizienzgeprägte Lebenswelt versinken, die Marktentzug selbst kaum mehr in Nischen zulässt, als am zentralen Platz der Digital Bohème, von der manche auch als Digitalem Prekariat sprechen, für das “Mein Haus am See” auf Lebenszeit nur Milchschaum im Café bleibt, während sie den Marktgedanken konsequent bis zum Kaffeesatz auf ihre Art durchlebt. Spätestens an dieser Stelle treffen sich Digitalität und Literatur recht genau. Wohl dem, der mit der Trambahn von diesem Spielort einer Avantgarde auf der ständigen Kippe heimlich in seine saturierte Daseinsumgebung abreisen kann, wenn es ihm behagt…

Lyrik, sofern sie sie selbst und sperrig ist – und das ist sie fast immer, wenn sie sich ernst nimmt und an den Grenzen der Sprache operiert – hat es in puncto Marktgängigkeit natürlich besonders schwer, denn sie entzieht sich dem Primat der schnellen Erfassbarkeit und besitzt zusätzlich nur höchst selten das Maß an Dringlichkeit, das uns dann vielleicht doch ein nicht minder schwer erfassbarer Dissertationstext vorzuspielen versteht.

So gilt sie zugegeben auch uns häufig eher als Luxus, da ein Großteil des Tages nunmal von anderen Aspekten der Kommunikation besetzt wird und wir vielleicht nicht als erste Handlung am Morgen jene Funde einer Luise Boege betrachten, sondern die Pressemitteilungen zur Causa zu Guttenberg im E-Mail-Postfach.

Ist ein Leben in beiden Welten möglich? Wir glauben ja und mehr noch: Wir streichen das möglich und ersetzen es durch ein nötig. Die kleine feuilletonistische Erweiterung des LIBREAS-Blogs unter dem Namen “Die Bibliothek in der Literatur” erfüllt für uns diese Funktion: Die Literatur erweist sich spätestens dann als ideales Komplement zur Bibliothekswissenschaft, wenn deren Operationsfeld von semantischen Technologien und semiotischen Theorien dominiert wird. Denn dort, wo die Bibliothekswissenschaft auf Eindeutigkeit, Normierung und Standardisierung von Sprache zuläuft, stemmt sich die Literatur naturgemäß dagegen. Auch sie operiert in der Sprache, allerdings auf der anderen Seite: Wo die Bibliothekswissenschaft der Sprache mit dem Anspruch der Algorithmisierbarkeit von Textobjekten eine Grenze ziehen wollen muss, hebelt die Literatur mit dem Anspruch der intellektuellen und emotionalen Erfahrbarmachung durch Sprache diese Grenzziehungen immer wieder auf. Nicht zuletzt, um die eigene Aufgabe ernstzunehmen und immer das Andere, das ja existiert und möglich ist, zu bedenken und damit anschlussfähig zu bleiben, schadet es der Bibliothekswissenschaft sicher nicht, das literarische Denken zu berücksichtigen.

Die heutige Folge unserer Reihe zur Bibliothek in der Literatur ist denn auch die erste, die sich ein Gedicht als Gegenstand heranzieht. Und vermutlich nicht die letzte.

Schmetterling und Wörterglocke. Zu einem Gedicht Thomas Klings

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LIBREAS 8/9 : Stadt in der Bibliothek in der Stadt

Posted in LIBREAS aktuell by Ben on 13. April 2007

Was für ein schmucker Freitag – der Frühling lässt kein blaues Band wieder schweifen übers Weltmeer, sondern gießt Kanne um Kanne Sonnenlicht die Dorotheenstraße hinunter, an der noch stillen, weil noch in den Osterferien befindlichen, Humboldt-Universität vorbei und die LIBREAS-Redaktion vergnügt sich im kurzärmligen Trikot erstmalig dieses Jahr an der Tischentennisplatte am Hegelplatz.
Nachdem Maxi dann mit einem scharfgeschnittenen Kantenball kurzen Prozess machte und das Prestigeduell für sich entschied, ist die Zeit reif für das Freischalten der aktuellen LIBREAS-Ausgabe.

Diese kommt diesmal wie angekündigt als Doppelausgabe daher und bringt uns damit in den üblichen Erscheinungsrhythmus zurück.
Das Schwerpunktthema – zu dem es ruhig noch ein paar mehr Beiträge hätte geben können – liegt diesmal auf unserem ganz persönlichen Habitat: der Stadt. Den zweiten, inoffiziellen Schwerpunkt bildet noch einmal das Thema “Soziale Bibliotheksarbeit”.
Die restliche Ausgabe entspricht dem üblichen Potpourri, wie wir es lieben und von dem wir hoffen, dass es auch unseren Lesern gefällt.

Ein paar weitere Informationen gibt es demnächst, heute jedoch ersteinmal ein bisschen Wochenendlektüre, wobei wir es fast bereuen, e-only zu sein, denn bei einem solchen April, wünscht man sich wirklich ein transportables Magazin auf richtigem Papier für die Liegewiese im Stadtpark, die bislang und hoffentlich noch lange Zeit ohne Strom- und Webanschlussmöglichkeit ist…

LIBREAS. Ausgabe 7 | Herbst 2006

> Editorial zur Ausgabe 8/9: Stadt in der Bibliothek in der Stadt

> Theorie: Stadt, Raum, Bibliothek – Olaf Eigenbrodt

> Die Jubelhochstiege. Die Hauptbibliothek Wien – Ben Kaden und Manuela Schulz

> Stadtbibliothek – Mediathek in Reims – Elisabeth Simon

> A nice place to be… – Rainer Strzolka

> The Bridge Library in Glasgow – Wendy Axford

> The Millennium Library, Norwich, UK – Michael Wells

“Beiträge

Wann ist Bibliotheksarbeit sozial? Versuch einer Neubestimmung. Bericht zur Podiumsdiskussion auf dem BID-Kongress 2007 – Doreen Lutze

Soziale Bibliotheksarbeit: soziale Inklusion und soziale Anerkennung – Hans Elbeshausen

Library Services to disadvantaged peoples – Jonna Holmgard Larsen

„Hinter Gittern“. Fachstelle Gefangenenbüchereiwesen bei der JVA Münster – Ulrike Schönherr

Library Student Journal and Open Access Student Publishing: Our Experience So Far – Eli Guinee


Das Beste aus beiden Welten – Boris Jacob und Jin Tan


Fragen wird immer schöner – Boris Jacob und Bastian Zeinert

Träumt ihr von virtuellen Schafen? ein Interview von Beta Lubitsch mit Ina und Stella

Biblioblogosphärenklänge. Ergebnisse einer Kurzumfrage – Ben Kaden, Maxi Kindling, Manuela Schulz

“Rezensionen”

Rezension zu: AW Architektur & Wettbewerbe 209/ März 2007: Bibliotheken und Archive – Ben Kaden

Review of: Petra Hauke und Konrad Umlauf. Hrsg. (2006): Vom Wandel der Wissensorganisation im Informationszeitalter. Festschrift für Walther Umstätter – Michael Seadle

Rezension zu: Neil Jacobs. Ed. (2006) Open Access. Key Strategic, Technical and Economic Aspects – Uwe Müller

Rezension zu: Peter Janich (2006) Was ist Information – Walther Umstätter

Rezension zu: Peter Just (2006) E-Books für Bibliotheken. Eine Bestandsanalyse – Michael Katzmayr

Rezension zu: Madeleine Lefebvre. Ed. (2006): The Romance of Libraries – Maxi Kindling


Review of: Paul S. Ulrich. Ed. (2006) Die Bibliothek als Öffentlicher Ort und Öffentlicher Raum – The Library as a Public Place and Public Space. – Wendy Axford

Review of: Paul S.Ulrich. Ed. (2006) Die Bibliothek als Öffentlicher Ort und Öffentlicher Raum – The Library as a Public Place and Public Space. – Michael Wells

Text & Bild (+Ton)

Zum Hören: Integration als Ziele multikultureller Bibliotheksarbeit: Das Beispiel Berlin – Tarik Seden

LIBREAS – jetzt mit fremden Federn!

LIBREAS Nummer 8 – Call for Papers

Posted in LIBREAS aktuell, LIBREAS Call for Papers by Ben on 19. November 2006

Call for Papers

LIBREAS 8: Die Lesejahre sind vorbei? Die Öffentliche Bibliothek und die Stadtgesellschaft

Es ist ein Anruf, der entlarvt. Eine allgemeine Nachfrage bei der Stadtbibliothek einer brandenburgischen Kleinstadt stößt den im akademischen Idyll des Berliner Institutes nach Zukunftsperspektiven Suchenden in den real existierenden Alltag Öffentlicher Bibliotheken in Deutschland, wobei die Fallhöhe enorm ist. Die bibliothekarische Versorgung in der Stadt, immerhin mit eigenem Gymnasium, ist der kommunalen Verantwortung völlig enthoben, nachdem man sich entschloss, die Stadtbibliothek einzusparen. Dies offensichtlich zu Recht, wenn man der Auskunft hinsichtlich der Nutzungsintensität glaubt. Die nun von einem Verein übernommene und überwiegend dank ehrenamtlichen Engagements und des Einsatzes von Ein-Euro-Jobbern überhaupt am Leben gehaltene Arbeit des Bibliotheksrudimentes, bedient eine Nutzerschaft, die gerade einmal 25 Köpfe zählt. Mehr Bürger der Stadt haben anscheinend kein Interesse am Angebot. „Bibliotheken sind Publikumsmagneten und sie sind gemeinnützige Einrichtungen“ heißt es in der 1998 vom – ebenfalls weggekürzten – Deutschen Bibliotheksinstitut herausgegebenen Broschüre zum „Beitrag der Öffentlichen Bibliothek zur Stadtentwicklung“ (PDF.download).

Es scheint fast so, als liefere die Bibliothek in diesem Fall weniger einen Beitrag, sondern mehr ein Spiegelbild zur – der „Schrumpfenden Stadt“ entsprechenden – Stadtentwicklung, denn von einem Publikumsmagneten kann man wohl in diesem Fall nicht reden und die „Gemeinnützigkeit“ beschränkt sich auf eine überschaubare Gruppe der städtischen Gemeinschaft. Wie ist dieser Einbruch beim Interesse der Stadtgemeinschaft – d.h. einerseits derer, die die Stadtentwicklung steuern und meinen, dabei auf eine Bibliothek verzichten zu können und andererseits der Stadtbevölkerung, die offensichtlich meint, ihr Leben auch ohne Bibliothek führen zu können – zu erklären?

Koppelt man zu den in der Programmschrift Bibliotheken ’93 aufgeführten, in Hinblick auf die Herausbildung der viel beschworenen „Wissensgesellschaft“ durchaus einleuchtenden, Aufgaben der Öffentlichen Bibliotheken zurück, die diese in einem Spektrum vom „bürgerlichen Engagement“ über alle denkbaren Formen der Unterstützung von Aus-, Fort- und Weiterbildung hin zur „Integration unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen durch Information und Kommunikation“ formuliert, so verwundert schon, dass städtische Gemeinschaften hierfür – etwas polemisch gesagt – anscheinend entweder passende Ersatzinstitutionen gefunden haben oder einfach mit einer so aufgeklärten und selbstaktiven Einwohnerschaft gesegnet sind, dass sie darauf getrost verzichten können.

Ist dieses Phänomen nur ein Einzelfall, der sich zudem auf die ostdeutschen Nicht-Wachstumskerne bezieht bzw. auf Gemeinden, die mit der allgemein eingeforderten Haushaltskonsolidierung einfach überfordert sind und zu Verzweiflungstaten wie dem Einstellen von Dienstleistungen für die Bürger neigen? Oder verstehen es Öffentliche Bibliotheken schlicht nicht, ausreichend ihre Bedeutung und ihre Möglichkeiten für die Bürger gerade vor dem Hintergrund der Betonung der „Eigenverantwortung“, die auch die Verantwortung für das eigene bildungsbezogene „am Ball bleiben“ in der Wissensgesellschaft mit einschließt, zu vermitteln?

Braucht die Stadt des 21. Jahrhunderts mit ihren virtuell global kommunikationsvernetzten Einwohnern überhaupt noch Bibliotheken für die Informationsversorgung und –vermittlung? Vermitteln die Öffentlichen Bibliotheken noch genügend Information oder überbewerten sie im Aufgabenspektrum des 93er Bibliotheksprogramms den Einzelaspekt „Hobby und Freizeit“ zu sehr und begeben sich dabei in einen Konkurrenzkampf um Aufmerksamkeit, den sie eigentlich nicht gewinnen können?

Verglichen mit dem Straßenbau, bei dem eine Straße ein Gebiet mit einem anderen Gebiet und somit stärkere Siedlungsstrukturen mit schwächeren verbinden kann, kann man die Bibliothek als einen Knotenpunkt in der informationellen Infrastruktur sehen. Aber im Gegensatz zu einer vernachlässigten oder verschwundenen Straße merkt man die Folgen einer verschwundenen Bibliothek selten unmittelbar.

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Die nächste Ausgabe von LIBREAS wird sich mit der Fragestellung, welche Rolle Bibliotheken innerhalb einer Stadtgesellschaft übernehmen können und sollten und welche Herausforderungen dabei auf sie zukommen, befassen.

Dabei interessieren uns neben Problemlagen wie der geschilderten besonders auch

- Erfolgsmodelle,
- Best-Practice-Erfahrungen und
- gelingende (und die Ursachen für misslingende) Wechselwirkungen zwischen Bibliothek und Stadtgesellschaft.

Neben konkreten Erfahrungen interessieren uns

- Betrachtungen der Bibliothek als soziale Institution und
- ihre Korrelation mit der Öffentlichkeit, der städtischen Öffentlichkeit
und schließlich
- die architektonische Einbettung der Bibliothek in das Stadtbild.

Erwünscht ist wieder die gesamte Vielfalt darstellbarer Ausdrucksformen, vom Erfahrungsbericht über Meinungen, Ideenskizzen und Essays bis hin zu Fotostrecken oder anderen kreativen Auseinandersetzungen mit der Thematik.

Redaktionsschluss ist der 22. März 2007 (sh. oben)
Treten Sie mit der Redaktion in Kontakt: libreas@treepolar.de.

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