LIBREAS.Library Ideas

Call for Paper LIBREAS #27: Methoden

Posted in LIBREAS aktuell, LIBREAS Call for Papers by Karsten Schuldt on 30. September 2014

Wissenschaft unterscheidet sich von anderen Formen der Wissensproduktion, Erkenntnisfindung und Verstehensbemühung bekanntlich durch ihr klares und systematisches Annähern. Das Mittel dafür sind die Methoden. Sie helfen, wissenschaftliche und andere Fragestellungen nach einem klar vorstrukturierten Handlungsprogramm zu bearbeiten. Sie schaffen Vergleichbarkeit und sorgen dafür, dass die Antworten oder neuen Fragen in ihre Genese nachvollzogen werden können. Jeder Wissenschaftler und jede Wissenschaftlerin braucht sie und in jeder wissenschaftlichen Arbeit müssen sie zum Verständnis, zur Anerkennung und zur Prüfbarkeit der Aussage dieser Arbeit expliziert werden.

Andererseits müssen die Methoden zu den jeweiligen Fragestellungen passen und wo sie nicht ganz passen, passend gemacht werden. Keinesfalls jedoch sollte die Methode die Fragestellung dominieren, was oft genug vorkommt und beispielsweise einige der Ängste von Geisteswissenschaftlern gegenüber den aufblühenden Digital Humanities erklärt. Die Methode ist die Brille, die den Blick lenkt und den Schärfepunkt definiert. Sie kann Kurzsichtigkeit überwinden aber eben auch hervorrufen. Da es ohne Methoden keine Wissenschaft gibt, muss die Methodendiskussion geführt werden. Und zwar ständig, denn eine Wissenschaft ändert sich mit jedem Erkenntnisschritt und jeder neuen Frage. Daher muss regelmäßig geprüft werden, ob die Methoden, die dazu führten, in derselben Form auch noch für den nächsten Schritt angemessen sind oder angepasst werden müssen. Ein grundsätzlicher Methodenwechsel in einer Fachkultur ist dagegen selten und vor allem selten erwünscht.

Da dieser Prozess eine ganz eigene Komplexität besitzt, verwundert es nicht, dass es in der Spezialisierung der Wissenschaft auch Expertinnen und Experten, die eine Tiefenkenntnis und überdurchschnittliche Reflexionskompetenz bezüglich bestimmter Methoden haben. Sie heißen zwar nicht Methodologisten, sind aber dennoch diejenigen, die idealerweise die Methodendiskussionen mit ihrem Meta- beziehungsweise methodologischen Wissen führen.

In einer Wissenschaft sind sie in der Regel dadurch zu identifizieren, dass sie Handbücher, Einführungen und Tutorien zu den jeweiligen Methoden dieses Fachs verfassen. Greift man zu den jeweils aktuellsten Publikationen dieser Art, erfährt man gemeinhin viel über den derzeitigen Elaborierungsstand zum methodologischen Fundament eines Faches und damit auch ganz allgemein etwas über den Zustand einer Disziplin. Finden sich keine aktuellen Methodenhandbücher, ist das Fach meist so gut wie tot.

Der Bibliotheks- und Informationswissenschaft ist entsprechend trotz aller Kritik und der allgemeinen Annahme einer methodischen Retardation (vgl. Kaden, 2014) wenigstens formal einigermaßen lebendig, denn gleich drei Titel zu Methoden erschienen in kurzem Abstand voneinander 2013 und 2014. (Umlauf, Fühles-Ubach & Seadle 2013; Schuldt, 2014; Siegfried & Nix, 2014) Ähnliches gilt für die Methodenkritik. Mitte 2014 postulierte Corinna Haas in der 027.7 sowie in einem von ihr eingeführten Schwerpunkt in der Bibliothek. Forschung und Praxis zu ethnologischen Methoden, dass die Bibliotheken sich bislang vor allem auf Umfragen, Interviews und Fokusgruppen konzentrieren würden, wenn sie etwas über ihre Nutzerinnen und Nutzer erfahren wollen. (Haas 2013; Haas 2014) Dabei, so Haas vollkommen richtig, ist die Bandbreite von Methoden, die in anderen Forschungsfeldern entwickelt wurden, viel größer. Ganz abgesehen davon, dass auch die Bibliotheks- und Informationswissenschaft mit ihren sehr unterschiedlichen Fragestellungen selber Methoden entwickeln könnte. Mit einem größeren Methodenwissen lässt sich, so ist kurz zu vermerken, ein größeres Spektrum Fragen sinnvoll und strukturiert bearbeiten, was auch heißt, dass das Bibliothekswesen mehr Wissen ansammeln, vergleichen, strukturieren und in tragfähige Modelle fassen kann. Die Bibliotheks- und Informationswissenschaft könnte also durch die Erweiterung und Elaboration des in ihr gängigen Methodenspektrums ihr Erkenntnis- und Analysepotential erweitern. Für ein Fach, das sich traditionell fragen lassen muss, was es eigentlich ist und ob man es wirklich braucht, ist das auch wissenschaftsstrategisch immer ein sinnvolles Ziel.

Deshalb ist die Redaktion LIBREAS der Meinung, dass diese Diskussion vorangetrieben werden sollte. Mit dem Schwerpunkt der Ausgabe #27 stellen wir dafür gerne einen Ort zur Verfügung. Das Thema lässt sich, so unser Vorschlag, in Themenblöcke untergliedern.

  1. Zum einen wäre es sinnvoll, die tatsächliche Situation darzustellen und zu reflektieren. Stimmt es eigentlich, dass Bibliotheken und die Bibliotheks- und Informationswissenschaft ein eher unsicheres und kleines Methodenwissen haben? Beschränken sie sich tatsächlich auf (zu) wenige Methoden? Und selbst wenn, ist das negativ? Gibt es dafür andere Gründe? Welche Auswirkungen hat das?
  2. Wenn es stimmt, dass Bibliotheken zu wenige Methoden einsetzen, was wäre dann die Lösung? Sollte die Ausbildung verändert werden? Muss die Arbeitsweise und Struktur von Bibliotheken verändert werden? Ist der Zuwachs an Projektstellen in Bibliotheken, der in den letzten Jahren zu beobachten ist, nicht schon eine Entwicklung in Richtung Methodenvielfalt? Muss die Finanzierung von Forschungs- und ähnlichen Projekten in Bibliotheken verändert werden? Müssen Bibliotheken oder die Bibliotheks- und Informationswissenschaft mehr auf andere Forschungsdisziplinen zugehen, um sich deren Methoden anzueignen?
  3. Damit zusammenhängend: Was wären eigentlich sinnvolle Methoden für Bibliotheken und zu welchen Fragen? Sind die bislang verwendeten Methoden schlecht, sind deren Erkenntnismöglichkeiten wirklich gering? Ist nicht, zum Beispiel, die Form des unstrukturierten Interviews, wenn deren Einsatz reflektiert geschieht, zumeist auch vollkommen ausreichend?
  4. Und selbstverständlich ist es möglich, die Erfahrungen mit bestimmten, vorzugsweise eher selten verwendeten Methoden zu schildern. Gibt es solche Erfahrungen schon, muss man sie vielleicht nur sichtbar machen? Was sind die Vorzüge einzelner Methoden? Gibt es ein Akzeptanzproblem für solche Methoden innerhalb der Fachgemeinschaft? Dies kann sowohl auf abstrakter Ebene als auch auf der Ebene einzelner Forschungsprojekte erläutert werden.

Wir würden uns freuen, wenn zu diesen oder angrenzenden Fragestellungen Beiträge eingingen, sowohl kritische und breitangelegte, welche das gesamte Bibliothekswesen in den Blick nehmen als auch konkrete, lokal angelegte, die auf die Erfahrungen und Wünsche in einzelnen Bibliotheken oder Instituten eingehen.

Für die Einreichung gelten die Hinweise für Autorinnen und Autoren auf der Homepage der LIBREAS. Gerne diskutieren wir Artikelideen im Vorfeld mit Ihnen. Deadline für diese Ausgabe ist der 31. März 2015.

Ihre / Eure Redaktion LIBREAS

(Berlin, Bielefeld, Chur, Potsdam)

 

Literatur

Haas, Corinna: „Spielen die jetzt Soziologen?“. Nutzerstudien mit ethnografischen Methoden. In: 027.7 Zeitschrift für Bibliothekskultur 1 (2013) 3, http://www.0277.ch/ojs/index.php/cdrs_0277/article/view/38/101

Haas, Corinna: Wozu Ethnografie in Bibliotheken?. In: Bibliothek. Forschung und Praxis 38 (2014) 2, 185-189

Kaden, Ben: Ein Handbuch und sein Fach. Zu einer aktuellen Besprechung in der Zeitschrift BuB. In: LIBREAS.Weblog, 19.06.2014, http://libreas.wordpress.com/2014/06/19/bibliothekswissenschaft_bub/

Schuldt, Karsten: Bibliotheken erforschen ihren Alltag. Ein Plädoyer. Berlin: Simon Verlag für Bibliothekswissen, 2014

Siegfried, Doreen ; Nix, Sebastian: Nutzerbezogene Marktforschung für Bibliotheken. Eine Praxiseinführung (Praxiswissen). Berlin: Walter de Gruyter, 2014

Umlauf, Konrad ; Fühles-Ubach, Simone ; Seadle, Michael: Handbuch Methoden der Bibliotheks- und Informationswissenschaft. Bibliotheks-, Benutzerforschung, Informationsanalyse. Berlin: Walter de Gruyter, 2013

LIBREAS Call for Papers #26 Bibliotheken __ abseits / ausserhalb der Bibliothek

Posted in LIBREAS Call for Papers by libreas on 12. Mai 2014

Kurzfassung

Es gibt unbestreitbar und gut beobachtbar einen Trend zu Bibliotheken und bibliotheksähnlichen Phänomenen, die wenig bis gar nichts mit der Institution Bibliothek zu tun haben. Subkulturen, Protestgemeinschaften aber auch einfach buchaffine Nachbarschaften, Tourismusbüros und sogar Kommunen etablieren niedrigschwellige, oft sehr stark auf spezifische Bestände orientierte Varianten der Literaturversorgung. Die Ausgabe 26 von LIBREAS möchte den Ursachen für diesen Trend nachgehen. Und der Frage, was daraus folgt, dass die etablierten Bibliotheken sich nicht nur auf der digitalen Seite, sondern auch in der analogen Welt mit Alternativen konfrontiert sehen?

Eine ausführliche Einführung in das Thema sowie eine Reihe von möglichen Fragen zur Bearbeitung entnehmen Sie bitte der Langfassung.

Der Einsendeschluss für Beiträge ist der 30.10.2014. Die Kontaktadresse lautet redaktion@libreas.eu.

Zines of the Zone / Berlin, 2014

Herzlich, einfach, temporär – ist das die eigentliche Bibliothek der Zukunft? Die fahrende Konzeptbibliothek der Zines of the Zone fand im April 2014 in der Urban Spree Gallery an der Warschauer Straße in Berlin jedenfalls punktgenau ihre Zielgruppe. Und sogar Skateboardfahren durfte man zwischen den Regalen. (Foto: Ben Kaden / 17.04.2014, weitere Fotos im LIBREAS-Tumblr)

(more…)

Call for Paper LIBREAS #25: Women and Libraries.

Posted in LIBREAS Call for Papers by libreas on 1. April 2014

(A German version of this CfP can be found here.)

Preliminary remark

LIBREAS will publish a “Women’s issue” this summer. And there is a good reason for it. As we would love to include more international angles, we translated the respective Call for Papers and we would appreciate if you would read it, share it, and possibly contribute a paper, an essay, even a work of art. And yes, it can be in English and will be published in English.

Bona-Peiser-Bibliothek in Berlin-Kreuzberg

In Berlin (located at the much less-hipsterized end of the Oranienstraße) there is, somehow expectedly, a small public-library-branch named after Bona Peiser. Alas, one has to say, there still is. The branch was opened in 1964 and there are plans to close the library for good this September. (photo: Heike Stadler)

Call for Papers 

A long time ago, libraries were a male domain. Today they are a quite often considered more or less to be female realms. (A fact continuously validated; for example see Schiller 1974.) Thomas Adametz referred in two papers, published 1987 and 1992, tp Bona Peiser as the “first people’s librarian” [Volksbibliothekarin] . ( Adametz 1987, 1992) Frauke Mahrt -Thomsen (Mahrt -Thomsen 1995) termed Bona Peiser to be “Germany’s first librarian” and reaffirmed this claim recently in the first monograph on Bona Peiser. ( Marth -Thomsen 2013)

What does this small difference between the “people’s librarian” and “librarian” distinguish? Or is, in hindsight, this question not even of importance? Does the fact that she chaired a public Bücherhalle in Berlin-Kreuzberg (which was operated by the Deutsche Gesellschaft für ethische Kultur [German Society for Ethical Culture], which itself was inspired by the US Public Library principles) and not the book collection of some college? If one considers the historical context, it should not be forgotten that it would be still about 20 more years after Bona Peiser went into managing this public library before Rahel Hirsch was appointed to be the first female professor of medicine in Germany. At this time, female librarians were already rather common. The monthly magazine “Deutsche Monatsschrift für Russland” reported the news in 1912: “More than 400 women are now working in this profession […]”( Sprengel 1912 , 320)

Bona Peiser was born April, 26th 1864 in Berlin. Consequently, 2014 marks the 150th anniversary of her birth 2014. This special date is the reason for LIBREAS to dedicate our 25th issue to the women in librarianship. How did they shape librarianship in Germany? How did they in other countries ? What names should be or become (more) present and why?

Who are the heroines of librarianship ? Or do libraries and librarianship need no heroines ? How do women shape the present as well as the future of libraries? Why is the library today considered to be a “female” space ? Surely there is an interplay between status, income , career prospects and gender, but how exactly does this interplay take place in librarianship ? Will the library of the future remain a “female space” ?

As noted by several feminist scholars, women were introduced by Melvil Dewey as staff in the U.S. librarianship because he believed they could work accurately and socially , while their employment cost less than men. This ambivalent attitude which stressed “feminine virtues” opened a labor market which was not only cost-conscious, but rather sexist (Vann 1977), is also present in German library history:

 „Dieses Persönlich-Geistige des bibliothekarischen Berufs zieht die Frauen erfahrungsgemäß stark an, und es ist keine Frage, daß die Frau für dieses Gebiet gute Eigenschaften mitbringt. Ist es ihr nicht von Natur gegeben, auf andere einzugehen, besitzt sie nicht Schmiegsamkeit des Geistes und die Elastizität, die es allein ermöglichen, Menschen mit den verschiedensten geistigen Bedürfnisssen zu verstehen? Fühlt sie nicht und sieht, wonach gesucht wird, während der Mann noch des erklärenden Wortes bedarf? Und ist es nicht gerade ihre ‘Liebe zu den Büchern’, die sie in die Bibliothek führt? Das alles ist, obwohl auch hier nicht verallgemeinert werden darf, richtig, und das alles sind wichtige Voraussetzungen für erfolgreiches Wirken.“ (Hoffmann-Bosse 1915, 11)

[“The interpersonal intelligence of the library profession attracts woman predominantly, according to experience, and there is no question that the woman possesses good properties for this field of work. Is it not given to her by nature to be responsive to others , doesn’t she possess suppleness of mind and an elasticity , which allow her to understand people with various intellectual needs ? Doesn’t she feel and see what is sought for, where the male still needs a word of explanation? And isn’t it especially her ‘ love for books ‘ which brings her to the library ? All this is, though it may not be generalized here and all those are important prerequisites for successful work. ” ( Hoffmann- Bosse 1915 , 11)]

In Danilo Vetter’s documentary „Geschlecht – (k)eine Frage in Bibliotheken?“ Margit Hauser, Elisabeth Wiesenbaum and Monika Bargmann, a library professional named Helga Luedtke speaks up ( Vetter 2013). She does not consider herself primarily as a librarian “but as a freelancer woman who’s still interested in libraries.” In his film, Vetter takes on four themes : feminization , feminist criticism , gender mainstreaming and stereotypes and image. He provides four so-called snapshots that invite self-reflection. We would like to invite to reflect on those themes in LIBREAS as well.

Obviously, it is not only about library staff . In many libraries, the number of female users exceeds the number of males. Especially public libraries (at least in Germany) appear partly as a overall female domain. But is that true? And if so, what does this mean? Is that just right or is there a need for change?

Finally, this leads to the question of whether or how the associated libraries with feminine gender roles affect men who are active in libraries as staff or users. For example, a Onleihe –advertisment tries to break the expectation and puts a decidedly butch librarian to the shelves , who, again rather typically, informs a female user that she now might borrow e-books. ( ekzLibraryServices 2013) So how does the rise of IT in libraries influence role models, since (again: at least in Germany) technology is widely associated with masculinity?

If one discusses „women in/and libraries“ of course variations of gender relations can/should be taken into account. One might ask, why there have been dedicated women’s libraries for decades.

LIBREAS is especially looking forward to contributions that go cutting edge. We would love to receive contributions about women by women and/or men, which point out more than the constantly recurring clichés, but try to take up the threads of previous debates and discussions about the topics specified above, possibly to revivify and deconstruct the particular aspects over and below the surface. Formally, as always, we are open for almost every take on this subject. We welcome scientific analysis as well as essays as well as even artistic approaches.

Please feel free to ask the editorial board if you have any question regarding this or other issues of LIBREAS or LIBREAS in general. The deadline for the upcoming issue is set on May, 15th 2014 –  redaktion@libreas.eu.

Yours,

The Editors
(Berlin , Bielefeld, Chur , Mannheim, Potsdam)

References

Adametz, Thomas: Bona Peiser – Berlins erste Volksbibliothekarin. In: Der Bibliothekar 41(1987), S. 111-113.

Adametz, Thomas: Bona Peiser (1864-1929) : Wegbegleiterin der Bücherhallenbewegung und Deutschlands erste Volksbibliothekarin. In: Leidenschaft und Bildung, Berlin 1992, S. 133-141.

ekzLibraryServices: Onleihe – Der Kinospot. http://www.youtube.com/watch?v=G6TOOclDBps [17.11.2013].

Hoffmann-Bosse, Elise: Die Frau im Dienste der volkstümlichen Bibliothek: Eine Auskunft für weitere Kreise über den Beruf der Bibliothekarin an der volkstümlichen Bibliothek (Schriften der Zentralstelle für volkstümliches Büchereiwesen ; 2). Leipzig : Theid. Thomas Verlag, 1915.

Mahrt-Thomsen, Frauke: „Die öffentliche Bücherei muß jederzeit für jedermann unentgeltlich offenstehen“ : Bona Peiser – Deutschlands erste Bibliothekarin. In: BuB 47 (1995) 1, 56-60.

Mahrt-Thomsen, Frauke: Bona Peiser : die erste deutsche Bibliothekarin. Berlin: BibSpider, 2013.

Schiller, Anita R.: Women in Librarianship. In: Advances in Librarianship 4 (1974), 103-147.

Sprengel, Auguste: Die Berliner Ausstellung “Die Frau in Haus und Beruf” und der deutsche Frauenkongreß. In: Deutsche Monatsschrift für Rußland 1 (1912) 4, 307-312 ; 1 (1912) 5, 385-397 ; 1 (1912) 6, 502-512.

Vann, Sarah K.: Melvil Dewey: His Enduring Presence in Librarianship (The Heritage of librarianship series ; 4). Littleton, Co : Libraries unlimited, 1977.

Vetter, Danilo: Geschlecht – (k)eine Frage in Bibliotheken? http://www.youtube.com/watch?v=uWR-YQz2Pp8[08.03.2013].

Call for Paper LIBREAS #25: Bibliothekarin sein – Nutzerin sein. Frauen und Bibliotheken

Posted in LIBREAS Call for Papers by libreas on 18. November 2013

cfp25_bildEinst waren Bibliotheken eine männliche Domäne, heute sind sie eine weibliche. (kontinuierlich festgestellt, siehe zum Beispiel Schiller 1974) Thomas Adametz bezeichnet in seinen 1987 und 1992 publizierten Aufsätzen Bona Peiser als „erste Volksbibliothekarin“. (Adametz 1987; 1992) Für Frauke Mahrt-Thomsen (Mahrt-Thomsen 1995) war Bona Peiser bereits 1995 „Deutschlands erste Bibliothekarin“. Sie unterstrich dies unlängst in der ersten Monografie über Bona Peiser, wobei sie bei der Gelegenheit das „Volk“ im Titel strich. Bona Peiser ist nun „die erste deutsche Bibliothekarin“. (Marth-Thomsen 2013) Was macht den kleinen Unterschied zwischen Volksbibliothekarin und Bibliothekarin aus? Oder stellt sich diese Frage im Nachhinein gar nicht? Spielt es eine Rolle, dass sie eine öffentliche Bücherhalle in Kreuzberg (betrieben von der Deutschen Gesellschaft für ethische Kultur, die sich dafür wiederum von Public Library-Prinzipien aus den USA anregen ließ) leitete und nicht etwa die Büchersammlung eines Wissenschaftskollegs? Beachtet man den historischen Kontext, darf man nicht vergessen, dass es nach Bona Peisers Bibliotheksleitungsposition noch fast 20 Jahre dauern sollte, bis Rahel Hirsch als erste Professorin der Medizin in Deutschland berufen wurde. Bibliothekarinnen waren zu diesem Zeitpunkt schon fast zum Alltag geworden. Die Deutsche Monatsschrift für Russland meldete im Jahr 1912: „Mehr als 400 Frauen sind jetzt in diesem Berufe tätig […].“ (Sprengel 1912, 320)

Bona Peiser wurde am 26. April 1864 in Berlin geboren. Folglich jährt sich ihr Geburtstag 2014 zum 150sten Mal. Für LIBREAS ist dies der Anlass, die Ausgabe #25 den Frauen im Bibliothekswesen zu widmen. Wie haben sie dieses hierzulande geprägt, wie in anderen europäischen beziehungsweise weiteren Ländern? Welche Namen sollten aus welchen Gründen präsent sein, bleiben oder werden? Wer sind die Heldinnen des Bibliothekswesens? Oder benötigen Bibliotheken keine Heldinnen? Wie gestalten Frauen die Gegenwart, wie die Zukunft der Bibliotheken? Warum ist die Bibliothek heute ein weiblicher Ort? Sicherlich gibt es ein Zusammenspiel zwischen Status, Einkommen, Berufsperspektiven und Geschlecht, aber wie genau findet dieses Zusammenspiel im Bibliothekswesen statt? Wird die Bibliothek in Zukunft ein weiblicher Ort bleiben?

Mehrere feministische Texte haben darauf hingewiesen, dass im US-amerikanischen Bibliothekswesen Frauen durch Melvil Dewey als Personal eingeführt wurden, weil er ihnen zuschrieb, genau und sozial arbeiten zu können, dabei aber weniger zu kosten, als Männer. Diese zwiespältige Haltung, welche „weibliche Tugenden“ betonte, Frauen einen Arbeitsmarkt eröffnet, aber gleichzeitig nicht nur kostenbewusst, sondern eben auch sexistisch war (zuerst Vann 1977), finden sich auch in der deutschen Bibliotheksgeschichte.

„Dieses Persönlich-Geistige des bibliothekarischen Berufs zieht die Frauen erfahrungsgemäß stark an, und es ist keine Frage, daß die Frau für dieses Gebiet gute Eigenschaften mitbringt. Ist es ihr nicht von Natur gegeben, auf andere einzugehen, besitzt sie nicht Schmiegsamkeit des Geistes und die Elastizität, die es allein ermöglichen, Menschen mit den verschiedensten geistigen Bedürfnissen zu verstehen? Fühlt sie nicht und sieht, wonach gesucht wird, während der Mann noch des erklärenden Wortes bedarf? Und ist es nicht gerade ihre ‘Liebe zu den Büchern’, die sie in die Bibliothek führt? Das alles ist, obwohl auch hier nicht verallgemeinert werden darf, richtig, und das alles sind wichtige Voraussetzungen für erfolgreiches Wirken.“ (Hoffmann-Bosse 1915, 11)

Im Dokumentarfilm „Geschlecht – (k)eine Frage in Bibliotheken?“ von Danilo Vetter kommt neben Margit Hauser, Elisabeth Wiesbaum und Monika Bargmann auch Helga Lüdtke zu Wort (Vetter 2013). Sie selbst versteht sich primär nicht mehr als Bibliothekarin, „sondern als freiberuflich tätige, an Bibliotheken weiterhin interessierte Frau“. Vetter greift in seinem Film vier Themen auf: Feminisierungen, Feministische Kritik, Gender Mainstreaming und Stereotype und Image. Damit liefert er vier sogenannte Momentaufnahmen, die zu der Selbstreflexion einladen, die wir gern auch in LIBREAS spiegeln möchten.

Und natürlich geht es nicht nur um das Bibliothekspersonal. In vielen Bibliotheken übersteigt die Zahl der Nutzerinnen die der Nutzer. Gerade Öffentliche Bibliotheken erscheinen teilweise als weibliche Domäne. Aber stimmt das? Und wenn ja, was bedeutet das? Ist das gut oder muss das verändert werden?

Schließlich ergibt sich daraus auch die Frage, ob beziehungsweise wie sich das mit Bibliotheken assoziierte feminine Rollenbild auf die Männer auswirkt, die in diesen als Mitarbeiter oder Nutzer aktiv sind. So versucht beispielsweise der Onleihe-Kinospot ausdrücklich das Erwartungsbild zu brechen, in dem es einen betont viril wirkenden Bibliothekar ans Regal stellt, der, ganz rollentypisch, die Nutzerin darüber aufklärt, dass man auch E-Books ausleihen kann. (ekzLibraryServices 2013)

Bespricht man Frauen in Bibliotheken, muss man natürlich auch Geschlechterverhältnisse berücksichtigen. Und schließlich kann man auch danach fragen, weshalb seit Jahrzehnten Frauenbibliotheken bestehen und nach wie vor betrieben werden.

LIBREAS freut sich auf Beiträge, die über den Moment hinausgehen. Auf Beiträge über Frauen von Frauen und/oder Männern, die nicht nur stets wiederkehrende Klischees beinhalten, sondern vor allem die früheren Diskussionen zum Thema, die zum Teil eingeschlafen erscheinen, wieder beleben. Oder die Klischees einfach durchleuchten und bei Bedarf zerpflücken. Formal ist wie immer alles erwünscht und möglich, von der wissenschaftlichen Analyse über das Essay bis hin zu künstlerischen Zugängen. Gerne steht die Redaktion für Diskussionen zu Textideen bereit. Deadline ist der 16.05.2014.

LIBREAS-Redaktion

(Berlin, Bielefeld, Chur, Mannheim, Potsdam)

Literatur:

Adametz, Thomas: Bona Peiser – Berlins erste Volksbibliothekarin. In: Der Bibliothekar 41(1987), S. 111-113.

Adametz, Thomas: Bona Peiser (1864-1929) : Wegbegleiterin der Bücherhallenbewegung und Deutschlands erste Volksbibliothekarin. In: Leidenschaft und Bildung, Berlin 1992, S. 133-141.

ekzLibraryServices: Onleihe – Der Kinospot. http://www.youtube.com/watch?v=G6TOOclDBps [17.11.2013].

Hoffmann-Bosse, Elise: Die Frau im Dienste der volkstümlichen Bibliothek: Eine Auskunft für weitere Kreise über den Beruf der Bibliothekarin an der volkstümlichen Bibliothek (Schriften der Zentralstelle für volkstümliches Büchereiwesen ; 2). Leipzig : Theid. Thomas Verlag, 1915.

Mahrt-Thomsen, Frauke: „Die öffentliche Bücherei muß jederzeit für jedermann unentgeltlich offenstehen“ : Bona Peiser – Deutschlands erste Bibliothekarin. In: BuB 47 (1995) 1, 56-60.

Mahrt-Thomsen, Frauke: Bona Peiser : die erste deutsche Bibliothekarin. Berlin: BibSpider, 2013.

Schiller, Anita R.: Women in Librarianship. In: Advances in Librarianship 4 (1974), 103-147.

Sprengel, Auguste: Die Berliner Ausstellung “Die Frau in Haus und Beruf” und der deutsche Frauenkongreß. In: Deutsche Monatsschrift für Rußland 1 (1912) 4, 307-312 ; 1 (1912) 5, 385-397 ; 1 (1912) 6, 502-512.

Vann, Sarah K.: Melvil Dewey: His Enduring Presence in Librarianship (The Heritage of librarianship series ; 4). Littleton, Co : Libraries unlimited, 1977.

Vetter, Danilo: Geschlecht – (k)eine Frage in Bibliotheken? http://www.youtube.com/watch?v=uWR-YQz2Pp8 [08.03.2013].

Update: Auf Hinweis der Autorin haben wir die Schreibweise und Literaturangabe zu den Texten von Frauke Marth-Thomsen angepasst.

LIBREAS Call for Papers LIBREAS #24: Zukünfte

Posted in LIBREAS aktuell, LIBREAS Call for Papers by libreas on 1. Juli 2013

Update: Wir haben auf mehrfache Bitte den Redaktionsschluss bis zum 14.02.2014. verlängert. 

„Der Bibliothekar muß Kritiker und Architekt sein – Zerstörer des Veralteten und Bildner seiner eigenen Zukunft.“ (Stummvoll, 1965, 26)

„So besehen ist die Frage nach der Zukunft der Bibliothek im Kern die Frage nach der Zukunft der Druck- und Schriftkultur.“ (Gradmann, 2005, 99)

„Die Bibliothek des späten 20. Jahrhunderts, wie wir sie kennen, wird uns 2050 nicht mehr begegnen.“ (Kaden, 2006, 43)

Was ist es eigentlich, dieses Verhältnis zwischen Zukunft und Bibliothek? Ist es ein gesundes? Die Zukunft ist, seit die Moderne begonnen hat, immer gleich um die Ecke, immer Bedrohung und Verheißung zugleich, als greifbarer Fortschritt oder als möglichst zu vermeidende Apokalypse. Die Zukunft treibt Entwicklungen, man strebt ihr entgegen oder fürchtet sie. Die Zukunft war die virtuelle Sphäre des Handelns bevor wir dem Cyberspace eine www-codierte Form gaben. Sie ist motiviert aus den Unzulänglichkeiten des Heute, sie ist ein Versprechen, bisweilen auch eine Wette. Und sie ist vor allem: ungewiss und unvermeidlich.

Aus vergangenen Zukünften

Die Deutsche Zentralstelle für volkstümliches Büchereiwesen schrieb 1928 auf dem Höhepunkt des Richtungsstreits:

„Die deutsche öffentliche Bücherei steht an einem entscheidenden Wendepunkt ihrer Entwicklung. Große neue sachliche Arbeitsbereiche, mit deren Bewältigung erst die volkstümliche Bücherei ganz zu sich selbst kommen wird, haben sich aus einem dreißigjährigen Arbeitsgang herauskristallisiert, zugleich aber geht die volkstümliche Bücherei im Zusammenhang mit Davesplan und Kulturabbau der Gemeinden, schweren elementaren Existenzkämpfen entgegen. Will sie die sachliche Arbeit ersprießlich leisten und die Existenzkämpfe erfolgreich bestehen, dann bedarf sie in sich selbst eines großen Maßes von Festigkeit und Einheit. Hieran fehlte es in den letzten Jahrzehnten der volksbüchereipolitische Kämpfen […].“ (Deutsche Zentralstelle für volkstümliches Büchereiwesen 1928, V)

Die Terminologie ist vielleicht eine andere, die Problemstellung leicht anders (obwohl: es geht um Geld und darum, dass alles schlechter wird), die Empfehlung ist vielleicht etwas anrüchig geworden. Aber die Struktur der Argumentation lässt sich so oft finden, wenn es um die Frage der Zukunft von Bibliotheken geht.

Gleichwohl wissen wir als Bibliothekswesen schon lange, dass es so, wie es vorhergesagt wird, nicht unbedingt kommen wird:

„Wir wissen nicht und können es auch nicht wissen, wie die Bibliothek der Zukunft aussehen wird, Prophezeien ist eine schwere und ungewisse Sache; wir können uns daher mit diesem Problem nur mit einem recht unbestimmten Grad von Wahrscheinlichkeit befassen.“ (Stummvoll 1965, 1)

Nicht zuletzt wissen wir, dass das, was wir heute als drängende Frage stellen, in kurzer Zeit ein veraltetes Thema sein kann. Die Fragestellungen einer bibliothekarischen Konferenz 1977 lauteten zum Beispiel:

”1. First of all, do we want, do we need computerised information services?

2. If so, what kind of service should we have?

3. Where should it be located?

4. What will it cost?

5. Finally, how should it be paid for?“ (Fleming 1977, 3)

Heute haben wir für die meisten dieser Fragen klare Antworten.

Zugleich drängt sich, je länger je mehr, auch ein Verdruss auf, wenn es um die Frage nach der Zukunft der Bibliotheken geht: Wiederholt sich nicht einfach alles immer wieder in leicht verschobener Terminologie? Ist es nicht so, dass eher die Bibliotheken getrieben werden, statt dass sie selber ihre Zukunft bestimmen? Ist die Diskussion um die Zukunft nicht eine zeitlose und lästige Debatte? Sollten wir nicht lieber eine ewig währende Gegenwart annehmen, in der wir uns auf Umweltentwicklungen hin optimieren? Wäre dies nicht der realistischere Weg?

Leptolepis

Was von den Gegenwarten bleibt ist bisweilen nur ein Abdruck. Da kann man noch so weiterbildungsbewusst und/oder biegsam sein – und soweit unsere paläo-ichthyologischen Grundkenntnisse reichen, schwärmte dieser Leptolepis sogar einmal in einer Schule (in Mittelfranken). Irgendwann in ferner Zukunft zeigt sich selbst der dickste Fisch des jeweiligen Präsens nur als ein Schatten, wie zufällig auf einer Schiefertafel gehoben. Der Kalkstein ist übrigens tatsächlich nicht nur für ein einschlägiges Jurastudium relevant. Sondern er war auch das Material, das Alois Senefelder für seine Flachdruckplatten nahm. So zeigt sich, dass sowohl die Erdgeschichte seit Ur-Garnelen-Zeiten wie auch die Steindruckkultur seit etwa 1800 aus dem selben Stoff geschnitten sind. Dass die Knochenfische mit einem dezidierten Zukunftsbewusstsein durch ihre Meereswelten schwammen und schwimmen scheint aus menschlicher Sicht unwahrscheinlich. Denn der Mensch hat die Zukunft erfunden und zwar hauptsächlich für sich. Als Konstruktionsmaterial bleiben ihm dafür zwangsläufig nur die Spuren der Vergangenheit. Beziehungsweise die Spuren vergangener Zukünfte. Eine schöne Eigenschaft von bestandsorientierten Bibliotheken (nach manchen Diskursen eine aussterbende Spezies) ist bekanntlich, dass sie diese Spuren (auch für die Zukunft) nachvollziehbar halten. Sie sind mit dieser Eigenschaft das Solnhofen unserer Kulturgeschichte. Beiträge zu dieser Facette von Zukunft in der Bibliothek sind für LIBREAS #24 selbstverständlich hoch willkommen. Vielleicht auch, damit eines Tages die Fachleute der digitalen Archäologie auf einer Partition eines e-doc-Servers auf Spuren von Kopf und Rückgrat stoßen, die einen ganz  besonderen Horizont der Geschichtlichkeit der frühen Digitalkultur nachverstehbar machen.

Die Zukunft der Zukunft

Schwierig wird es dann, wenn dies dazu führt, dass sich die Daseinsform selbst auflöst. Man benötigt Distanz, um die eigene Situation, die eigenen Möglichkeiten mit dem eigenen Wunschbild abzugleichen. Alles Konkrete eines Blicks in die Zukunft mag falsch sein. Aber sie gibt uns die Möglichkeit zum distanzierten Blick.

Daher kommen wir um die Zukunft nicht herum. Wir wissen, dass wir nicht wissen können, was morgen sein wird. Aber wir können uns verständigen, was wir morgen sein wollen. Und danach handeln.

Wie wird die Bibliothek der Zukunft sein? Wird in Zukunft noch eine Bibliothek sein oder werden wir von anderen Dingen sprechen? Was wird die Bibliothek beerben? Wird sich überhaupt etwas verändern in naher oder weiter Zukunft? Werden die Bibliothekarinnen und Bibliothekare sich ändern? Welcher Gestaltungsspielraum bleibt? Und wenn, wer wird für die Bibliotheken sprechen? Wollen überhaupt wirklich alle in eine (ähnliche) Zukunft? Und wie entwickelt sich die Spannung in der Gleichzeitigkeit von Innovationsanspruch und dem Luxus (scheinbarer) Anachronismen, die je größer scheint, je größer die Einrichtung ist?

In der Ausgabe # 24 möchte die LIBREAS die Zukunft in die Gegenwart (dieser Ausgabe) holen und ruft deshalb dazu auf, Artikel (oder andere Beiträge) zu den Fragen der Zukunft der Bibliotheken, der Medien und aller damit zusammenhängender Themen, Gebiete und Institutionen einzureichen. Als Fragestellungen drängen sich auf:

  1. Fragen der erwartbaren Zukunft. Was können wir nach all den vorhergesagten Veränderungen, die dann doch nicht eintrafen und den Veränderungen, die eintraten, ohne dass sie vorhergesagt wurden, tatsächlich über die Zukunft und die Bibliotheken sagen? Was werden ihre Funktionen sein? Was wird das Personal tun? Wie werden die Gebäude aussehen? Wie wird die Bibliothek heißen?
  2. Wie verstrickt ist die Zukunft der Bibliothek in die Zukunft der Medien-, Kommunikations- und Wissenskulturen?
  3. Welche Zukünfte sind wünschenswert? Und welche nicht? Ist es sinnvoll, über die Zukunft zu reden, wenn die Gegenwart nicht greifbar ist?
  4. Wer oder was ist es eigentlich, dass die Zukunft der Bibliotheken bestimmt? Welche Interessen werden umgesetzt? Wieso? Wie? Wie kann man dies unter Umständen verhindern, ändern, fördern?
  5. Welche Zukünfte prägten die Vergangenheit? Was wünschte man sich, was traf ein, was blieb aus?
  6. Welche Zukunft haben die Wissenschaften, in denen die Bibliothek, ihre Prozesse, Aufgaben und Rollen analysiert werden? Und wie gestalten diese Bibliotheks-, Informations- und Kulturwissenschaften die Zukunft der Bibliotheken?
  7. Bibliotheken und Science Fiction. Nicht zuletzt ist auffällig, dass gute Science Fiction so gut wie nie ohne Bibliotheken oder Informationssysteme auskommt. In Solaris trifft Kris Kelvin wichtige Entscheidungen in der Bibliothek, der Anhalter durch die Galaxis ist direkt eine Community Publication und in Star Trek ist der Computer, welcher offensichtlich eine semantische Maschine darstellt, grundlegend wichtig. Wieso eigentlich ist es offenbar so schwierig, sich eine Zukunft ohne Bibliotheken vorzustellen?

Die LIBREAS begrüßt alle Versuche, sich diesen Fragen zu stellen und freut sich auf Einreichungen zum Thema. (Einreichungen zu anderen Themen der Bibliotheks- und Informationswissenschaft und des Bibliothekswesens sind ebenso erwünscht.) Hinweise zur Einreichung finden sich unter http://libreas.eu/authorguides/, Deadline für die Ausgabe # 24 ist der 30.10.2013 14.02.2014.

LIBREAS-Redaktion

(Berlin, Bielefeld, Chur, Mannheim, Potsdam)

Literatur

Deutsche Zentralstelle für volkstümliches Büchereiwesen (Hrsg.) (1928) / Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der deutschen volkstümlichen Bücherei. – (Schriften zur Büchereifrage). – Leipzig: Verlag von Quelle & Meyer.

Flemig, M. G. (1977) / Introduction by Professor Fleming, Pro-Rector Imperial College. In: Conference on the Future Role of Computerised Information Services at the University of London : 25 January 1977 ; Proceedings. – London: Resources Co-Ordinating Committee, University of London, S. 5.

Gradmann, Stefan (2005) / Hat die Bibliothekswissenschaft eine Zukunft? In: Hauke, Petra (Hrsg.) Bibliothekswissenschaft – quo vadis? – München: Saur, 2005, S. 96-102.

Kaden, Ben (2006) / Gegenwart, Zukunft und Ende der Bibliothekswissenschaft. In: Hauke, Petra; Umlauf, Konrad (Hrsg.) Vom Wandel der Wissensorganisation im Informationszeitalter. – Bad Honnef: Bock+Herchen, S.29-48.

Stummvoll, Josef (1965) / Die Bibliothek der Zukunft : Automationsprobleme im Bibliothekswesen. – (Biblios-Schriften ; 42). – Wien: Österreiche Nationalbibliothek.

Call for Papers: Forschungsdaten, Metadaten, noch mehr Daten. Forschungsdatenmanagement

Posted in LIBREAS Call for Papers by libreas on 12. Dezember 2012

Call for Papers für die LIBREAS-Ausgabe #23
Thema:
Forschungs- und andere Daten sowie ihre Organisation und Rolle in Bibliothek und Wissenschaft
Einreichungsfrist: bis 31.05.2013 14.07.2013 19.08.2013
gewünscht sind: Beiträge, die Wechselwirkungen zwischen Wissenschaft, Daten und Bibliotheken reflektieren, annotieren, dekonstruieren und/oder analysieren
disziplinäre Einschränkungen: keine
Rückfragen: redaktion@libreas.eu

„Eine Forschung, die zunehmend durch die kooperative Tätigkeit weltweit vernetzter Communities und durch den Einsatz Computerbasierter Verfahren bestimmt ist, erfordert nun einmal die kontinuierliche und vor allem langfristige Verfügbarkeit von Publikationen und Forschungsdaten über das Internet. Nicht nur die Notwendigkeit, Forschungsergebnisse durch den Rückgriff auf die diesen Ergebnissen zugrunde liegenden Daten verifizieren zu können, sondern auch die produktive Nachnutzung von Forschungsdaten in anderen Kontexten setzt voraus, dass digital kodierte Information über Jahrzehnte hinweg authentisch verfügbar bleibt.“ (Matthias Kleiner. Vorwort. In: Heike Neuroth et al. (2012), S. 9)

„Die Basis einer gesunden Ordnung ist ein großer Papierkorb.“ (Kurt Tucholsky. In: Neue Leipziger Zeitung, 19.08.1930)

 

Wissenschaft produziert heute neben Erkenntnis vor allem immense Datenmengen. Die enorme Steigerung beruht in erster Linie auf der Entwicklung und Verfügbarkeit von Technologien zur Datenproduktion und -verarbeitung. leistungsstärkere Rechner und Messgeräte produzieren und vernetzen immer mehr Daten. Wo viele Daten sind, kommen fast naturgesetzlich immer noch mehr hinzu. Die Datenmengen, eines  Large Hadron Collider (LHC) in Genf sind derart umfangreich, dass sie nicht einmal mehr an einer zentralen Stelle gespeichert werden können, sondern auf das LHC Computing Grid verteilt werden müssen. Aber auch im Alltag entstehen immer mehr Daten „nebenher“, beim Surfen im Netz, beim Chatten, beim Taggen von Dateien usw. Nahezu jeder Klick erzeugt auch neue Daten.

Die Entwicklung führt zu umfassenden Änderungen der Wissenschaft, ihrer Methoden und besonders den Anforderungen an ihre Werkzeuge sowie an die Wissenschaftsinfrastrukturen. Datenintensive Forschung braucht angemessene Hilfsmittel. Physikerinnen und Physiker, die mit Daten aus LHC-Experimenten arbeiten wollen, müssen lernen, Daten aus dem Grid zusammensammeln und auszugeben. Sozialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die theoretische Modelle zum Zusammenhang von Hochschulsystem und Städteplanung über mehrere Staaten hinweg testen wollen, können dafür auf eine umfassende Datenlage zurückgreifen. Sie müssen aber diese kennen, finden und weiterverarbeiten können.

Angesichts dieser empirischen Wende könnte das Testen theoretischer Modelle bald der Vergangenheit angehören. Jim Gray formulierte die These, dass wir in die Zeit des vierten Forschungsparadigmas eintreten würden. (Hey, Tansley & Tolle, 2009) Die Forschungsdatenbestände würden zu groß werden, um überhaupt noch anders als mit explorativer Statistik, also einer Art Datenhermeneutik, auswertbar zu sein. Ob dies für alle Wissenschaften zutrifft, ist offen.

Folgerichtig wird die Bedeutung von langfristig und offen verfügbaren Forschungsdaten für den Forschungsprozess immer stärker betont. Man entwirft Systeme, die die Reputation einer Forscherin, eines Forschers an die erstellten Daten binden sollen. Diese Diskussion überdeckt eine andere Wahrheit: Immer noch sitzen die Theologinnen und Theologen an ihren Schreibtischen und produzieren nicht viel mehr Daten als in den Jahrhunderten zuvor. Sie benutzen aber möglicherweise zunehmend digital vorliegende Quellen. So geht es vielen Disziplinen: Einige, wie die Physik oder die Klimaforschung, erzeugen permanent riesige Datenmengen. Bei anderen ist vielleicht nicht das Wachstum der eigens produzierten Datenmengen überwältigend. Wohl aber die Zahl der durch die Digitalisierung direkt abrufbaren Datenbestände. Um diese ordentlich zu nutzen, sind adäquate Erschließungs- und Vermittlungsverfahren sowie Werkzeuge notwendig.

Wie soll Forschungsdatenmanagement funktionieren? (more…)

Call for Papers / Ausgabe #22 Recht und Gesetz

Posted in LIBREAS Call for Papers by libreas on 24. Oktober 2012
[ Call for Papers #22 als PDF]

von Redaktion LIBREAS – Ausgabe #22 von LIBREAS

Call for Papers Recht und Gesetz
Das als Gesetz und Verordnung kodifizierte Recht zieht in das gesellschaftliche Leben Grenzen ein. Damit setzt es die Vorbedingungen des Zusammenlebens und gibt den Individuen und Institutionen Orientierung für ein – in diesem Bezugsrahmen – normativ richtiges Handeln. Es kann Macht zuteilen oder aberkennen. Obwohl die Gesetze selber einer ständigen Kritik unterliegen, die Umsetzung der Gesetze und Verordnungen ebenso als Quelle der Friktionen bekannt ist und gegen die meisten Gesetzgebungsverfahren der Einwand erhoben wird, nicht ausreichend transparent zu sein: Bibliotheken, Informationseinrichtungen, Dienstleister im Informationsbereich, die bibliotheks- und informationswissenschaftliche Forschung können diesen Rahmen nicht verlassen. Sie wollen es gar nicht, wenngleich insbesondere das Urheberrecht politischem Druck ausgesetzt ist, welcher zum Teil auch vom Bibliotheks- und Informationswesen getragen wird.
Aber was genau heißt in der Bibliothekspraxis, das Gesetz nicht zu übertreten? Wie sieht der Raum, den das Gesetz für die Informationspraxis umreißt, eigentlich genau aus? Was darf getan werden und was nicht? Wie unterscheiden sich diese Räume im internationalen Rahmen? Repräsentiert das Recht die gesellschaftlichen Anforderungen an Informationsnutzung? Sollten die Gesetze, insbesondere – sofern vorhanden – Bibliotheksgesetze, aus Sicht der Informationseinrichtungen und ihrer Akteure, geändert werden? Wie sollten sie aussehen? Damit möchte sich die LIBREAS Ausgabe #22 beschäftigen. Uns interessiert zudem die Frage, wie Bibliotheken und Informationseinrichtungen eigentlich mit den möglichen Grenzen des Gesetzes umgehen? Wie verhindern sie ungewollte Übertretungen? Was tun sie, wenn sie doch solcher angeklagt werden? Oder sind sie, wie ihnen manches Mal vorgeworfen wird, viel zu vorauseilend und nehmen sie sich damit selber Rechte weg? Übertreten sie zum Teil die einen Rechte – zum Beispiel ihrer Nutzerinnen und Nutzer – um andere Rechte – zum Beispiel die der Content Provider – zu weitgehend durchzusetzen?
Nicht zuletzt erheben insbesondere Bibliotheken innerhalb des Diskurses „Informationskompetenz“ immer öfter den Anspruch, ihre Nutzerinnen und Nutzer dazu anzuhalten, die Rechte aller Beteiligten am Produktionsprozess von Medien zu achten. Was ist damit eigentlich gemeint? Ist das überhaupt sinnvoll und berechtigt? Sollen Bibliotheken das tun oder ist das nicht, wenn überhaupt, Aufgabe dieser Beteiligten alleine? Sollen Bibliotheken Piraten sein, sollen sie die Interessen von Verlagen und Labeln vertreten, von Künstlerinnen und Autoren oder radikal die der Nutzerinnen und Nutzer? Oder sollen sie ganz und gar neutral bleiben?
Zuletzt drängt sich auf, dass Informationseinrichtungen und Bibliotheken als Infrastruktur gerade im Prozess der Rechtsprechung relevant sind. In Gerichten und Kanzleien sitzen, zumeist verteilt und als One Person Libraries organisiert, Kolleginnen und Kollegen und tragen dafür Sorge, dass die rechtlichen Prozesse geführt werden können. Ebenso werden gesetzgebende Institutionen von Kolleginnen und Kollegen direkt unterstützt. Während ihre Arbeit offenbar im Gegensatz zur (medizinischen) Autopsie nicht cool genug für Fernsehserien sind – warum eigentlich? – würden wir uns freuen, wenn einmal ein Licht auf sie und ihre verantwortungsvolle Arbeit geworfen wird.
Wir rufen dazu auf, insbesondere aus der Praxis – egal ob in den Einrichtungen und bei der informationsbezogenen Arbeit, als auch aus der politischen und gesetzgeberischen Praxis – zum Themenbereich Recht und Gesetz Beiträge für die nächste Ausgabe der LIBREAS einzureichen. Dem Thema entsprechend werden sie hoffentlich kritisch und reflexiv sein. Wir freuen uns auf spannende Diskussionen, Berichte aus der Praxis und widerstreitende Positionen.

Redaktionsschluss für die LIBREAS #22 ist der 31. Januar 2013. Für Einsendungen oder weitere Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktion LIBREAS (redaktion@libreas.eu) oder einzelne Redakteurinnen und Redakteure (www.libreas.eu/formal/impressum.htm).

Redaktion LIBREAS
(Berlin, Bielefeld, Chur, Mannheim)

Call for Papers / Call for Pictures LIBREAS #21: Bilder, Graphen, Visualisierungen

Posted in LIBREAS Call for Papers by libreas on 19. März 2012

[Call for Papers / Call for Pictures # 21 als PDF]

von Redaktion LIBREAS

Bilder, Graphen, Visualisierungen – Ausgabe #21 von LIBREAS

Call for Papers / Call for Pictures

Platon schlug in seinem Liniengleichnis eine Trennung des Wahrnehmbaren von der Erkenntnis vor. Die gegenwärtige Wissenschaftspraxis tritt dagegen ganz gern über den Strich und benutzt das visuell Wahrnehmbare gern als Erkenntnismethode.

Entsprechend erweisen sich Bildtechniken heutzutage in vielen (natur-)wissenschaftlichen Gebieten für die Wissensproduktion und -darstellung als unerlässlich. In der Bibliotheks- und Informationswissenschaft ist zunächst die Übersetzung von Daten aus dem Umfeld der Wissenschaftskommunikation in verschiedenartige diagrammatikalische Darstellungsweisen zu beobachten. So schlug Derek de Solla Price 1965 in seinem Aufsatz Networks of Scientific Papers vor, die Beziehungen zwischen bibliographischen Referenzen für die Bestimmung von Forschungsfeldern heranzuziehen. Dieser Ansatz markiert vielleicht nicht die Geburtsstunde, wohl aber ein maßgebliches Multiplikationsmoment des Wissens darüber, wie die Visualisierung von Relationen einen Zugewinn an Einsicht mit sich bringen kann.

Stellte man dabei zunächst die Verbindung zwischen wissenschaftlichen Aufsätzen über Referenzen als symmetrische Matrix dar, gewann später die Übertragung der Anordnung der Matrizen als Netzwerkdiagramme für die Beantwortung übergreifender bibliotheks- und informationswissenschaftlicher Fragestellungen an Bedeutung. Solche Verfahren beschränken sich nicht mehr nur auf bibliographische Daten, sondern vernetzen diese wiederum mit weiteren Datentypen. So entstehen neue Formen der Messung von Rezeption und Zitation wissenschaftlicher Literatur.

Zudem sind Bilder, Graphen und die Beschreibungen ihrer Produktion Sammlungsgegenstände von Bibliotheken und Informationseinrichtungen. Waren die Sammlungen zunächst auf die Objekte orientiert, erlaubt ihre Überführung in das Digitale neue Formen der Darstellung, Erschließung und Rezeption auch des Erstellungs-, Be- und Verarbeitungsprozesse. Die Objekte (oder auch Dokumente) werden geöffnet, durchdringbar, in gewisser Weise digital transzendiert und verschmelzen in der radikalsten Interpretation mit anderen Objekten und Nutzungen zu einem unablässigen Strom von Datenprozessen, bei denen die Festlegung „Das ist ein Dokument“ willkürlich möglich und also neu zu definieren ist.

Für besonders auf Bilder gerichtete Wissenschaftsdisziplinen, wie beispielsweise die Kunst- und Bildwissenschaft, entwickeln sich Werkzeuge und Methoden, welche die auf Erkenntnis gerichtete Auseinandersetzung mit Bildern technisch unterstützen, mit weiteren Sammlungen verknüpfen und ebenfalls zu Öffnungen der Forschungsfragen sowohl quantitativ wie auch qualitativ nach sich ziehen. Im Großen wie im Kleinen entstehen unzählige Varianten, neue Verknüpfungen sowie deren Abbildungen.

Stadtplan

Eine Urform der Visualisierung ist die Landkarte. Eine spätere Abwandlung der Stadtplan. Und in diesem Fall handelt es sich sogar um einen Stadtplanungsplan.

In der LIBREAS-Ausgabe #21 möchten wir uns dem vorangehend Skizzierten wie gewohnt in möglichst offener Form widmen. Wir schlagen daher eine thematische Dreiteilung des Themenfeldes vor:

1. Für den Bereich der “Theorie” wünschen wir uns Beiträge, die Anschlüsse zwischen der Bibliotheks- und Informationswissenschaft sowie dem sich stark institutionalisierenden Feld der “Bildwissenschaft(en)” diskutieren. Sie hinterfragen mit ihrem multidisziplinären Werkzeugkasten, grob gesagt, die Produktions-, Distributions- und Rezeptionsbedingungen von Bildern, womit sich die Frage nach Integrationsmöglichkeiten der Theorien, Methoden und Ergebnisse in die Bibliotheks- und Informationswissenschaft ergibt. Ben Kaden wies im letzten Sommer in einem Beitrag für das LIBREAS.Weblog beispielhaft auf eine Gemeinsamkeit zwischen Bild- und Bibliothekswissenschaft hin: „Konzept oder Disziplin? – das ist auch unsere Frage.

2. Im zweiten Themenfeld “Sammlungen” laden wir zu Beiträgen ein, die in Form von Werkstattberichten Bildsammlungen an Bibliotheken und Informationseinrichtungen sowie Verfahren der Erschließung und Präsentation im Umfeld der von diesen Einrichtungen angesprochenen Nutzergruppen beschreiben.

3. Schließlich möchten wir für die Beantwortung von bibliotheks- und informationswissenschaftlichen Fragestellungen den Produktionsprozess von Visualisierungen erfahrbar und reproduzierbar machen. Diese Beschreibungen sollten nach einer kurzen Erläuterung der jeweiligen Fragestellung die Charakteristika der Datengewinnung aufzeigen, die gewählten Visualisierungsmethoden einleiten (sowie umsetzen) und die einzelnen Schritte der Computation dokumentieren. Neben klassischen bibliothekarischen Datenquellen sind neue Formen der wissenschaftlichen Kommunikation, wie sie beispielsweise im Feld der Altmetrics diskutiert werden, von besonderem Interesse. Auch die Übertragung derartiger Metriken auf das Feld Kulturanalyse, wie es unter dem Schlagwort Culturomics seit einigen Jahren an Popularität gewinnt, kann hier eine Rolle spielen.

Abschließend bleibt aus gegebenem Anlass zu betonen, dass es LIBREAS als Diskursmedium nicht darum geht, rundum wissenschaftlich abgedichtete Fachaufsätze zu publizieren. Wir lieben offene Fragen, denn darin liegt für uns die Essenz der Erkenntnissuche.

Entsprechend sind Essays, Problematisierungen, kritische Literaturschauen und Diskussionen Beitragsformen, die wir ausgesprochen gern lesen und publizieren. Darauf, dass beim Thema Visualisierung auch die bildorientierte Auseinandersetzung mit den Fragestellungen nahe liegt, müssen wir vermutlich nicht gesondert hinweisen.

Redaktionsschluss ist der 15.06.2012. Für Rückfragen oder eine inhaltliche Diskussion steht die Redaktion wie immer sehr gern zur Verfügung.

Online Scheitern #20 Libreas. %§§//0101010111101

Posted in LIBREAS aktuell, LIBREAS.Scheitern by libreas on 7. März 2012

Wie es sich bei diesem Thema fast schon gehört: Später als geplant, nach technischen Schwierigkeiten und unvorhergeplanten Unfällen, zudem geisteswissenschaftlich spät Abends, während in einigen Städten schon Ruhe eingekehrt ist und in anderen die vorletzten Runden geordert werden.. ist die Nummer #20 der LIBREAS erschienen.

Titelbild LIBREAS Ausgabe 20 - Scheitern

Zur LIBREAS Ausgabe 20 - Scheitern

Diese Ausgabe 20 hat den Schwerpunkt Scheitern. Leider liessen sich aus verschiedenen Gründen nicht alle versprochenen Artikel realisieren. Wir hoffen dennoch, dass sich Lerneffekte ergeben haben und weiter ergeben. Nicht von ungefähr hat das Thema eine ganze Anzahl von Gesprächen angestossen.

Abgesehen vom Scheitern beschäftigen sich weitere Artikel mit der Informationswissenschaft (des letzten Jahres) als Feld, mit den Argumentationen in den Debatten um Urheberrecht und Piratentum sowie mit elektronischer Literatur. Besonders freut uns, dass ein Artikel eine Diskussion um die Sozialen Aufgaben von Bibliotheken aus der vorherigen Ausgabe der LIBREAS aufnimmt. Solche Debattenbeiträge sind uns immer willkommen und wir hoffen auf weitere.

Ausserdem hat uns das Thema zum zweiten Mal – noch der Ausgabe 13 zur Popkultur – zum Erstellen einer Play- bzw. Songliste veranlasst, die wir als Hintergrund zur Lektüre empfehlen.

(Der Call for Papers für die nächste Ausgabe erfolgt postwendend in einigen Tagen.)

(red.)

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Noch wenige Stunden mit TwapperKeeper!

Posted in LIBREAS.Scheitern, LIBREAS.Visualisierung by libreas on 4. Januar 2012

Ungeachtet der Frage nach dem Wert von Twitter für die Bemessung wissenschaftlicher Kommunikationen (vgl.  Die Buzzermeter. Warum die Tweetmetrics den Menschen stärker in den Blick nehmen sollten) wird am 6. Januar mit TwapperKeeper ein Online-Archiv vom Netz genommen, das der Debatte eine wichtige, non-propritäre Quelle für zukünftige Twitter-Studien hätte bieten können.

Wie kann ich meine Archive sichern?

Wir haben hier bereits früh einen Weg dargelegt, wie sich Archive leicht anhand eines Hash-Tags aus TwapperKeeper heraus sichern lassen, was in viele Verbesserungen und Alternativen mündete:

Dank dieser weitaus offeneren und elaborierteren Arbeiten ist es in den nächsten Stunden noch möglich, persönlich, organisatorisch oder für die Begleitforschung bedeutsame Archive  zu sichern.

Was uns fehlen wird?

Am Beispiel der Twitter-Kommunikation während der Bibliothekartage der Jahre 2010 (#bibtag10) und 2011 (#bibtag11) wird deutlich, welches Potential TwapperKeeper etwa für längerfristige Untersuchungen der (bibliothekarischen) Konferenzkommunikation über Twitter hätte spielen können. Die folgende Skizze soll einen Einstieg in die Fragestellung bieten, wer wen im Rahmen der Bibliothekartage 2010 und 2011 erwähnt bzw. referenziert und wer sich überhaupt an der Kommunikation beteiligt hat.

Kommunikationsnetzwerk während #bibtag10 und #bibtag11 zwischen "Konferenzteilnehmern".

Zum Zoomen als pdf

Alternativen zu TwapperKeeper?!

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