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It’s the frei<tag> 2012-Countdown (28): Wie sollten wir die Weiterbildung organisieren?

Posted in Hinweise, LIBREAS Veranstaltungen, LIBREAS.Feuilleton by Karsten Schuldt on 19. Juli 2012

Karsten Schuldt

Etwas, worüber im Bibliotheks- und Informationswesen erstaunlich selten wirklich nachgedacht wird, ist, wie wir (als gesamtes System) eigentlich die Weiterbildung des Personals (inklusive unserer eigener) organisieren wollen. Warum ist das relevant? Haben wir nicht genügend Angebote? Zur letzteren Antwort ein klares Nein. Es gibt eine ganze Reihe von Angeboten zur Weiterbildung, aber welche sind das und wie sinnvoll sind sie? Es herrscht nicht umsonst bei vielen Kolleginnen und Kollegen der Eindruck vor, dass viele dieser Angebote wenig neues bringen, sondern eher einige, wenige Grundthemen beständig wiederholen. So einfach ist das selbstverständlich nicht, aber es scheint mir ein Problem zu geben, zu dem die erste Frage passt. Auf diese erste Frage eine Gegenfrage: Sind die Angebote und vor allem die Form der Angebote von Weiterbildung, wie sie im Bibliotheks- und Informationswesen organisiert sind, zeitgemäss? Sind sie durch die Einrichtungen und das Personal wirklich beeinflussbar? Haben wir Strukturen, die Weiterbildung dann aufzusetzen, wenn sie nötig ist? (Und, als Sonderfrage, sind wir als gesamtes System in der Lage, eine übergreifende Weiterbildung zu organisieren oder sind wir in weiten Bereichen, gerade bei der Software, von externen Anbietern abhängig, die dann für ihre eigene Software weiterbilden, aber auch nicht mehr?)

Generischer Bahnhof. Was hat das mit Weiterbildung zu tun? Einiges: So generisch, wie dieser Bahnhof gestaltet ist, so austauschbar modulhaft, wie seit einigen Jahrzehnten Bahnhöfe gebaut werden, so additiv: ist das nicht so, wie sich mehr und mehr Weiterbildung vorgestellt wird? Als Addition von Wissen, nicht als Bildung, Durcharbeiten, Aneignen, sondern.. “Buchhaltermethode”, wie Paulo Freire es nannte? Und, sieht das gut aus?

  • Es scheint teilweise etwas widersprüchlich. Gerade die Hochschulbibliotheken betonen immer wieder, wie wichtig das Lebenslange Lernen heute sei (und wie sehr sie dieses unterstützen), aber wie sieht es mit dem Lebenslangen Lernen im Bibliotheks- und Informationswesen aus? Sollten wir nicht sichtbar als Vorbild vorangehen und eine Lernkultur in den Einrichtungen und Netzwerken etablieren? Sollten wir nicht die gebildetsten Menschen im Bezug auf Informationen sein? Sollten wir das nicht nur postulieren, sondern einfordern und gleichzeitig institutionell honorieren?
  • Haben wir eigentlich „mitwachsende“ Weiterbildungen, die über Einführungen und „Ideen für …“ hinausgehen? Also Angebote für diejenigen unter uns, welche die Einführungen schon mitgemacht haben und jetzt ein Interesse an weitergehenden Bildungsgängen haben?
  • Wieso finden die meisten Weiterbildungsangebote eigentlich sehr traditionell als Seminar oder Vortrag statt? Sollten wir nicht, wenn wir die Anforderungen Lebenslangen Lernens ernst nehmen, eine grosse Varietät von Lern- und Lehrformen nutzen, insbesondere elektronisch gestützte?
  • Stehen nicht die Kolleginnen und Kollegen, welche Weiterbildungsangebote organisieren, oft allein auf weiter Flur und müssen praktisch raten, was den anderen Kolleginnen und Kollegen zusagen würde? Ist das nicht auch ein Grund dafür, dass wir so oft immer wieder ähnliche Einführungsveranstaltungen haben? Sollte man nicht das Anmelden von Bildungsinteressen institutionalisieren?
  • Und: Verändern sich nicht die Arbeitsplätze in den Bibliotheken und Informationseinrichtungen so sehr und so schnell in verschiedene Richtungen, dass wir eine sehr modular aufgebaute Weiterbildung benötigen?
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