LIBREAS.Library Ideas

Open Access Journals – eine Weltkarte

Posted in LIBREAS.Visualisierung by libreas on 25. August 2011

Verteilung Open Access Journals nach Ländern (Quelle: DOAJ)

Das Directory of Open Access Journals (DOAJ)  verzeichnet qualitätsgeprüfte wissenschaftliche Zeitschriften, die unter Kriterien des Open Access publizieren. Bis dato sind 6936 Zeitschriften dokumentiert und auch LIBREAS.Library Ideas ist  auf Artikelebene erfasst (vgl. hier).

Angeregt von einer Vielzahl an Aktivitäten, Open Access  Entwicklungen über Visualisierungen global zu erfassen, wie Open Access Map oder Repository66.org Repository Maps, setzen wir passend zur Reisezeit unsere Rubrik LIBREAS.Visualisierung fort. Auch in diesem Fall erfolgt die Datenvisualisierung mit R. Neben der obigen Weltkarte können über eine Google API dynamische Karten aus R heraus  gewonnen werden.

Dynamische DOAJ-Karte | Tabellarische Übersicht
(more…)

Der Fehler im Zitat. Zu einem Kernproblem der Wissenschaftskommunikation.

Posted in LIBREAS.Referate by Ben on 25. August 2011

Referat zu: Mertens Stefan, Baethge Christopher (2011): The virtues of correct citation—careful referencing is important but often neglected even in peer reviewed articles. In: Deutsches Ärzteblatt International 2011; 108(33): 550–2. DOI: 10.3238/arztebl.2011.0550

von Ben Kaden

I Vier Fehlergruppen

Kennt man (Samuel C.) Bradfords Gesetz zur Verteilung von wissenschaftlichen Aufsätzen über die Bandbreite der Periodika, dann überrascht es wenig, wenn man in der Ausgabe des Deutschen Ärzteblatts vom 19.8.2011 einen Aufsatz zur Zitationsanalyse entdeckt. Zudem ist das Thema des Zitierens natürlich in jeder Form der  Wissenschaft hoch relevant und die Autoren Stephan Mertens und Christopher Baethge– zugleich Mitglieder der Redaktion der Zeitschrift – benennen den Grund dieser wissenschaftskommunikativen Konvention zum Einstieg ihres Textes:

„Sie [die Referenz] sollte eine Behauptung [in einem wissenschaftlichen Aufsatz] präzise untermauern und den aktuellen Forschungsstand repräsentieren oder aber im Falle einer Außenseitermeinung als solche kenntlich gemacht werden.“ (Mertens, Baetghe, 2011)

Die Referenzen verorten folglich einen Text im Fachgebiet und sorgendarüberhinaus dafür, dass eine Aussage glaubwürdiger erscheint, denn:

„Ein Großteil der Leser dürfte einer referenzierten Aussage mehr Vertrauen entgegenbringen als einer ohne Literaturverweis […]“(ebd.)

Der Akt des Zitierens entspricht damit auch einer Selbstautorisierung. Geht nun die Begründung per Referenz der Korrektheit einer Aussage voraus und plausibilisiert sie, so sind Referenzierungsfehler Störfälle in diesem Prozess, die die Glaubwürdigkeit des gesamten Verfahrens unterhöhlen können. Die Autoren des Ärzteblatts setzen sich mit diesen Fehlern auseinander und versuchen, Konsequenzen einzuschätzen. Vier Fehlergruppen lassen sich bestimmen: (more…)

Verfehlen und Verschieben

Posted in LIBREAS.Referate by Ben on 23. August 2011

Ein Sammelband über Ordnungen zeigt, dass wir lernen müssen, den Störfall anzunehmen.

Rezension zu: Bäumler, Thomas; Bühler, Benjamin; Rieger Stefan (Hrsg.) Nicht Fisch – nicht Fleisch. Ordnungssysteme und ihre Störfälle. Zürich: Diaphanes, 2011 (Informationen zum Titel beim Verlag)

von Ben Kaden

I

Wenn man die Welt nach Fisch und Fleisch unterteilt, dann ist das Yvana Fischfleisch. Oder nichts von beidem. Der flämische Naturforscher Charles de l’Écluse wusste jedenfalls nicht so recht, wohin mit diesem kuriosen Tier und daher steckte er es passend in sein 1605 publiziertes Werk der zehn Bücher exotischer Lebensformen (Exoticorum libri decem). Während es so in einer Oberklasse „exotische Tiere ferner Länder“ problemlos seinen Platz fand, entzog es sich einer taxonomischen Zuordnung nach dem Differenzierungsschema Landtiere/Wassertiere. Und stellte ahnungslos durch seinen Lebenswandel eine scheinbar stabile Ordnung nicht als schwarzer Schwan, aber als Baum-Land-Fluss-Bewohner in Frage.

Derartige Ausreißer finden sich früher oder später in so gut wie jedem Ordnungssystem. Das liegt gar nicht mal so sehr in Natur und Sache, sondern ist ein Problem des Ordnens. Von Paul Valéry wird die Einsicht überliefert: „Unser Geist besteht aus Unordnung, plus dem Bedürfnis, Ordnung zu schaffen.“ Konfrontiert mit einem prinzipiellen Tohuwabohu legen wir eine Erkenntnisstruktur mitsamt passender Ordnungsschablone über selbiges, um es für uns wenigstens in der eigenen Wahrnehmung zu überblicken.

Wer wüsste das besser, als die Bibliothekswissenschaft, die sich elementar mit Klassifikationen, Taxonomien, Thesauri befasst und gemeinhin mit der Frage, wie man ein stabiles und für die Erschließung und das Wiederauffinden von Literatur praktikables Ordnungswerkzeug entwickelt? Der Unterschied zur Wissensgeschichte liegt hauptsächlich in dieser Zielrichtung auf eine ganz konkrete Funktion. In digitalen Kommunikationsräumen jedoch, in denen die Ordnung, die sich als Zuschreibung bestimmter Eigenschaften und Verknüpfungen (bzw. Relationen) entfaltet, mit den Inhalten verschmilzt, stellt sich die Frage nach den Möglichkeiten und Verfahren des Ordnens in aktualisierter Form. Denn hier ist es notwendig, Zugangsstrukturen und damit auch Ordnungsstrukturen als Apriori der technisch vermittelten Nutzung dieser digitalen Inhalte zu formulieren. (more…)

Nützlichkeit kennt klare Grenzen. Eine Position zu Dissens, Kritik und Wissenschaftsfreiheit (nach Judith Butler)

Posted in LIBREAS preprints by Ben on 14. August 2011

von Ben Kaden

Abstract:

Der Aufsatz untersucht ausgehend von der Argumentation Judith Butlers zur Wissenschaftsautonomie (Butler, 2011) das Konzept der Kritik als möglichen meta-analytischen und meta-methodologischen Grundbaustein von Wissenschaft. Diese Kritik zweiter Ordnung wird dabei nicht nur, Judith Butler folgend, als Option für die Selbstlegitimation von Wissenschaft vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Ansprüche an eine Nutzbar- und Verwertbarkeit wissenschaftlicher Arbeit angesehen, sondern darüber hinausgehend verstanden als erforderliches Verfahren, aus dem heraus sich Aktualisierungs- und Übersetzungsprozesse inner- und interdisziplinär organisieren lassen.

Freiheit der Wissenschaft wird dabei als Verpflichtung zum Entscheiden verstanden, der nur mit einer elaborierten kritischen Kompetenz entsprochen werden kann. Die Integration dieser Kompetenz erfordert gleichermaßen das Anerkennen der sozialen Dimension von Wissenschaft, das produktive Zulassen von Dissenz und ein Verständnis der Rolle von Kontingenz im Prozess der Erkenntnisproduktion. Der Forderung nach Nützlichkeit wird einerseits die Notwendigkeit der Kontextualisierung (=nützlich für wen in welcher Hinsicht?) und andererseits das Konzept der Möglichkeit als Zweck der Wissenschaft entgegen gestellt.

(Der hier wiedergegebene Text ist die Vorversion eines Beitrags für die kommende Ausgabe (No. 19) der Zeitschrift LIBREAS. Library Ideas. ) (more…)

LIBREAS Zitationstracking: Journal of Documentation und Canadian Journal of Information and Library Science

Posted in LIBREAS aktuell, Zitiert in.. by libreas on 12. August 2011

Jüngst stießen wir auf zwei internationale Publikationen, die sich u.a. auch mit dem Aufsatz

Søren Brier. 2006. The foundation of LIS in information science and semiotics. LIBREAS. Library Ideas. 1/2006. [pdf]

auseinandersetzen.

Zunächst diskutieren Alon Friedman und Martin Thellefsen im Journal of Documentation, inwieweit Theorien der Wissensrepräsentation und Semiotik für den Bereich der Wissensorganisation anschlussfähig sind.

Alon Friedman, Martin Thellefsen. 2011. Concept theory and semiotics in knowledge organization. Journal of Documentation. 67 (4),  644 – 674. DOI: 10.1108/00220411111145034

Desweiteren wird Brier im Canadian Journal of Information and Library Science angeführt.

David A. Jank. 2010. Toward a Unifying Ontology for Human-Information Interaction. Canadian Journal of Information and Library Science.  34(4), 403 – 432. [Link]

Interessierte Autorinnen und Autoren können sich gerne jederzeit an die Redaktion wenden. Unsere Autorenhinweise finden Sie hier ebenso wie eine Liste aller Autorinnen und Autoren.

Die Dinge in Kybernesien. Marc Schweskas aktueller Wissenschaftsroman weiß auch, wie es in Berliner Bibliotheken zuging.

Posted in Die Bibliothek in der Literatur, LIBREAS.Feuilleton by Ben on 1. August 2011

Von Ben Kaden

I

In einem heute etwas wunderlich schimmernden und erstaunlicherweise auf außergewöhnlich alterungsbeständigem Papier gedruckten Handbuch in A4 mit dem Titel „Arbeitsgestaltung. Psychophysiologische Probleme bei Überwachungs- und Steuerungstätigkeiten“ aus dem Jahr 1970 liest man auf Seite 12:

„In der Tat gibt es eine Reihe äußerer Ähnlichkeiten im Prozeß der wissenschaftlich-technischen Revolution in Kapitalismus und Sozialismus. In dem Maße, wie sich die Produktionsinstrumente als Kennzeichen der industriellen Revolution gleichen, werden beispielsweise Resultate und zum Teil auch Themenstellungen bei der Untersuchung menschlicher Arbeitsleistungen unabhängig von der Gesellschaftsordnung, zumal die Anforderungsverlagerungen, bedingt durch die veränderte Stellung des Menschen im Produktionsprozeß, im sozialistischen und kapitalistischen System ähnlich sind.“

Man merkt dem Kapitel 1.1.1. Zur bürgerlichen Technikphilosophie und den folgenden Abschnitten deutlich an, wie schwer sich die Autoren Jochen Neumann und Klaus-Peter Timpe in ihrem kleinen Manifest der angewandten Regelungstechnik dabei taten, a) die Klassenproblematik überhaupt in diesem Zusammenhang zu entfalten und b) zugleich die Überlegenheit des Sozialismus herauszustreichen. Zu vertraut waren Fortschrittsoptimismus und Automatisierungsbegeisterung in beiden Systemräumen und was den Stand des Wissens anging, bewegte man sich in diesem Bereich der technischen Metareflexion noch auf relativ ähnlichem Niveau. Entsprechend hilflos wirkt dann der obligatorische Hinweis:

„Analogien im wissenschaftlich-technischen Bereich führen nicht notwendig zu Konvergenzen im ideologischen Bereich. […] Vorhandene Ähnlichkeiten, die in bestimmten Bereichen sicherlich gegeben sind, führen nur zu Schnittpunkten, nicht zu Asymptoten im ideologischen und sozialen Bereich.“ (S. 13)

Man hat fast vor Augen, wie das Autorenduo in einer langen Nachtschicht unter dem gnadenlosen Neonröhrenlicht eines Büros im Institut für Psychologie der Humboldt-Universität an diesen technikphilosophischen Problemkapitelchen herum schraubte, um den klaren ingenieurpsychologischen Resultaten und Ableitungen zur Arbeitsplatzergonomie aus den Untersuchungen der Arbeitsgruppe um Professor Friedhart Klix das erforderliche ideologische Beiwerk anzufügen. Und wie es schließlich glücklich auf einen ausgeschnittenen und erst vergessenen Artikel aus der Ausgabe des kulturpolitischen Wochenblatts Sonntag vom 22.09.1968 stieß, der die Gegensätzlichkeit Sozialistische Dynamik wider Konvergenz zweckdienlich zitierbar ausrollte. (more…)

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