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In der Fluchtlinie: eine etwas pyramüde Bibliothek 2.0.

Posted in LIBREAS.Referate by Ben on 20. Februar 2007

Eine kritische Lektüre von Figge, Friedrich; Kropf, Katrin: Chancen und Risiken der Bibliothek 2.0: Vom Bestandsnutzer zum Bestandsmitgestalter. In: Bibliotheksdienst 41. Jg. (2007) Heft 2. S. 139-149. (Volltext bei E-LIS, die Besprechung bezieht sich auf die dortige Version)von Ben Kaden

So langsam etabliert sich das Web 2.0 und entsprechend häufen sich allgemeine Einführungen in allen möglichen Formen (sh. z.B. hier und hier). Und was sich im Großen und Ganzen der allgemeinen Netzgesellschaft als das Web 2.0 präsentiert, ist auf der Ebene der Bibliotheken die Bibliothek 2.0.

Nachdem im letzten Herbst Patrick Danowski und Lambert Heller einen vielbeachteten kleinen Aufsatz zum Thema im Bibliotheksdienst publizierten (vgl. hier),
sind es nun Friedrich Figge, Professor für Electronic Publishing und Multimedia an der HTWK Leipzig und seine Ko-Autorin Katrin Kropf die es unternehmen, ebenfalls im Bibliotheksdienst, die Bibliothek 2.0 zu erläutern.

Dies gelingt ihnen allerdings, nun ja, bedingt überzeugend. Ein bisschen werden Anwendungsmöglichkeiten konkretisiert, aber eine so notwendige distanzierte Betrachtung der Entwicklung bleibt leider aus.

So liegt der Neuigkeitswert des vorliegenden Textes hauptsächlich in der Projektion der “Electronic Publishing-Pyramide”, mit der Friedrich Figge versucht die “Chancen für kreative Medienunternehmen im Web 2.0” zu visualisieren, auf Bibliothekskontexte.

Das Modell definiert vier Stufen: Information, Service, Kontakt und Kommunikation, wobei als Basis “Information” für die allgemeine “Erarbeitung und Verbreitung von Inhalten” steht und an der Spitze “Kommunikation” mit Community, also vielleicht: kontextualisierten Informationen im Diskurs sozialer Netzwerke, zu finden ist.

Anhand der Stufen werden nun die Möglichkeiten von allgemeinen Web 2.0- und einigen Bibliothek 2.0-Angeboten (z.B. die PennTags) erläutert.

Stufe 1: Die Information

Auf der Ebene der reinen “Informationsvermittlung” wird allerdings nur das alte Klischee “Die Bibliothek gibt, der Benutzer nimmt” angebracht, was vermutlich den Kontrast zwischen alter und neuer Bibliothekswelt herausstreichen soll.

Jedoch verfehlt mit solchen Pauschalisierungen schon seit einer längeren Zeit nicht mehr den Kern, weder von Öffentlichen Bibliotheken, die bei guter Führung auch schon vor dem Web 2.0 in Kommunikation mit ihren Nutzern standen und je nach finanzieller Möglichkeit selbstverständlich deren Wünsche im Bestand abzubilden versuchten, noch von wissenschaftlichen. Auch bei diesen gab es auch schon in der Vergangenheit genügend durchsetzungsstarke Professoren, die den Fachreferenten bei Titelauswahl für den Bestandsaufbau mehr oder
weniger direkt unter die Arme griffen. Dass die Wünsche von Studierenden oder auch Assistenten manchmal vom Fachreferenten nicht mit der gleiche Emphase behandelt wurden, liegt wohl eher im Aufbau des Sozialsystems “Wissenschaft” begründet, als in der Intention der selbstbezogenen Bibliothekare.
Die kritisierte Selbstbezogenheit des bewertenden, auswählenden und vorschreibenden Bibliothekars ist hauptsächlich noch da zu vermuten, wo wenig direkter Nutzerkontakt besteht. Allerdings wird es sich an diesen Stellen auch mit dem Web 2.0 nicht heute auf morgen ändern.

Stufe 2: Die Services

Auf der zweiten Ebene geht es um Service und zwar um einen solchen, der über die bloße Bereitstellung von Information herausgeht. Beispiele, die die Autoren nennen, sind Neuererscheinungslisten und die herausgehobene Präsentation von bestimmten Beständen.

Dass hiermit das Service-Spektrum von Bibliotheken stark reduziert abgebildet wird, ist offensichtlich. Ein bisschen mehr als diese allgemeinen Empfehlungsdienste kann man auch deutschen Bibliotheken, in denen der klassische Reference Librarian zugegebenermaßen nicht ganz zum Alltag gehört, schon zugestehen. Aber vielleicht gehört das schon wieder auf die Stufe 3: Kontakt, wobei das Modell eine

erste Unzulänglichkeit zeigt.

Für Empfehlungen bietet sich natürlich das RSS-Prinzip als Verteilungsmittel an. Über Social Bookmarking können entsprechende Inhalte verwaltet, erschlossen und verfügbar gemacht werden.

Zudem wird Cassey Bissons Word-Press-Opac
(bzw. OPAC 2.0) samt Anwendungsbeispiel erwähnt. Irreführend ist allerdings der Nachsatz, dass dies “ein guter Anfang in Richtung benutzerfreundlicher OPAC” ist, denn hiermit wird implizit behauptet, dass alle bisherigen OPACs nicht
nutzerfreundlich seien.

Solches scheint aber selbst wenn man kein ausgesprochener Liebhaber des weithin vorherrschenden Datenbankschicks ist, ein wenig übertrieben, zumal z.B. der KVK vor nicht ganz langer Zeit mit dem nicht primär am Web 2.0, sondern vielmehr an der google-simplen Erwartungshaltung der Nutzer orientierten Freitextsuche aufwartete.

Ein anderes Werkzeug sind die Newsfeed-Verwalter à la Netvibes oder Pageflakes. Allerdings erscheinen mir diese Werkzeuge für den Einsatz in Bibliotheken generell nicht optimal und ins Schlingern gerät der Text spätestens dann, wenn die Tatsache, dass Netvibes sich im Kern an Einzelnutzer richtet und entsprechend “nur im eingeloggten Zustand einsehbar und bearbeitbar” ist als ein “derzeit noch” bestehender Nachteil herausgestellt wird.

Netvibes und auch Pageflakes sind nun mal Tools zur persönlichen Verwaltung von Feeds und nicht etwa “personalisierte Startseiten” für Bibliotheken. Man kann genauso gut einem Fahrradhersteller bescheinigen, dass sein Produkt derzeit noch nicht dafür geeignet ist, mit 4 Personen und einer höheren Reisegeschwindigkeit über die Autobahn zu preschen.

Für diesen Anspruch benötigt man nun einmal ein Automobil und wenn es das nicht gibt, der Bedarf aber besteht (d.h. wenn sich Geld damit verdienen lässt) und wenn es technisch machbar ist, wird früher oder später ein fixer Tüftler hier mit einer passenden Erfindung auf der Türschwelle des technischen Fortschritts erscheinen und Abhilfe schaffen. Ähnliches ist für Bibliothek 2.0-Anwendungen zu vermuten.

Dass man dagegen mit auf Einzelnutzer oder kleinere Gruppen zugeschnittenen durchschnittlichen Web 2.0-Applikationen die durchaus nennenswert komplexeren Ansprüche einer Bibliothekscommunity mit ein paar tausend Nutzern meistern kann, ist ein Trugschluss.

Vielmehr wird es direkt auf die Ansprüche der Bibliothek 2.0 hin entwickelte Lösungen geben müssen: die Bibliothek 2.0 befindet sich hier im 0.1-Stadium, d.h. in der Konzeptions- und Entwicklungsphase. Pageflakes, Netvibes und die anderen sind als Inspirations- und Orientierungsquellen geeignet.
Als technische Grundbausteine für etwas, das sich Bibliothek 2.0 nennen möchte, bedarf es meiner Ansicht nach aber etwas anderem.

Richtig angesagt sind im Web 2.0 Möglichkeiten der Möglichkeiten, Nutzern Bewertungsmöglichkeiten für Medien anzubieten. Mit Amazon und http://www.guenstigweg.de hat man hier zunächst nur Beispiele aus dem e-commerce in der Hand. Beispielsweise im Weblog-System Serendipitiy gibt es auch die Möglichkeit zur Einbindung eines Plug-Ins zur Bewertung der jeweiligen Einzel-Postings. Generell ist zu vermuten, dass in Sachen Catalogue Enrichment Amazon das Benchmark darstellt, wobei mitunter der Link zu Amazon aus dem OPAC heraus selbst das Enrichment bildet…

Stufe 3: Kontakt

Für Friedrich Figge und Katrin Kropf stellt die Kontaktebene die “Zwischenstufe zur Community-Bildung” dar. Dabei geht es ihnen aber hauptsächlich um die betriebsinterne Kommunikation und hier hätte man ganz gut die Idee aufgreifen können, mit Web 2.0-Anwendungen das etwas aus dem Trend geratene Konzept des Wissensmanagements zu revitalisieren.Darüber wird wohl jemand anderes schreiben (müssen).

Im vorliegenden Aufsatz geht es ganz einfach um den Kontakt zwischen den Mitarbeitern, wobei der “persönliche Direktkontakt” und das “Telefonat” leider etwas unfair gegen das Instant Messaging aufgerechnet werden. So betonen die Autoren bei der ersten Variante die Nachteile (“aufgrund ihrer Flüchtigkeit auch nicht immer die verlässlichsten Kontaktmöglichkeiten”), während zum IM eine entsprechende Bewertung fehlt.

Zusätzlich ist es nicht unbedingt nachvollziehbar, inwieweit die “sofortige Nachrichtenübermittlung” und Echtzeitkommunikation verlässlicher ist, als ein persönliches Gespräch. Dem Laien dürfte auch der Unterschied zum Telefonat verborgen bleiben, zumal es in Gestalt der Internettelefonie gleich wieder auf’s Tapet kommt.
Keine Erwähnung findet leider die eigentlich naheliegende Anwendung von Instant Messaging im Auskunftsbereich.

Stattdessen wird Yahoo!Clever (kritisch) vorgestellt, dass sich von dem im letzten Jahr eingestellten Google-Answers vor allem durch einen Mangel an Qualitätskontrolle unterscheidet.

Für Digital Reference-Dienste gibt es ganz andere Tools, als dass man sich unbedingt an der Yahoo-Frage-Antwort-Spielerei orientieren muss.

Und noch eine Problemstelle findet sich in diesem Abschnitt: Die Aussage, dass der “Blog der Benutzer der Berliner Staatsbibliothek ein erster Ansatz für eine Community-Bildung auf Online-Ebene” darstellt, ist so schlicht verkehrt.
Obendrein erfüllt er seine Rolle als Beispiel auch nur bedingt, da die Inititative hier
nicht von der Bibliothek ausging, sondern von einem (frustrierten) Nutzer. Er stellt also einen typischen Beleg dafür dar, dass bibliotheksbezogenes Web 2.0-Adaptionen (wenn man es so sagen will) bislang vorwiegend unabhängig von den Bibliotheken entstehen.
Und dass viele Weblogs “bereits” Kommentare zu lassen, ist ebenfalls leicht an der Realität vorbei formuliert: das ib.weblog lässt Kommentare seit es besteht, also seit 2003, zu; im netbib weblog gibt es die Funktion noch länger.

Kommentare in Weblogs sind vielmehr als eine Default-Einstellung zu verstehen und stellen den Regelfall dar.

Stufe 4: Die Kommunikation und die Community

Die Kommunikation in der Bibliothek 2.0 vollzieht sich zweigleisig: einerseits “zwischen Bibliothek und Benutzer” und andererseits “den Benutzern untereinander”. Dem ist uneingeschränkt zuzustimmen, allerdings zwingt die daran anschließende Passage schon wieder zur Distanzierung:

“Gerade jetzt, wo immer mehr Benutzer die Flucht in Online-Welten antreten: Was liegt näher, als die Verfolgung aufzunehmen und als Bindeglied zwischen physischer Bibliothek und dem fliehenden Benutzer eine Online-Plattform zu errichten?” (S.145)

Hier ist der Drang zur Metaphorik ordentlich ins Groteske entglitten. So ist unklar warum und wovor der Benutzer flieht, sich also in Sicherheit bringt. Selbst wenn man davon ausgeht, dass Benutzer der Bibliothek enteilen, da sie im Internet Dinge finden, die sie woanders nicht entdecken, ist Flucht ein denkbar schwieriger und in diesem Zusammenhang nicht wertfrei benutzbarer Ausdruck. (Eine sozialpsychologische Interpretation über einen grauen und einsamen Alltag und einen bunten, geselligen Online-Eskapismus wäre denkbar, ist aber hier offensichtlich fehl am Platze…)

Und selbst wenn die zunehmende Online-Nutzung die Nutzung von Bibliotheksangeboten verringert, treibt die Benutzer eher die Suche nach etwas Neuem, als die im Regelfall einer Flucht vorausgehenden Bedrohung.

Wenn überhaupt, dann wandern die Benutzer ab oder, noch besser, verändern ihr Mediennutzungsverhalten. Auch ist es laut allgemeiner Jagderfahrung weniger ratsam (und vorallem höllisch aufwendig), ein fliehendes Tier zu “verfolgen” – es sei denn, man möchte es zu Tode hetzen. Der effektive Waidmann zieht es vor, seiner Beute aufzulauern: In der Überraschung liegt der Erfolg und die erfolgreiche Bibliothek 2.0 tut danach entsprechend gut daran, denn Benutzer mit Innovation zu überraschen.

Drittens ist das Grundprinzip des Partizipationsnetzes Web 2.0 nunmal die Aktivität des Nutzers: ihm eine Online-Plattform zu errichten, hieße, ihm wieder ein vorgefertigtes Angebot vorzusetzen. Wenn Benutzer tatsächlich lieber Web 2.0-Medien nutzen, liegt es wohl darin begründet, dass sie hier (inhaltlich) frank und frei mitgestalten können.

Als Beispiel für ein Community-Portal verweisen die Autoren ausgerechnet mit Ciao.de ausgerechnet auf eines der “der größten und erfolgreichsten Shopping-Portale in Europa”. Würde man das ganze Unterfangen etwas schlichter beginnen und z.B. ersteinmal eine simple Interaktionsplattform einrichten, wäre der beschworene “Initialaufwand” sicher zu reduzieren. Zusätzlich sollte man neben dem Initialaufwand auch den Betreuungsaufwand nicht unterschätzen: gerade der betonte Anspruch an Qualitätskontrolle und die Steuerung und Setzung von Schreibanreizen dürfte mit den üblichen Personalstrukturen an deutschen Bibliotheken nur schwer auf einem Ciao.de-Niveau umzusetzen sein.

Generell empfiehlt sich bei aller Euphorie, die man dem technisch Machbaren im Web 2.0 so gern entgegen bringt, vor Implementierung die Frage zu stellen, ob und wie die Angebote mit den (auch zu erwartenden) Nutzeransprüchen abstimmbar sind. (vgl. dazu z.B. The Dark Side of Library 2.0: “It’s the Patron, Stupid”)

Kleine Wettbewerbe wie der im Text angeführte YouTube-Contest der Jugendabteilung in der Denver Public Library bilden einen schönen Anreiz, benötigen aber auch das passende Umfeld. Recht originell ist die Idee der Muskingum College Library, die Fotos über die Annotationsfunktion bei Flickr mit ihrem OPAC verbindet.
Das Potential für eine fruchtbare Bibliothek 2.0-Anwendung kann ich darin allerdings noch nicht erkennen und 400 Bildaufrufe sind angesichts der Tatsache, dass es die Aufnahme eines Fahrstuhl aus der Seattle Public Library auf den 10fachen Zustrom bringt, auch nicht übermäßig viel.

Einen ähnlichen Schnellschuss hinsichtlich der Quantität von Kontakten stellt die Bewertung des Erfolgs der MySpace-Seite der Brooklyn College Library dar. Diese hat – bei allein mehr als 11000 Undergraduate-Studierenden am College – 2000 ausgewiesene “Freunde”.

Der Rapper Snoop Dogg hat eine halbe Million. “Freundschaft” bedeutet in der MySpace-Welt ersteinmal nur, dass jemand ein paar Mausclicks absolviert hat… Man gönnt den MySpace-Fans aus Brooklyn jeden einzelnen
Kontakt – das ganze große Bibliothek 2.0-Erlebnis ist es dennoch nicht, sondern eher ein positives Zeichen dafür, dass auch Bibliotheken auf der hippen Selbstdarstellungsplattform nicht geschnitten werden.

Möchte man die Community im eigenen Netz, so sollte man als Web 2.0-willige Bibliothek erst einmal klären, was man sich darunter vorstellt – die Möglichkeiten des Web 2.0 bieten eine ganze Bandbreite an Verknüpfungskonzepten, die sich allesamt als Community verkaufen.

Welche Variante des Community-Potpourri für eine Bibliothek sinnvoll ist, ergibt sich vor allem aus der Überlegung, welches Resultat man anstrebt. Unbestritten besteht die Chance, mit Web 2.0-Anwendungen, Nutzer besser zu erreichen. Ob es tatsächlich “mehr” werden, ist eine andere Sache, wie es mit einer Bindung im Web aussieht ebenso. Dass Scharen von ehemaligen Nichtnutzern ihren Leseausweis beantragen, weil es nun eine Webcommunity auf der Bibliothekswebsite gibt, ist kein wahrscheinliches Szenario.
Eher gelingt ist, die ohnehin bibliotheksaffinen Zielgruppen besser zu erreichen und im Idealfall stärker zu aktivieren. Die Vorgabe, mehr Nutzer zu akquirieren halte ich für einen bestenfalls sekundär relevanten Ansatz. Zentral bei den geschilderten Unterfangen müssten in meinen Augen die Optimierung und Entwicklung von Dienstleistungen sein, die die Möglichkeiten der Bibliotheksnutzung vervielfältigen und gleichzeitig optimieren.

Fazit

In der Gesamtschau gehört der Beitrag von Friedrich Figge und Katrin Kropf leider in das berühmte Schubfach “Vertane Chance”. Die Anwendung der E-Publishing-Pyramide erfindet das Rad nicht unbedingt neu, ist als Visualisierung aber u.U. geeignet.

Die damit einhergehenden Erläuterungen sind jedoch weitgehend oberflächlich und zum Teil sogar irreführend. So greift auch der Hinweis, man könne über das Monitoring des Tag- und Bookmarkverhaltens “Trendscouting” betreiben, dahingehend absolut zu kurz, dass man damit nur einen recht kleinen Anteil der Webnutzerschaft in die Bedarfsermittlung einbezieht, nämlich diejenigen, die solche Werkzeuge nutzen. Die Gefahr einer derartigen Betriebsblindheit wird bei der Auflistung der Risiken (Datenschutz, “unerwünschte Inhalte”, Ablehnung durch die Nutzer) aber nicht erwähnt.

Die Enttäuschung ist also eine etwas größere: Von der titelgebenden “Bibliothek 2.0″, ihren Chancen und Risiken ist insgesamt nur wenig zu lesen – es sei denn, man geht davon aus, dass die Einbindung von ein bisschen Web 2.0-Technologie schon alles ist, was sich hinter dem Begriff verbirgt. Dann wäre dieser aber nach meinem Verständnis eher überflüssig. Eine notwendige Auseinandersetzung mit dem durchaus auch anders grundierbaren Konzept der Bibliothek 2.0 bzw. Library 2.0 (sh. auch hier), die man anhand des Titels durchaus hätte erwarten können, findet nirgends im Text statt.

Als Handlungsanleitung und Hinweisgeber mag der Artikel in Ansätzen geeignet sein, als mehr kann er bedauerlicherweise nicht überzeugen.

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